Palma · praktisch jeder Ort
Die Heiligen Drei Könige kommen in Palma per Schiff im Hafen an und ziehen dann durch die Stadt. In den Dörfern kleiner, aber genauso ernst genommen — hier werden die Geschenke gebracht, nicht an Weihnachten.
Der mallorquinische Festkalender hat eine Eigenschaft, die selten jemand ausspricht: seine stärksten Termine liegen im Winter. Sant Antoni im Januar, Sant Sebastià zwei Tage später, der Carnaval im Februar, die Karwoche im Frühjahr — vier der fünf eindrucksvollsten Tage des Jahres liegen außerhalb der Reisesaison.
Das ist kein Zufall. Diese Feste sind nicht für Besucher entstanden und werden nicht für sie gemacht. Sie liegen dort, wo das bäuerliche Jahr Luft hatte: nach der Ernte, vor der Aussaat, in den Wochen, in denen auf dem Feld nichts zu tun war. Wer sie erleben will, muss antizyklisch reisen — und bekommt dafür eine Insel, die mit sich selbst beschäftigt ist statt mit ihm.
Aufgenommen ist hier nur, was jedes Jahr wiederkehrt. Kein Konzertprogramm, keine einmaligen Veranstaltungen. Deshalb stehen hier auch keine Jahreszahlen, sondern Regeln: „16. und 17. Januar" oder „Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai".
Dafür lohnt sich die Reise
Das eigenwilligste Fest der Insel. Am Abend des 16. brennen Feuer auf den Plätzen, es wird gegrillt und gesungen, und als Dimonis verkleidete Gestalten treiben durch die Gassen. Kein Touristenprogramm — an diesem Abend gehört der Ort seinen Bewohnern.
Sant Sebastià 19. und 20. Januar · PalmaPalmas Stadtpatron. In der Nacht zum 20. brennen auf einem Dutzend Plätzen Feuer, überall wird gegrillt, auf mehreren Bühnen wird gespielt. Die größte Straßenparty des mallorquinischen Jahres.
Setmana Santa Karwoche, März oder April · PalmaProzessionen in fast jedem Ort. Das eindrucksvollste ist der Davallament in Pollença am Karfreitagabend: die Kreuzabnahme wird oben auf dem Calvari gespielt, danach trägt der Zug schweigend die 365 Stufen hinunter, nur mit Fackeln.
Es Firó Montag nach dem zweiten Sonntag im Mai · SóllerNachstellung des Piratenangriffs von 1561. Am Vortag die Fira, dann landen die „Mauren" im Hafen, und die Schlacht zieht sich mit Schwarzpulver und viel Lärm durch den ganzen Ort bis zur Plaça. Eines der wenigen Feste, bei denen praktisch der gesamte Ort mitspielt.
La Patrona — Moros i Cristians 2. August · PollençaErinnerung an den Überfall des Korsaren Dragut 1550. Vormittags die Schlacht durch den ganzen Ort, mit einer Härte, die Besucher regelmäßig überrascht. Der einzige Grund, im August freiwillig nach Pollença zu fahren.
La Beata Erster Sonntag im September · Santa MargalidaMorgens wecken die Dimonis mit Glocken den Ort, abends zieht die Prozession für Catalina Thomàs. Bauern tragen Krüge, die Teufel versuchen sie ihnen zu entreißen und zerschlagen sie zu Füßen der Heiligen. Verstörend und großartig.
Dijous Bo Mitte November, traditionell der dritte Donnerstag · IncaDie größte Messe der Insel, seit dem 14. Jahrhundert belegt, mit über 200.000 Besuchern. Vieh, Maschinen, Handwerk, Essen — und der Abschluss der Herbstmessen. Der Zug ab Palma ist an diesem Tag die einzige vernünftige Anreise.
Vollständig nach Monat
Palma · praktisch jeder Ort
Die Heiligen Drei Könige kommen in Palma per Schiff im Hafen an und ziehen dann durch die Stadt. In den Dörfern kleiner, aber genauso ernst genommen — hier werden die Geschenke gebracht, nicht an Weihnachten.
Sa Pobla · Artà · Manacor · Muro · Pollença
Das eigenwilligste Fest der Insel. Am Abend des 16. brennen Feuer auf den Plätzen, es wird gegrillt und gesungen, und als Dimonis verkleidete Gestalten treiben durch die Gassen. Kein Touristenprogramm — an diesem Abend gehört der Ort seinen Bewohnern.
Palmas Stadtpatron. In der Nacht zum 20. brennen auf einem Dutzend Plätzen Feuer, überall wird gegrillt, auf mehreren Bühnen wird gespielt. Die größte Straßenparty des mallorquinischen Jahres.
Palma · viele Orte
Umzug mit Wagen und Kostümen, in Palma am Samstag, tags zuvor die Sa Rueta für Kinder. In den Dörfern jeweils am eigenen Termin.
Palma · Pollença · Sineu · überall
Prozessionen in fast jedem Ort. Das eindrucksvollste ist der Davallament in Pollença am Karfreitagabend: die Kreuzabnahme wird oben auf dem Calvari gespielt, danach trägt der Zug schweigend die 365 Stufen hinunter, nur mit Fackeln.
Sóller · Port de Sóller
Nachstellung des Piratenangriffs von 1561. Am Vortag die Fira, dann landen die „Mauren" im Hafen, und die Schlacht zieht sich mit Schwarzpulver und viel Lärm durch den ganzen Ort bis zur Plaça. Eines der wenigen Feste, bei denen praktisch der gesamte Ort mitspielt.
