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Mallorca Atlas Ort für Ort

Strände und Buchten auf Mallorca

Es gibt nicht die eine schöne Bucht auf Mallorca — es gibt sehr viele, und welche davon zu Ihrem Tag passt, entscheidet sich an vier Dingen. Drei davon lassen sich vor der Abfahrt klären.

Ranglisten der „zehn schönsten Strände" haben ein Problem: Sie beschreiben eine Bucht bei bestem Wetter, leerem Parkplatz und Vormittagslicht. Genau so treffen Sie sie fast nie an. Dieselbe Bucht kann am Dienstag der schönste Platz der Insel sein und am Freitag die falsche Entscheidung — je nachdem, woher der Wind kommt und um welche Uhrzeit Sie ankommen.

Deshalb finden Sie hier keine Rangliste, sondern zwei Dinge: die vier Eigenschaften, an denen Sie selbst entscheiden können — und weiter unten eine vollständige Übersicht aller Strände und Buchten des Mallorca-Atlas, nach Küsten sortiert und jeweils in einem Satz beschrieben.

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Windrichtung

Die wichtigste Frage, und die einzige, die niemand stellt.

Mallorca hat eine Ostküste, eine Südküste und eine Nordwestküste, und sie liegen bei jedem Wetter unterschiedlich. Weht der Nordost, ist die Bucht von Alcúdia aufgewühlt und die Südküste spiegelglatt. Weht der Südwest, ist es umgekehrt. Wer morgens die Windrichtung nachsieht und danach entscheidet, hat den halben Tag gewonnen — und braucht dafür keine Ortskenntnis, nur eine Wetterseite.

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Zugang

Wie weit vom Auto zum Wasser, und wie steil.

Zwischen „Parkplatz am Sand" und „zwanzig Minuten über Fels und Wurzeln" liegt der Unterschied zwischen einer vollen und einer leeren Bucht. Die schönsten Calas des Südostens erreicht man nur zu Fuß, und genau deshalb sind sie schön geblieben. Wer mit kleinen Kindern, Kühltasche und Schirm anrückt, sollte das vorher wissen; wer Ruhe sucht, sucht gezielt danach.

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Tageszeit

Dieselbe Bucht ist morgens ein anderer Ort als um vier.

Die meisten Buchten füllen sich zwischen elf und drei. Wer um neun da ist, hat oft eine Stunde für sich, und in den engen Calas des Ostens steht das Licht dann besser. Umgekehrt leeren sich viele Strände ab fünf, wenn die Ausflugsboote weg sind. In tiefen Einschnitten steht die Sonne allerdings nur ein paar Stunden über der Bucht — nachmittags liegt dort Schatten.

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Untergrund

Sand, Kies, Felsplatten oder Seegras.

Nicht jede schöne Bucht ist eine Badebucht. An der Südküste liegt angespültes Seegras — das ist kein Schmutz, sondern Küstenschutz, und es wird an vielen Stellen bewusst liegen gelassen. Über Felsplatten ist das Wasser am klarsten und zum Schnorcheln am besten, der Einstieg dafür rutschig. Badeschuhe lösen mehr Probleme, als sie kosten.

Die drei Küsten

Für die Windfrage genügt eine grobe Einteilung. Der Nordwesten zwischen Andratx und Formentor ist Steilküste: wenig Sand, tiefes Wasser, bei Tramuntana-Wind ungemütlich. Was es dort gibt, sind Einschnitte wie Sa Calobra oder der Hafen von Port de Sóller — geschützt, aber selten leer.

Der Osten von Capdepera bis Santanyí ist Kalkstein voller Einschnitte: die Calas. Klein, tief, klar, mit Kiefern bis ans Wasser — und im Sommer der am stärksten überlaufene Küstenabschnitt der Insel. Wer dorthin will, fährt früh oder gar nicht.

Der Süden zwischen Llucmajor und Colònia de Sant Jordi hat die weitesten Sandflächen, Es Trenc voran, dazu Dünen und Seegras. Flach, hell, windanfällig aus Südwest — und bei Nordwind die ruhigste Küste der Insel.

Was auf den Ortsseiten steht

Jede Bucht im Mallorca-Atlas hat einen Saisonkompass: für jeden Monat, wie voll es ist, was geöffnet hat und ob sich die Fahrt lohnt. Dazu die Felder Untergrund, Zugang und was es hier nicht gibt. Das ist genau die Information, die vor der Abfahrt zählt — und der Grund, warum in diesem Kapitel keine Liste steht.

Ein Hinweis, der überall gilt: An vielen Calas sperrt die Gemeinde im Hochsommer die Zufahrt, sobald die Parkplätze voll sind. Das ist keine Schikane, sondern der einzige Weg, die Zufahrtsstraßen befahrbar zu halten. Wer um neun da ist, merkt davon nichts.

Alle 35 Badestellen im Mallorca-Atlas

Strände und Buchten Mallorcas im Überblick

Nach Küsten sortiert, jeweils mit einem Satz zur Orientierung. Ein Klick führt zur vollständigen Seite mit Saisonkompass, Zugang, Untergrund und dem, was vor Ort fehlt.

Norden und Osten

Zwei sehr verschiedene Küsten unter einem Namen: im Norden die weiten, flach abfallenden Sandstrände der Buchten von Alcúdia und Pollença — die beste Wahl für Familien. Weiter südlich die Calas, schmale Einschnitte im Fels mit Kiefern bis ans Wasser, klein und im Hochsommer früh belegt.

