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Mallorca Atlas Ort für Ort

Die Wochenmärkte Mallorcas

Marktstände mit weißen Sonnenschirmen auf einem gepflasterten Platz in Sineu, im Schatten alter Bäume, davor ein Straßenmusiker mit Instrumenten.
Sineu am Mittwochvormittag. Der Platz gehört an diesem Tag dem Markt, nicht dem Verkehr.

An jedem Tag der Woche findet auf Mallorca irgendwo Markt statt — an manchen Tagen an fünfzehn Orten gleichzeitig. Die wenigsten davon lohnen eine Anfahrt. Ein Dutzend schon, und zwei oder drei sind einen ganzen Vormittag wert.

Der Unterschied ist schnell erklärt. Die meisten Ortsmärkte sind Nahversorgung: drei Gemüsestände, ein Käsewagen, viel Billigtextil, und um halb zwei ist alles vorbei. Daneben gibt es die alten Marktorte — Sineu, Inca, Sóller, Pollença, Santanyí, Alcúdia —, wo der Markt seit Jahrhunderten den Ort strukturiert und an denen man das auch heute noch sieht. Und es gibt eine dritte Sorte, die kaum jemand aufsucht: die Bauernmärkte der Gemüseregion, Sa Pobla etwa, wo mehr Einheimische einkaufen als Besucher fotografieren.

Die zweite Hälfte jedes Marktes

Mehrere große Tonschalen mit grünen und eingelegten Oliven, dazwischen ein Metallschöpfer und handgeschriebene Preisschilder.
Oliven aus dem Fass, nicht aus dem Glas. Der Schöpfer gehört dazu.
Aufgeschnittene Wurst und Käsestücke nebeneinander auf einer Markttheke, dahinter ganze Laibe und Stangen.
Wurst und Käse werden aufgeschnitten und probiert. Man kauft nach Gewicht, nicht nach Packung.
Nahaufnahme frisch geernteter dunkelroter Kirschen mit Stielen und einem grünen Blatt.
Kirschen gibt es wenige Wochen im Mai und Juni. Danach nicht mehr.

Für diese sechs lohnt sich ein eigener Vormittag

Vollständig nach Wochentag

Wann wo Markt ist

Montag

  • Manacor Groß, wenig touristisch, Schwerpunkt Haushalt und Kleidung
  • Calvià
  • Caimari Bergdorf am Fuß des Puig Tomir
  • Lloret de Vistalegre
  • Mancor de la Vall
  • Montuïri
  • Cala Millor — nur März bis Oktober

Dienstag

  • Alcúdia · vormittags Der größte der Region. Zweiter Markttag ist Sonntag.
  • Artà Unter Platanen an der Plaça del Conqueridor
  • Palma — Pere Garau Kein Touristenmarkt. Die Markthalle hat zusätzlich Sa geöffnet.
  • Porreres
  • Campanet
  • Llubí
  • Santa Margalida Zweiter Markttag ist Samstag
  • Portocolom
  • Peguera
  • S'Arenal
  • Can Pastilla
  • Colònia de Sant Jordi

Mittwoch

  • Sineu · ab 8 Uhr Der älteste Markt der Insel, seit 1306. Einziger mit lebendem Vieh.
  • Santanyí Zweiter Markttag ist Samstag
  • Port de Pollença An der Hafenpromenade
  • Andratx
  • Capdepera
  • Bunyola Zweiter Markttag ist Samstag
  • Llucmajor
  • Petra
  • Selva
  • Sencelles
  • Vilafranca de Bonany
  • Deià Sehr klein
  • S'Arenal

Donnerstag

  • Inca · ab 8 Uhr Der größte Markt der Insel. Leder und Schuhe, aber auch alles andere.
  • Campos
  • Consell · 9 bis 13 Uhr
  • Ses Salines
  • Sant Llorenç des Cardassar
  • Sant Joan
  • Ariany
  • S'Illot
  • S'Arenal

Freitag

  • Binissalem Weinort im Raiguer
  • Algaida
  • Can Picafort
  • Llucmajor
  • Son Servera
  • Maria de la Salut
  • Son Carrió
  • S'Arenal

