Artà
Stadt · 130 m · 7.700 Einwohner
Kleinstadt im Nordosten unter einer befestigten Wallfahrtskirche, umgeben von der leersten Landschaft der Insel. In der Nähe liegt Ses Païsses, eine der besterhaltenen talayotischen Siedlungen Mallorcas.
- Region
- Llevant
- Einwohner
- 7.700
- Höhe
- 130 m
- Flughafen
- 72 km , rund 70 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen Tagesausflug
Passt zu dir, wenn
- Wer eine mallorquinische Stadt sehen will, die nicht für Besucher hergerichtet wurde
- Wer dienstags da ist — der Markt gehört zu den lohnendsten der Insel
- Wer Geschichte mag: Talaiot-Siedlung, maurische Burg und Wallfahrtskirche an einem Vormittag
- Wer in den Naturpark Llevant will; hier ist das Tor dazu
Passt nicht, wenn
- Wer baden will — bis zum nächsten Strand sind es zehn Kilometer
- Wer schlecht zu Fuß ist; die Stadt ist steil, die Treppe erst recht
- Wer Nachtleben oder Einkaufsstraßen sucht
- Wer im Hochsommer mittags kommt; die Stadt liegt im Landesinneren, ohne Seewind
Saisonkompass — wann Artà lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, September, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in August.
Artà ist der Gegenentwurf zur Tramuntana: keine Postkartenkulisse, sondern eine arbeitende Kleinstadt mit einem sehr guten Dienstagsmarkt, einem Aufstieg zur Festung, der jeden Besuch trägt, und einem Umland, das man auf der Insel sonst nicht mehr findet — die Halbinsel Llevant ist Naturpark und praktisch unbebaut. Wer wissen will, wie Mallorca vor dem Tourismus aussah, fährt von hier aus nach Nordosten.
Wo die Stadt herkommt
Artà wurde 1232 erstmals urkundlich erwähnt, unter dem alten Namen Yartân. Das ist aber nur der Punkt, an dem die Schriftquellen einsetzen — besiedelt war die Gegend Jahrtausende früher. Davon zeugen die Talaiot-Anlagen Ses Païsses, S’Aigua Dolça und Sa Canova.
Auf dem Burgberg stand in maurischer Zeit eine Festung, die Almudaina genannt wurde — dasselbe Wort, das in Palma den Königspalast bezeichnet. Nach der Eroberung 1229 wurde die dortige Moschee zur christlichen Kirche umgewidmet. Die Kirche, die heute oben steht, wurde ab 1825 gebaut und 1832 geweiht; die Wehrmauer mit ihren neun Türmen ist deutlich älter.

Sant Salvador
Über der Stadt liegt eine Wallfahrtskirche in einem Mauerring mit Zinnen und Wehrgang. Die Befestigung ist ernst gemeint: Sie stammt aus der Zeit, als die Nordostküste regelmäßig von Korsaren angelaufen wurde. Man kann auf der Mauer umlaufen. Der Blick geht über die ganze Bucht von Alcúdia bis zur Tramuntana.
Hinauf führen 180 Stufen — der Kreuzweg zwischen Zypressen, gesäumt von den Arkaden des Calvari, der an der Pfarrkirche Transfiguració del Senyor beginnt. Es gibt auch eine schmale Fahrstraße. Wer schlecht zu Fuß ist, soll sie nehmen; allen anderen rate ich ab. Der Ort erklärt sich über den Höhenunterschied, und den spürt man im Auto nicht.
Die eigene Seite zur Anlage steht hier.

Ses Païsses
Zwei Kilometer außerhalb liegt eine talayotische Siedlung aus der Bronzezeit, etwa 1200 v. Chr., mit einem Zyklopenmauerring aus Blöcken von mehreren Tonnen und einem erhaltenen Torgang. Sie ist frei zugänglich, kaum besucht und deutlich beeindruckender als ihre Bekanntheit vermuten lässt. Mallorca hat über tausend solcher Fundstellen; Ses Païsses ist die begreiflichste.

