Palma
Stadt · 13 m · 419.000 Einwohner
Keine Inselhauptstadt im Sinne eines größeren Dorfes, sondern eine mediterrane Großstadt mit über tausend Jahren Geschichte, in der fast jeder zweite Mallorquiner lebt. Elf Stadtteile mit eigenem Charakter, eine gotische Kathedrale von europäischem Rang — und ein arabischer Stadtgrundriss, in dem man sich noch heute verläuft.
- Region
- Palma
- Einwohner
- 419.000
- Höhe
- 13 m
- Flughafen
- 8 km , rund 20 Minuten
- Mietwagen
- eher hinderlich
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Saisonkompass — wann Palma lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, September, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in August.
Ich halte es für den größten Fehler mallorquinischer Reiseplanung, Palma als Tagesausflug zu behandeln. Diese Stadt hat eine arabische Grundstruktur, eine Kathedrale, an der Gaudí gescheitert ist, 150 begehbare Renaissance-Innenhöfe, ein Modernisme-Erbe, das dem von Barcelona in nichts nachsteht, und ein Nachtleben, das mit dem Ballermann nichts zu tun hat. Drei Tage Palma sind sinnvoller als drei Tage Hotelanlage. Und die Stadt ist im Januar besser als im August — das gilt für kaum einen anderen Ort der Insel.
Eine Stadt, kein einzelner Ort
Palma hat 419.000 Einwohner — fast die Hälfte aller Menschen auf Mallorca. Eine einzelne Ortsseite kann das nicht abbilden, ohne entweder oberflächlich oder unlesbar lang zu werden. Deshalb behandle ich Palma anders als jedes Dorf: Diese Seite gibt die Übersicht, jeder Stadtteil hat eine eigene Seite mit eigenem Saisonkompass, eigenen Bildern und eigener Einschätzung.

Woher die Stadt kommt
Die Römer gründeten um 123 v. Chr. eine Siedlung namens Palma. Ab 903 gehörte die Insel zum Emirat von Córdoba, und die Stadt hieß Madina Mayurqa — mit Stadtmauer, Wasserleitungen, Bädern und einem Gassennetz, dessen Verlauf man bis heute abläuft. 1229 eroberte Jaume I. von Aragón die Stadt; die Hauptmoschee wurde abgerissen und an ihrer Stelle die Kathedrale begonnen.
Diese Schichtung ist der rote Faden durch ganz Palma: römisches Fundament, arabischer Grundriss, gotische Großbauten, Renaissance-Innenhöfe, ein Jugendstil-Ring aus der Zeit um 1900 und die Stadterweiterung des 20. Jahrhunderts. Wer nur die Kathedrale ansieht, hat eine Schicht von sechsen gesehen.

Die großen Bauwerke
La Seu, die Kathedrale, wurde 1229 begonnen und erst 1601 im Wesentlichen fertiggestellt. Ihr Mittelschiff gehört zu den höchsten der europäischen Gotik, ihre Westrosette mit annähernd 14 Metern Durchmesser zu den größten überhaupt. Zwischen 1901 und 1914 baute Antoni Gaudí das Innere um — er versetzte den Chor, öffnete den Blick auf den Altar und hängte den Baldachin auf, der bis heute unfertig wirkt, weil er es auch ist: Gaudí verließ die Baustelle im Streit. Ergänzt wurde das Ensemble ab 2001 durch die Keramikwand von Miquel Barceló in der Kapelle Sant Pere, die sich an vielen Palmesanern bis heute die Geister scheidet.
Direkt daneben steht der Palau de l’Almudaina, ursprünglich arabische Festung, nach 1229 zur Königsresidenz umgebaut und bis heute offizieller Amtssitz — ein seltener Fall, in dem ein Gebäude seit über tausend Jahren dieselbe Funktion hat.
Über der Stadt liegt das Castell de Bellver, 1300 bis 1311 unter Jaume II. errichtet und eine der wenigen kreisrunden Burgen Europas. Es diente Jahrhunderte als Gefängnis. Der Rundweg auf der Mauer bietet den besten Überblick über Stadt, Bucht und die Ausläufer der Tramuntana.
Die Llotja, die gotische Handelsbörse von Guillem Sagrera aus dem 15. Jahrhundert, ist der schönste Profanbau der Stadt: ein einziger Saal mit gedrehten Säulen, die wie Palmen in das Gewölbe übergehen.

Der Modernisme
Was in Barcelona jeder kennt, gibt es auch in Palma — nur ohne Warteschlangen. Zwischen 1900 und 1915 entstanden das Gran Hotel von Lluís Domènech i Montaner (heute Ausstellungshaus), Can Casasayas an der Plaça del Mercat und das überbordende Can Forteza Rey in der Carrer Colom. Dazu die Kirchenfassade und die Innenumbauten Gaudís. Ein Rundgang durch das Eixample-Viertel kostet nichts und dauert zwei Stunden.