Palma · Muro · Küstenorte
Die kürzeste Nacht. Feuer an den Stränden, Sprünge über die Glut, in Palma Zehntausende an der Playa. In Muro tanzt der Sant Joan Pelós, eine Figur im Fell.
Colònia de Sant Pere · Port d'Alcúdia · Port de Pollença · Hafenorte
Der Schutzheilige der Fischer. Seine Figur wird auf ein geschmücktes Boot gesetzt und in einer Prozession über das Wasser gefahren, begleitet von allem, was im Hafen schwimmt.
alle Fischerorte
Dieselbe Idee wie bei Sant Pere, aber inselweit und größer: die Schutzpatronin der Seeleute wird über das Wasser getragen. In kleineren Häfen die stimmungsvollere Variante.
Erinnerung an den Überfall des Korsaren Dragut 1550. Vormittags die Schlacht durch den ganzen Ort, mit einer Härte, die Besucher regelmäßig überrascht. Der einzige Grund, im August freiwillig nach Pollença zu fahren.
Montuïri
Die Cossiers von Montuïri tanzen einen Reigen, dessen Ursprung niemand genau kennt — er ist älter als die Schriftquellen. Sechs Tänzer und ein Dimoni, sonst nichts. Wer volkskundlich interessiert ist, fährt dafür.
Santa Margalida
Morgens wecken die Dimonis mit Glocken den Ort, abends zieht die Prozession für Catalina Thomàs. Bauern tragen Krüge, die Teufel versuchen sie ihnen zu entreißen und zerschlagen sie zu Füßen der Heiligen. Verstörend und großartig.
Binissalem
Weinlesefest über fast drei Wochen, mit Traubenschlacht und einem Essen aus Fideus de vermar auf der Straße. Der Ort lebt vom Wein, und man merkt es.
Inca
Die größte Messe der Insel, seit dem 14. Jahrhundert belegt, mit über 200.000 Besuchern. Vieh, Maschinen, Handwerk, Essen — und der Abschluss der Herbstmessen. Der Zug ab Palma ist an diesem Tag die einzige vernünftige Anreise.
Erinnerung an die Eroberung von 1229 — eine der ältesten ununterbrochen begangenen Feiern Europas. Vormittags, ernst, offiziell, und für Besucher überraschend unspektakulär. Aber historisch bemerkenswert.
Stand: Juli 2026. Feste Daten verschieben sich nicht, bewegliche richten sich nach Ostern oder einer Wochentagsregel. Das genaue Programm veröffentlicht die jeweilige Gemeinde meist wenige Wochen vorher. Wenn Ihnen ein Fehler auffällt oder ein Fest fehlt, das hierher gehört, schreiben Sie mir.
Diese Feste sind zugänglich, aber sie sind kein Programm. Der Unterschied zeigt sich in Kleinigkeiten: Man stellt sich nicht in eine Prozession, um zu fotografieren. Man reiht sich ein, wenn eingereiht wird. Bei den Feuern von Sant Antoni bringt man etwas zum Grillen mit, statt sich an einen Stand zu stellen — es gibt keinen.
Und ein praktischer Hinweis, der ernster gemeint ist, als er klingt: Wo Dimonis mit Feuerwerk laufen, trägt man Baumwolle und eine Kopfbedeckung. Kunstfaser hat schon manchen Abend beendet.
Ein Fest verändert einen Ort für zwei Tage vollständig — im Guten wie im Lästigen. Unterkünfte sind belegt, Straßen gesperrt, Parkplätze weg, und geschlafen wird nicht. Wer wegen des Festes kommt, sollte früh buchen. Wer zufällig hineingerät und Ruhe sucht, sollte den Ort wechseln. Beides steht bei den betroffenen Orten im Atlas im Saisonkompass.
Kurz beantwortet
Es gibt kein einzelnes. Für die Mallorquiner selbst ist Sant Antoni am 16. und 17. Januar das dichteste Fest, für Palma Sant Sebastià am 19. und 20. Januar, und die größte Veranstaltung überhaupt ist der Dijous Bo in Inca im November mit über 200.000 Besuchern. Auffällig ist, dass die stärksten Feste im Winter liegen — also außerhalb der Reisesaison.
Gerade dann. Zwischen Januar und Ostern liegen Sant Antoni, Sant Sebastià, der Carnaval und die Karwoche — vier der fünf eindrucksvollsten Termine des Jahres. Wer Mallorca abseits des Strandes kennenlernen will, reist im Januar besser als im Juli.
Fast alle finden auf offener Straße statt, und niemand wird weggeschickt. Zugänglich heißt aber nicht inszeniert: Diese Feste werden nicht für Besucher gemacht, sondern trotz ihnen weitergeführt. Wer sich einreiht, mitläuft und nicht durch die Prozession fotografiert, ist willkommen.
Bei der jeweiligen Gemeinde. Die festen Daten — 16. Januar, 2. August, 31. Dezember — verschieben sich nie. Die beweglichen richten sich nach Ostern oder nach einer Wochentagsregel, und das genaue Programm veröffentlicht das Rathaus meist wenige Wochen vorher.
Als Teufel verkleidete Gestalten mit Hörnern, Masken und Schellen, die bei Sant Antoni und bei mehreren Ortsfesten durch die Straßen ziehen — oft mit Feuerwerk am Körper. Sie stammen aus der Versuchungsgeschichte des heiligen Antonius. Wer nah dransteht, sollte Baumwolle tragen und nichts, was Funkenflug nicht verzeiht.
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