Eine Stadt der Mallorquiner
Artà lebt nicht vom Tagestourismus, und das merkt man an allem: an den Geschäften, an den Preisen, daran, dass im August ein Teil der Läden Betriebsferien macht. Der Dienstagsmarkt rund um die Plaça del Conqueridor ist ein Wochenmarkt und kein Souvenirstand-Parcours — Obst, Gemüse, Käse, Handwerk, dazwischen Leute, die einkaufen statt zu schauen.
Der Ort war früher Bahnstation: Von hier fuhr die Strecke über Manacor nach Palma. Die Trasse ist stillgelegt, und seit Jahren wird daran gearbeitet, sie zu einem durchgehenden Radweg auszubauen.

Der Naturpark Llevant
Nordöstlich der Stadt beginnt ein Küstengebirge, das nie erschlossen wurde: kein Hotel, keine Straße bis ans Wasser, nur Wege. Die Buchten dort — Cala Torta, Cala Mitjana, Cala Estreta — erreicht man zu Fuß oder gar nicht. Es ist der letzte Küstenabschnitt Mallorcas dieser Größe ohne Bebauung.

Wann man kommen sollte
Der Aufstieg ist der Knackpunkt. Im März und Oktober ist er ein Vergnügen, im Juli und August mittags anstrengend — dann geht man früh oder gar nicht. Im Januar lohnt sich die Fahrt aus einem anderen Grund: Sant Antoni am 16. und 17. ist das größte Fest des Orts, seit 1581 belegt, mit Feuern in den Straßen, Dimonis und Correfoc. Wer im Winter auf der Insel ist und einen Grund für den Nordosten sucht, hat ihn hier.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Artà tut
Drei Stunden
Auto am Ortsrand abstellen, hinauf zur Pfarrkirche, dann die Calvari-Treppe zum Santuari de Sant Salvador. Oben einmal um die Mauer herum, zurück durch die Gassen zur Plaça de l'Ajuntament auf einen Kaffee.
Ein halber Tag
Zusätzlich Ses Païsses am Ortsrand, zwei Kilometer und eine gute halbe Stunde Aufenthalt. Dienstags stattdessen den Markt — der füllt denselben halben Tag.
Ein ganzer Tag
Vormittags Stadt und Berg, mittags hinaus zur Ermita de Betlem in den Bergen oder in den Naturpark Llevant zu den Buchten, die man nur zu Fuß erreicht. Nachmittags an den Strand von Colònia de Sant Pere.
Bei Regen
Die Pfarrkirche, das Museu Regional d'Artà mit den Funden aus Ses Païsses und ein langes Mittagessen. Der Aufstieg lohnt bei Regen nicht — die Stufen werden rutschig und die Aussicht fällt aus.
Feste im Jahreslauf
- 16. und 17. Januar — Sant Antoni Das größte Fest des Orts, seit 1581 belegt: Feuer in den Straßen, Dimonis, Correfoc und Tiersegnung.
- Dienstag — Wochenmarkt Rund um die Plaça del Conqueridor, etwa 8 bis 13 Uhr.
- Anfang August — Sant Salvador Patronatsfest mit Konzerten und Feuerwerk.
Praktisch
- Parken
- Unproblematisch außerhalb des Dienstagsmarkts — aber am Ortsrand, nicht im Kern; die Gassen sind eng, steil und teils Einbahnstraßen.
- Öffentlich
- Linien ab Manacor, Palma und Cala Ratjada.
- Zeitbedarf
- Ein halber Tag mit Sant Salvador und Ses Païsses. Als Standort für den Nordosten mehrere Tage.
- Hinweis
- Zum Santuari führt auch eine schmale Fahrstraße. Wer sie nimmt, spart die Treppe — und verliert den besten Teil des Besuchs.
- Bus
- Linie 411 von Manacor und Cala Ratjada, Linie 412 nach Can Picafort und Alcúdia. Von Palma mit Umstieg in Manacor, gut anderthalb Stunden.
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, ganzjährig geöffnet · Apotheke: Mehrere im Zentrum · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, Krankenhaus in Manacor (25 km) · Geldautomat: Mehrere an der Hauptstraße und an der Plaça · Tankstelle: An der Ausfallstraße Richtung Capdepera