Die Märkte
Mercat de l’Olivar ist die große Markthalle für Einheimische: Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, dazu Stände zum Mitessen. Mercat de Santa Catalina ist kleiner, älter (1920) und heute stärker auf Besucher ausgerichtet, aber immer noch echt. Mercat de Pere Garau im Osten ist der unaufgeregteste von allen und samstags am größten. Alle drei sind vormittags am lebendigsten und montags am ruhigsten.

Real Mallorca und das Stadion
Zu einer Stadt gehört ein Verein, und Palma hat einen mit Geschichte: den RCD Mallorca, gegründet 1916 und seit 1949 mit dem Titel „Real“ im Namen.
Gespielt wird im Estadi Mallorca Son Moix im Westen der Stadt, gut zwanzig Minuten vom Zentrum. Von der Altstadt kommt man mit dem Stadtbus hin; an Spieltagen merkt man das an den Linien deutlich.
Die großen Jahre
Die erfolgreichste Zeit des Vereins fällt in die Jahre um die Jahrtausendwende:
- 1998 gewann Mallorca die Supercopa de España, den spanischen Supercup.
- 1998/99 stand die Mannschaft im Finale des Europapokals der Pokalsieger und unterlag Lazio Rom mit 1:2 — es war die allerletzte Austragung dieses Wettbewerbs. In derselben Saison wurde der Verein Dritter der Liga, sein bestes Ergebnis überhaupt; 2000/01 wiederholte er das.
- Am 28. Juni 2003 holte Mallorca in Elche gegen Recreativo Huelva mit 3:0 die Copa del Rey — der einzige große Titel der Vereinsgeschichte.
Wo der Verein heute steht
Nach fünf Jahren in der ersten Liga stieg Mallorca am Ende der Saison 2025/26 ab — am letzten Spieltag, bei Punktgleichheit mit Osasuna und Levante, entschied die Tordifferenz.
In der Saison 2026/27 spielt der Verein daher in der zweiten spanischen Liga, der LaLiga Hypermotion.
Für Besucher heißt das vor allem: Karten sind leichter zu bekommen und deutlich günstiger als in der ersten Liga. Wer einen Sonntagabend übrig hat, bekommt hier eine sehr mallorquinische Veranstaltung — mit Publikum, das den Weg nach oben schon einmal mitgemacht hat.

