Unterwegs auf Mallorca: Mietwagen, Bus oder Bahn?
Mallorca ist 3.640 Quadratkilometer groß und hat ein Straßennetz, das an drei Stellen regelmäßig zusammenbricht. Wie man sich bewegt, entscheidet über die Reise mehr als die Wahl des Orts.
Brauche ich auf Mallorca einen Mietwagen?
Die Antwort hängt nicht von der Insel ab, sondern von Ihrem Urlaub. Drei Fragen entscheiden es: Was für ein Urlaub soll das werden? Wollen Sie auch zwischendurch beweglich sein? Und in welcher Jahreszeit kommen Sie?
Wenn Sie hauptsächlich an einem Ort bleiben
Wer eine Woche am Strand verbringt und zwei, vielleicht drei Ausflüge machen möchte, braucht keinen Wagen für sieben Tage. Mieten Sie ihn tageweise für genau diese Ausflüge. Das ist günstiger, und Sie sparen sich an allen anderen Tagen die Parkplatzsuche — die in Alcúdia, Sóller oder Port de Pollença im Sommer echte Zeit kostet. Palma erreichen Sie von den meisten Küstenorten ohnehin mit dem Bus, und dort ist ein Auto sogar hinderlich.
Wenn Sie die Insel sehen wollen
Sobald Sie mehr vorhaben als zwei Ausflüge — Tramuntana, Bergdörfer, das Landesinnere, Buchten abseits der Hauptorte —, nehmen Sie den Wagen für die ganze Zeit. Die schönsten Ziele dieser Insel liegen genau dort, wo kein oder nur ein sehr dünner Busfahrplan hinkommt. Ohne Auto sehen Sie davon die Hälfte nicht.
Wenn Sie außerhalb der sicheren Wettermonate kommen
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Im Frühjahr, Herbst und Winter ist das Wetter unbeständig — und genau dann funktioniert das Tagesmieten nicht mehr. Wenn morgens der Regen einsetzt, kommen alle gleichzeitig auf dieselbe Idee, und um neun Uhr ist am Schalter nichts mehr frei. Wer in diesen Monaten flexibel sein will, mietet für die gesamte Woche und entscheidet dann jeden Morgen neu, wohin es geht. Der Aufpreis gegenüber zwei Miettagen ist überschaubar; ein verregneter Urlaubstag ohne Fahrzeug ist es nicht.
Kurz gefasst
- Strandurlaub, gutes Wetter, ein bis zwei Ausflüge: Auto tageweise.
- Rundreise, Wandern, Bergdörfer, Fotografie: Auto für die ganze Zeit.
- Reise im Winterhalbjahr oder im Frühjahr: Auto für die ganze Zeit, allein der Verfügbarkeit wegen.
- Nur Palma: kein Auto. Es kostet Sie Geld und Nerven, ohne etwas zu bringen.
Der Zug
Zwei Systeme, die nichts miteinander zu tun haben. Die SFM-Linien ab Palma Plaça d'Espanya nach Inca, Sa Pobla und Manacor sind normaler, günstiger Nahverkehr — und die vernünftigste Art, ins Landesinnere zu kommen, etwa zum Markt in Sineu. Der Ferrocarril de Sóller dagegen ist ein historischer Touristenzug mit entsprechendem Fahrpreis. Beides lohnt, aber aus völlig verschiedenen Gründen.
Bus
Das TIB-Netz deckt die Insel besser ab, als sein Ruf vermuten lässt, und ist sehr günstig. Schwäche: Von Küstenort zu Küstenort führt fast jede Verbindung über Palma oder Inca. Quer über die Insel ist der Bus keine gute Idee, radial dagegen sehr wohl.
Wo es eng wird
- Die Ma-10 durch die Tramuntana von Juni bis September, besonders zwischen Valldemossa und Sóller.
- Dieselbe Ma-10 im Frühjahr. Von März bis Mai ist sie das Trainingsrevier Tausender Rennradfahrer. In den Kehren kommt man streckenweise nicht vorbei, und überholen kann man nur dort, wo es wirklich frei ist. Rechnen Sie in diesen Monaten mit derselben Fahrzeit wie im Hochsommer — nur aus einem anderen Grund.
- Die Zufahrt nach Sa Calobra — zwölf Kilometer, im Hochsommer eine Stunde.
- Parken in den Bergdörfern. Deià, Fornalutx und Banyalbufar haben zusammen weniger Stellplätze als ein mittlerer Supermarkt.
Roller und Fahrrad
Mallorca ist eines der wichtigsten Rennradreviere Europas — von Februar bis Mai sind die Tramuntana-Pässe voll von Trainingsgruppen. Wer selbst fährt: gut. Wer mit dem Auto unterwegs ist: rechnen Sie in jeder Kehre damit.
Vom Flughafen
Der Bus A1 fährt alle 15 Minuten ins Zentrum von Palma und braucht rund 20 Minuten. Der A2 bedient die Playa de Palma. Beide sind günstiger und oft schneller als ein Taxi im Berufsverkehr.
Fahrpläne und Preise ändern sich — prüfen Sie sie vor der Reise bei TIB und SFM.