Valldemossa
Bergdorf · 400 m · 2.050 Einwohner
Das bekannteste Bergdorf der Insel, berühmt für einen Winter, in dem es vor allem geregnet hat. Chopin und George Sand wohnten 1838/39 in der aufgelösten Kartause. Seither kommt die halbe Insel hierher.
- Region
- Serra de Tramuntana
- Einwohner
- 2.050
- Höhe
- 400 m
- Flughafen
- 25 km , rund 35 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Saisonkompass — wann Valldemossa lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli und August.
Valldemossa ist der meistfotografierte Ort Mallorcas und hat den Preis dafür bezahlt: zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Carrer de la Rectoria den Reisegruppen. Trotzdem lohnt der Ort — nur eben nicht dann. Um acht Uhr morgens, wenn die Bäckerei die Coca de Patata aus dem Ofen holt und noch kein Bus oben ist, ist Valldemossa genau das schöne Dorf, als das es verkauft wird. Und der Blick vom Friedhof über das Tal ist einer der besten der Insel, obwohl ihn fast niemand sucht.
Was Valldemossa ist
Ein Bergdorf der Serra de Tramuntana auf 400 Metern, gut 2.000 Einwohner, eine halbe Stunde nördlich von Palma. Der Name geht auf Vall de Mussa zurück, das Tal eines maurischen Grundherrn namens Musa.
Zur Gemeinde gehören außerdem Miramar und Son Marroig an der Küstenstraße und, dreihundert Höhenmeter tiefer, der winzige Port de Valldemossa.
Bekannt ist der Ort für drei Dinge: ein Kloster, eine Heilige und einen verregneten Winter.

Die Kartause — erst Königspalast, dann Kloster
Die Reial Cartoixa war nicht von Anfang an ein Kloster. Jakob II. ließ hier oben einen Palast für seinen Sohn Sancho bauen; die Höhenluft sollte dessen Asthma bekommen. Der Bau, den man heute als Palau del Rei Sanç besichtigt, geht darauf zurück.
1399 übergab Martin der Menschliche den gesamten königlichen Besitz in Valldemossa den Kartäusern. Am 11. August 1399 lasen sie ihre erste Messe. Bis 1835 lebten die Mönche hier — dann hob die Desamortisation von Mendizábal das Kloster auf, und die Zellen gingen in Privatbesitz über.
Genau das ist der Grund, warum ein polnischer Komponist ein Jahr später darin wohnen konnte: Man vermietete die leeren Zellen als Wohnungen.
Zu sehen sind heute die Klosterkirche, die alte Apotheke mit ihren Gefäßen, die Zelle des Priors, der Kreuzgang, das Gemeindemuseum, die Zellen 2 und 4 mit den Erinnerungsstücken an Chopin und Sand sowie der Palau del Rei Sanç. Kartause und Palast werden getrennt betrieben.

Der Winter, von dem der Ort lebt
Frédéric Chopin und George Sand kamen am 8. November 1838 auf Mallorca an, zogen am 15. Dezember in die Kartause und blieben dort bis zum 11. Februar 1839. Am 13. Februar verließen sie die Insel mit dem Dampfschiff nach Barcelona. Knapp acht Wochen in Valldemossa, gut drei Monate auf der Insel.
Schön war es nicht. Es regnete, Chopin war schwer krank, die Dorfbewohner fürchteten die Schwindsucht und gingen dem Paar aus dem Weg. Sein Pleyel-Pianino — Werknummer 666, aus Paris verschifft — hing wochenlang im Zoll fest und erreichte ihn erst drei Wochen vor der Abreise. Am 22. Januar 1839 schrieb er seinem Verleger, die vierundzwanzig Préludes op. 28 seien fertig.
Das Instrument blieb auf der Insel: Die Familie Canut in Palma kaufte es dem Komponisten ab. Es ist bis heute hier.
Sand machte aus dem Winter das Buch „Un hiver à Majorque“. Sie schreibt darin ausgesprochen abschätzig über die Mallorquiner — und hat den Ort damit weltberühmt gemacht. Man kann die Ironie nicht besser einrichten.