Samstag

  • Sóller · vormittags Der schönste Rahmen: Markt vor der Kirche, Straßenbahn mittendurch.
  • Santanyí
  • Alaró
  • Esporles Klein, fast nur Einheimische
  • Campos
  • Cala Ratjada
  • Lloseta
  • Costitx
  • Búger
  • Bunyola
  • Campanet
  • Santa Eugènia
  • Santa Margalida
  • Colònia de Sant Pere Sehr klein
  • Santa Ponça
  • Magaluf
  • Palma — Plaça Major · 10 bis 14 Uhr Kunsthandwerk, kein Wochenmarkt im eigentlichen Sinn

Sonntag

  • Pollença · vormittags Der bekannteste Sonntagsmarkt. Früh kommen oder gar nicht.
  • Alcúdia Kleiner als der Dienstagsmarkt
  • Santa Maria del Camí Nah an Palma, entsprechend voll
  • Sa Pobla · 9 bis 14 Uhr Bauernmarkt der Gemüseregion — mehr Einheimische als Besucher
  • Felanitx
  • Consell · 8 bis 14 Uhr Kein Wochenmarkt, sondern der größte Floh- und Antikmarkt der Insel
  • Muro · 9 bis 13 Uhr
  • Inca Deutlich kleiner als der Donnerstagsmarkt
  • Porto Cristo
  • Valldemossa Sehr klein
  • Llucmajor

Stand: Juli 2026. Markttage verschieben sich — an Feiertagen fallen sie oft aus, kleine Orte pausieren im Winter, Gemeinden verlegen Plätze. Bei weiterer Anfahrt vorher im Rathaus der Gemeinde nachfragen. Wenn Ihnen ein Fehler auffällt, schreiben Sie mir; ich korrigiere ihn.

Der älteste Markt der Insel

Sineu, seit 1306

Sineu ist der einzige Markt Mallorcas, auf dem noch lebendes Vieh gehandelt wird. Der Viehmarkt liegt etwas abseits des Ortskerns, und die meisten Besucher finden ihn nicht — was ihn zum interessantesten Teil des Vormittags macht. Man sieht dort das Porc Negre, das schwarze Inselschwein, aus dessen Fleisch die Sobrassada gemacht wird, dazu Schafe, Ziegen, Geflügel und Kaninchen.

Es ist kein Schaubetrieb. Hier wird gehandelt, und die Tiere stehen in Gattern und Käfigen — wer das nicht sehen möchte, geht in den Ortskern und verpasst nichts vom übrigen Markt.

Zwei schwarze mallorquinische Schweine im Stroh hinter einem Metallgatter auf dem Viehmarkt von Sineu.
Das Porc Negre, das schwarze Inselschwein. Aus seinem Fleisch wird die Sobrassada.
Zwei kleine dunkle Ponys mit Geschirr auf dem Viehmarkt von Sineu, im Hintergrund Besucher.
Auch Pferde und Ponys wechseln hier den Besitzer.
Gelbe und dunkle Kanarienvögel in einem Drahtkäfig auf dem Viehmarkt von Sineu.
Ein ganzer Gang nur mit Vogelkäfigen. Das gehört seit Jahrhunderten dazu.

Was man wissen sollte, bevor man hinfährt

Kommen Sie früh

Nicht wegen der Ware, sondern wegen des Parkplatzes. In Sineu, Sóller und Pollença ist um zehn Uhr alles im Ortskern belegt, und die Zufahrt wird für den Markt gesperrt. Wer um neun da ist, parkt fünf Minuten vom Platz entfernt; wer um elf kommt, zwanzig. In Sineu und Inca ist die Anreise mit dem Zug ab Palma die klar bessere Lösung.

Woran man den touristischen Teil erkennt

Fast jeder größere Markt hat zwei Hälften. Die eine verkauft Sangría-Schürzen, Lederimitate und „handgemachte" Seife aus derselben Großhandelspackung, die auf sechs Märkten gleichzeitig steht. Die andere verkauft Oliven aus dem Fass, Tomàtiga de ramellet, Sobrassada, Käse aus Menorca, Mandeln, Kräuter. Die zweite Hälfte finden Sie, wenn Sie den Ständen folgen, an denen Einheimische anstehen.