- Zugänglichkeit
- Kopfsteinpflaster, durchgehend ansteigend; die Calvari-Treppe hat 180 Stufen · Kinderwagen: In den Hauptgassen machbar, auf der Treppe nicht · Rollstuhl: Zentrum eingeschränkt, Santuari nur über die Fahrstraße · Hunde: Kein Problem, oben an der Anlage angeleint
- Gibt es nicht
- Strand · Hotelburgen · Ebene Wege · Nachtleben
- Koordinaten
- 39.6944,3.3500 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Mallorca 312 Rennrad · Letzter Samstag im April
Das ist der Tag mit den größten Verkehrseinschränkungen des Jahres. Ab dem Nachmittag werden Abschnitte gesperrt — unter anderem zwischen Esporles und der Platja de Muro, später über Alaró, Campanet und Santa Margalida. Erst gegen Abend ist alles wieder frei. Wer an diesem Samstag mit dem Auto quer über die Insel oder auf die Ma-10 will, sollte den Termin kennen. Unterkünfte im Norden sind Monate vorher ausgebucht.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Artà
Was kann man in Artà sehen?
Den Burgberg mit dem Santuari de Sant Salvador, der von einer Wehrmauer mit neun Türmen umgeben ist, die Pfarrkirche Transfiguració del Senyor am Fuß des Bergs und die 180 Stufen der Calvari-Treppe dazwischen. Zwei Kilometer außerhalb liegt die bronzezeitliche Talaiot-Siedlung Ses Païsses. Dazu das Rathaus an der Plaça und, dienstags, der Wochenmarkt.
Wann ist Markt in Artà?
Dienstags, etwa von 8 bis 13 Uhr, rund um die Plaça del Conqueridor. Es ist ein echter Wochenmarkt mit Obst, Gemüse, Käse und Handwerk — deutlich weniger auf Besucher zugeschnitten als die Märkte an der Küste.
Wie viele Stufen hat die Treppe zum Sant Salvador?
180. Sie führen als Calvari-Treppe zwischen Zypressen von der Pfarrkirche hinauf zur Wallfahrtskirche auf dem 182 Meter hohen Hügel. Gemächlich gegangen braucht man zehn bis zwanzig Minuten; im Hochsommer sollte man das nicht mittags tun.
Kann man zum Santuari de Sant Salvador hochfahren?
Ja, eine schmale asphaltierte Straße führt hinauf, oben gibt es einige Stellplätze. Wer schlecht zu Fuß ist, nimmt sie. Alle anderen sollten die Treppe gehen — sie ist der eigentliche Weg und erzählt mehr über den Ort als die Aussicht oben.
Wie alt ist Artà?
Als Stadt wurde Artà 1232 erstmals urkundlich erwähnt, unter dem Namen Yartân. Besiedelt ist die Gegend weit länger: Die Talaiot-Anlagen Ses Païsses, S'Aigua Dolça und Sa Canova stammen aus der Bronzezeit. Auf dem Burgberg stand in maurischer Zeit eine Festung, die Almudaina genannt wurde.
Was ist Ses Païsses?
Eine talayotische Siedlung aus der Bronzezeit, etwa 1200 vor Christus, zwei Kilometer außerhalb von Artà. Erhalten sind ein Zyklopenmauerring aus mehrere Tonnen schweren Blöcken und ein begehbarer Torgang. Sie zählt zu den besterhaltenen Anlagen dieser Art auf den Balearen und ist deutlich beeindruckender, als ihre Bekanntheit vermuten lässt.
Was ist Sant Antoni in Artà?
Das größte Fest des Orts, am 16. und 17. Januar, in Artà seit 1581 belegt. In der Nacht brennen Feuer in den Straßen, die Dimonis — als Teufel verkleidete Figuren — ziehen durch die Stadt, dazu Correfoc und am Folgetag die Segnung der Tiere. Wer im Januar auf der Insel ist, sollte das nicht auslassen.
Was in Reichweite liegt
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- Santuari de Sant Salvador (Artà)
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