Santa Catalina Thomàs
Am 1. Mai 1531 wurde in Valldemossa Catalina Thomàs geboren. Mit einundzwanzig trat sie in Palma in das Kloster Santa Magdalena der Augustiner-Chorfrauen ein, dort starb sie am 5. April 1574 mit dreiundvierzig Jahren.
1792 sprach Pius VI. sie selig, 1930 sprach Pius XI. sie heilig — als erste Heilige der Balearen. Auf Mallorca heißt sie nur „sa Beateta“, die kleine Selige; ihr Festtag ist der 28. Juli.
Deshalb hängen an den Häusern des Orts kleine Kacheln mit Szenen aus ihrem Leben, jede ein anderes Bild. Man bemerkt sie erst, wenn man die erste gesehen hat — und dann überall.
Ihr Geburtshaus an der Kirche Sant Bartomeu ist heute eine kleine Kapelle.

Miramar — wo Ramon Llull Arabisch unterrichtete
Vier Kilometer nördlich, an der Küstenstraße, liegt Miramar. 1276 gründete Jakob II. dort auf Bitten von Ramon Llull eine Schule für Missionare. Dreizehn Franziskaner lernten hier Arabisch und Llulls „Ars“, weil Llull überzeugt war, man könne niemanden überzeugen, dessen Sprache und Denkweise man nicht kennt. Llull selbst blieb fast drei Jahre und schrieb hier.
1872 kaufte Erzherzog Ludwig Salvator das Anwesen. Heute erinnern dort Museumsräume an beide.

Wo es leer ist
Der Friedhof am oberen Ortsrand: fünf Minuten Fußweg, kein Bus fährt hin, und der Blick über das Tal und die Terrassen ist besser als der von jeder Terrasse im Ort.
Wann man kommt
November ist der beste Monat — alles offen, kaum jemand da, das Licht tief und lang. Februar für die Mandelblüte im Tal unterhalb des Orts.
Zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Carrer de la Rectoria in der Saison den Reisegruppen. Wer um acht Uhr da ist, wenn die Bäckerei die Coca de Patata aus dem Ofen holt, sieht den Ort so, wie er auf den Bildern aussieht.
Im August sind die Parkhäuser ab zehn Uhr voll.
Ansichten
Praktisch
- Parken
- Zwei kostenpflichtige Parkplätze am Ortseingang. Im Sommer ab zehn Uhr voll; im Ort selbst gibt es nichts.
- Öffentlich
- Linie 203 ab Palma, etwa stündlich, knapp 30 Minuten. Dieselbe Linie fährt weiter über Deià nach Sóller.
- Zeitbedarf
- Zwei bis drei Stunden für Ort und Kartause. Mit der Wanderung zum Port de Valldemossa ein ganzer Tag.
- Hinweis
- Die Kartause und der Palau del Rei Sanç werden getrennt betrieben; das Kombiticket lohnt nur, wenn man beides wirklich sehen will.
- Bus
- Linie 203 ab Palma
- Zugänglichkeit
- Kopfsteinpflaster und Treppengassen, durchgehend ansteigend · Kinderwagen: Mühsam · Rollstuhl: Hauptstraße eingeschränkt, die Gassen nicht · Hunde: Angeleint, in der Kartause nicht
- Gibt es nicht
- Ruhe zwischen zehn und siebzehn Uhr · Parkplätze im Ort · Ebene Wege · Strand
- Koordinaten
- 39.7096,2.6222 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Mallorca 312 Rennrad · Letzter Samstag im April
Das ist der Tag mit den größten Verkehrseinschränkungen des Jahres. Ab dem Nachmittag werden Abschnitte gesperrt — unter anderem zwischen Esporles und der Platja de Muro, später über Alaró, Campanet und Santa Margalida. Erst gegen Abend ist alles wieder frei. Wer an diesem Samstag mit dem Auto quer über die Insel oder auf die Ma-10 will, sollte den Termin kennen. Unterkünfte im Norden sind Monate vorher ausgebucht.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
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