Dicht behängter Stand mit Lederimitat-Taschen in vielen Farben entlang einer Marktgasse in Alcúdia.
Die eine Hälfte: Taschen, Gürtel, Sonnenbrillen — auf jedem Markt dieselbe Ware.
Gemüsestand auf dem Markt von Alcúdia mit Kisten voller Obst und Gemüse, davor mehrere Kundinnen und eine Verkäuferin.
Die andere Hälfte: Der Stand mit der Schlange davor ist meist der richtige.
Marktstand in Cala Rajada mit großen Schalen voller Oliven und eingelegter Früchte, daneben eine digitale Waage.
Wo eine Waage steht und Kunden warten, wird nicht für Fotos verkauft.

Was sich wirklich lohnt

Mandeln, Trockenfrüchte und Kräuter sind auf dem Markt günstiger und besser als im Supermarkt. Olivenöl aus mallorquinischer Produktion ist es nicht — dafür lohnt eher eine Ölmühle. Bei Lederwaren in Inca gilt: Der Ruf stammt aus einer Zeit, in der dort noch produziert wurde. Was heute auf dem Markt liegt, kommt selten aus Inca.

Bargeld

Die meisten Stände nehmen keine Karte. Kleine Scheine mitnehmen — an einem Stand mit drei Euro Umsatz je Kunde ist ein Fünfzigeuroschein ein Problem.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu den Märkten

Welcher Wochenmarkt auf Mallorca ist der beste?

Das hängt davon ab, was Sie suchen. Sineu am Mittwoch ist der älteste und der einzige mit Viehmarkt. Inca am Donnerstag ist der größte. Sóller am Samstag hat den schönsten Rahmen. Pollença am Sonntag ist der bekannteste und entsprechend voll. Wer echtes Einkaufen sehen will statt Souvenirs, geht nach Sa Pobla am Sonntag oder auf den Pere Garau in Palma.

Wann fangen die Märkte auf Mallorca an und wie lange dauern sie?

Die meisten Märkte bauen zwischen acht und neun Uhr auf und lösen sich zwischen ein und zwei Uhr mittags wieder auf. Ab elf Uhr wird es an den großen Märkten eng, ab zwölf beginnt der Abbau. Wer den Markt und nicht die Menschenmenge sehen will, ist vor zehn Uhr da.

Finden die Märkte auch im Winter statt?

Die Märkte der Landstädte finden ganzjährig statt — sie sind Nahversorgung, kein Touristenprogramm. In den Küstenorten schrumpfen sie zwischen November und März deutlich oder pausieren ganz. Cala Millor etwa hat nur von März bis Oktober Markt.

Fallen Märkte an Feiertagen aus?

Häufig ja. An den großen spanischen Feiertagen und am jeweiligen Ortsfeiertag findet oft kein Markt statt, manchmal wird er auf den Vor- oder Folgetag verlegt. Bei einer weiteren Anfahrt lohnt der Anruf im Rathaus der Gemeinde.

Kann man auf mallorquinischen Märkten handeln?

Bei Obst, Gemüse, Käse und Wurst nicht — das sind Festpreise, und Feilschen wirkt unhöflich. Bei Textilien, Lederwaren und Souvenirs an den Ständen der fliegenden Händler ist es üblich und wird erwartet.

Was auf den Tischen liegt

Gestapelte runde Käselaibe mit dunkler Rinde auf einem Marktstand.
Ringe geräucherter und heller Wurst hängen dicht nebeneinander an Haken über einem Marktstand.
Frische silbrige Fische, kreisförmig in einer großen Messingschale angeordnet.
Lange Schnüre mit roten, grünen und gelben Paprikaschoten, aufgehängt an einem Marktstand vor blauem Himmel.
Obststand mit Schalen voller Erdbeeren, dahinter Bananen, Wassermelone und Gemüsekisten.
Schuhe in Reihen auf einem Markttisch ausgelegt, dahinter weitere Kisten und Ware.
Bunt bemalte Keramikschalen und türkisfarbene Teller, gestapelt auf einem Markttisch.
Ausgelegte Fuet-Würste mit einem Schild, auf dem Trüffel-Fuet und Preise stehen.

Aufnahmen aus Sineu, Alcúdia und Cala Rajada. Preise sind auf den Schildern zu sehen — sie stammen aus dem Aufnahmejahr und sind heute andere.

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