Die Stadtteile
Palma ist keine Kulisse mit einem Zentrum, sondern eine Stadt aus sehr unterschiedlichen Vierteln. Ein Abend in Santa Catalina hat mit einem Nachmittag im Casc Antic wenig gemein, und Es Molinar ist von der Altstadt zwanzig Minuten und eine ganze Welt entfernt. Die Übersicht unten führt zu allen Stadtteilseiten.
Palma im Mallorca-Atlas
Die Stadtteile
Casc Antic
Die Altstadt von Palma zwischen Kathedrale, Plaça Major und der alten Stadtmauer: arabischer Gassengrundriss, gotische Großbauten, Renaissance-Innenhöfe…
El Terreno & Bellver
Hanglage westlich des Hafens, überragt vom Castell de Bellver und einem Pinienwald mitten in der Stadt. In den 1960er-Jahren das Nachtleben Mallorcas, d…
Es Jonquet
Der kleinste und eigentümlichste Stadtteil Palmas: ein Felssporn über dem Hafen mit fünf erhaltenen Windmühlen und einer Handvoll niedriger Fischerhäuse…
La Llotja & Es Puig de Sant Pere
Der Streifen zwischen Altstadt und Hafen, benannt nach der gotischen Handelsbörse Sa Llotja — dem schönsten Profanbau der Insel. Tagsüber Museen und sti…
Platja de Palma & S'Arenal
Sechs Kilometer Sandstrand östlich von Palma, von Ca'n Pastilla bis S'Arenal und Son Verí Nou — die touristisch am stärksten erschlossene Küste der Inse…
Santa Catalina
Ehemaliges Fischer- und Handwerkerviertel westlich des Hafens, heute das Viertel mit der dichtesten Gastronomie der Insel. Zweigeschossige Häuserzeilen…
Ansichten
Praktisch
- Parken
- Nicht mit dem Auto in die Altstadt — sie ist weitgehend Fußgängerzone oder Anwohnerbereich. Parkhäuser am Parc de la Mar und an der Plaça Major, günstiger die Park-and-Ride-Anlagen am Stadtrand.
- Öffentlich
- Flughafenbus A1 ins Zentrum, alle 15 Minuten, rund 20 Minuten Fahrt. Innerstädtisch das EMT-Busnetz; die Altstadt geht man ausschließlich zu Fuß. Zum Landesinneren: SFM-Züge ab Plaça d'Espanya.
- Zeitbedarf
- Mindestens zwei volle Tage. Mit Museen und Stadtteilen jenseits der Altstadt vier bis fünf.
- Hinweis
- Diese Seite gibt den Überblick. Palma ist zu groß für einen einzigen Eintrag — die elf Stadtteile weiter unten haben jeweils eigene Seiten mit eigenem Saisonkompass.
- Bus
- Flughafenbus A1 alle 15 Minuten ins Zentrum.
- Koordinaten
- 39.5696,2.6502 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Trofeo Princesa Sofía Segeln · Ende März bis Anfang April
Die Hotels in Palma sind früh belegt, die Häfen voller Trailer und Boote. Zuschauen kann man vom Ufer aus nur eingeschränkt — die Bahnen liegen weit draußen.
Copa del Rey MAPFRE Segeln · Letzte Juliwoche bis Anfang August
Palma ist in dieser Woche ohnehin am vollsten, und die Regatta legt noch etwas drauf. Rund um den Hafen und die Llotja wird es abends eng, die Preise ziehen an.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
Welcher Stadtteil für wen?
| Stadtteil | Charakter | Passt zu | Bester Monat |
|---|---|---|---|
| Casc Antic | Altstadt, Kathedrale, Gassen, Patios | Erste Reise, Kultur, zu Fuß | Oktober |
| La Llotja | Gotische Handelsbörse, Bars, Hafenrand | Abende, Essen gehen | Mai |
| Santa Catalina | Ehemaliges Fischerviertel, Markthalle | Essen, Nachtleben, Wohnen | Oktober |
| Es Jonquet | Fünf Windmühlen über dem Hafen | Kurzer Spaziergang, Fotografie | März |
| Eixample | Modernisme, Geschäfte, Wohnstadt | Architektur, Einkaufen | November |
| El Terreno | Hanglage, Castell de Bellver | Aussicht, Museen | April |
| Es Molinar | Promenade, Fischerhäuser, Strand | Baden ohne Hotelburg | September |
| Cala Major | Badebucht, Miró-Stiftung, Marivent | Strand plus Kunst | September |
| Génova | Hangdorf über der Stadt, Grillrestaurants | Abendessen mit Blick | Mai |
| Platja de Palma | Sechs Kilometer Sandstrand | Strandurlaub, Betrieb | Juli |
Alle Stadtteile haben eine eigene Seite mit vollständigem Saisonkompass — die Übersicht darunter führt hin.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Palma
Wie viele Tage sollte man für Palma einplanen?
Zwei volle Tage sind das Minimum für Altstadt, Kathedrale und einen zweiten Stadtteil. Wer Museen, Castell de Bellver und die Viertel jenseits des Zentrums mitnehmen will, braucht vier bis fünf Tage. Ein Tagesausflug reicht für die Kathedrale und einen Rundgang durch die Altstadt — mehr nicht.
Wann ist die beste Zeit für Palma?
Oktober und Mai. Beide sind warm, alles ist geöffnet, und der Andrang ist erträglich. Auch die Wintermonate November bis März lohnen ausdrücklich — Palma ist eine funktionierende Stadt und schließt nicht wie die Küstenorte. Der schlechteste Monat ist der August: heiß, viele inhabergeführte Läden in Betriebsferien, gleichzeitig Hochbetrieb durch Kreuzfahrtschiffe.
Braucht man in Palma ein Auto?
Nein, im Gegenteil. Die Altstadt ist weitgehend autofrei, Parken ist teuer und schwierig. Vom Flughafen fährt der Bus A1 alle 15 Minuten ins Zentrum. Innerhalb der Stadt kommt man mit dem EMT-Busnetz und zu Fuß überall hin. Ein Mietwagen lohnt erst für Ausflüge in die Tramuntana oder ins Landesinnere.
Kann man in Palma baden?
Ja, aber nicht im Zentrum. Die stadtnahen Badeorte sind Es Molinar und Portitxol im Osten (wo die Stadt selbst badet), Cala Major im Westen und die sechs Kilometer Sandstrand der Platja de Palma. Das Wasser ist im September am wärmsten, nicht im Juli.
Was kostet der Eintritt in die Kathedrale La Seu?
Für die Kathedrale wird Eintritt erhoben, für Gottesdienstbesucher ist der Zugang frei. Preise und Öffnungszeiten ändern sich regelmäßig und sollten vor dem Besuch auf der offiziellen Seite geprüft werden. Zweimal im Jahr, um den 2. Februar und den 11. November, gibt es das Lichtschauspiel der Rosetten — dafür braucht man gesonderte Karten, die früh ausverkauft sind.
Ist Palma dasselbe wie „Palma de Mallorca"?
Der amtliche Name der Stadt ist schlicht Palma. Der Zusatz „de Mallorca" wurde 2016 offiziell gestrichen und wird vor allem von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern weitergeführt, um Verwechslungen mit anderen Orten namens Palma zu vermeiden.
Wo findet man in Palma die Innenhöfe (Patios)?
Rund 150 Innenhöfe von Stadtpalästen des 15. bis 18. Jahrhunderts sind erhalten, die meisten im Casc Antic rund um die Carrer de Sa Portella, Carrer de Can Savellà und Carrer de Morey. Viele Tore stehen tagsüber offen, sodass man von der Gasse aus hineinsehen kann — kostenlos und ohne Führung.
Was in Reichweite liegt
Sehenswürdigkeiten
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