Die bewachsene Insel Illa d'Alcanada mit ihrem weißen Leuchtturm auf der Kuppe, umgeben von tiefblauem Wasser, dahinter der Horizont der Bucht.
Alcanada Alcúdia

Der stille Gegenpol zu Port d'Alcúdia, drei Kilometer östlich:

Blick von einer bewaldeten Anhöhe auf die Cala Agulla: tiefblaues und türkisfarbenes Wasser, ein heller Sandbogen und dichter Kiefernwald dahinter, im Hintergrund die Häuser von Cala Ratjada.
Cala Agulla Capdepera

Die große Sandbucht nordwestlich von Cala Ratjada:

Die Cala Brafi mit sehr klarem türkis- und grünblauem Wasser zwischen niedrigen Felsufern, ringsum dichter grüner Bewuchs bis ans Wasser.
Cala Brafi Felanitx

130 Meter Bucht ohne alles:

Dicht belegter goldgelber Sandstrand der Cala d'en Marçal mit Schirmreihen und Badegästen, davor sehr klares türkisfarbenes Wasser.
Cala d'en Marçal Felanitx

Goldgelber Sand, flacher Einstieg und eine eigene Bushaltestelle:

Eine der Buchten von Cala d'Or mit leuchtend türkisfarbenem Wasser, hellen Felsufern und niedrigen weißen Häusern zwischen Kiefern am Hang.
Cala d'Or Santanyí

Ein Ferienort, der in den 1930er-Jahren am Reißbrett entworfen wurde — von einem Ibizenker, im Stil seiner Heimat.

Blick von oben auf eine Bucht von Cala de Sant Vicenç mit türkisfarbenem Wasser, hellem Sandstrand mit Schirmen und den weißen Hotelbauten dahinter, im Hintergrund die kahlen Berge der Tramuntana.
Cala de Sant Vicenç Pollença

Vier kleine Buchten unter der 300 Meter hohen Felswand des Cavall Bernat.

Die Cala Llombards mit hellem Sandstrand und einer Reihe Strohschirme, davor türkisfarbenes klares Wasser, gerahmt von hellen Felswänden mit Kiefern.
Cala Llombards Santanyí

Weißer Strand zwischen hohen Felswänden, davor kristallklares Wasser, an den Rändern Fischerhäuser mit Bootstoren …

Blick von einer Anhöhe über Macchia hinweg auf die Bucht der Cala Mesquida mit hellem Sandstrand, türkisfarbenem Wasser und den weißen Häusern der Siedlung am linken Buchtrand.
Cala Mesquida Capdepera

Dreihundert Meter Sand zwischen zwei flachen Felsen, dahinter ein Dünensystem im Naturschutzgebiet, über das ein …

Die weite Bucht von Cala Millor mit türkisfarbenem klarem Wasser, hellem Sandstrand und der Hotelzeile dahinter unter blauem Himmel.
Cala Millor Son Servera

Fast zwei Kilometer heller Sand, eine autofreie Promenade dahinter, Hotels in zweiter Reihe.

Kleine Bucht der Cala Moltó mit hellem Sandstreifen zwischen Felsen, im ruhigen Wasser ankern zwei Segelboote, dahinter eine bewaldete Landzunge.
Cala Moltó Capdepera

Die kleine Bucht hinter der Cala Agulla:

Blick von oben auf den Strand S'Amarador in der Cala Mondragó: heller Sandbogen mit Badegästen, türkisfarbenes Wasser und dichter Kiefernwald ringsum.
Cala Mondragó Santanyí

Drei Strände in einem Naturpark:

Der Hafen von Cala Ratjada mit dicht liegenden weißen Motorbooten, dahinter die Häuser- und Lokalzeile am Kai und bewaldete Hügel.
Cala Ratjada Capdepera

Nach Palma der zweitwichtigste Fischereihafen der Insel — und zugleich der deutscheste Ferienort Mallorcas.

Alte Fischer- und Bootshäuser aus hellem Sandstein über der Felsbucht Cala s'Almunia, davor türkisfarbenes Wasser und blanker Fels.
Cala s'Almunia Santanyí

Keine Badebucht im üblichen Sinn:

Blick durch Kiefernzweige auf die Cala Santanyí mit hellem Sandstrand, türkisfarbenem Wasser und den weißen Hotelbauten am Buchtrand.
Cala Santanyí Santanyí

Weißer Sand in einer Felsenbucht, flach ins Wasser abfallend, Hotels direkt dahinter.

Blick von der Felskante hinunter auf den Caló des Moro: ein kleiner heller Sandstreifen zwischen steilen Felswänden, davor türkisfarbenes und tiefblaues Wasser, dahinter eine bewachsene Landzunge.
Caló des Moro Santanyí

Die meistfotografierte Bucht Mallorcas — und eine der wenigen, die man wirklich klettern muss:

Blick über flaches, klares Wasser und vorgelagerte Felsplatten auf die weiße Hotelzeile von Can Picafort, davor der schmale Sandstrand mit Liegenreihen und Strohschirmen; am rechten Horizont ein Leuchtturm und die Berge der Halbinsel.
Can Picafort Santa Margalida

Aus einem Fischerdorf von 1860 wurde eine reine Touristenhochburg — und der Ort macht kein Geheimnis daraus.

Blick von oben über Kiefern und ein Ziegeldach hinweg auf die Bucht von Canyamel mit türkisfarbenem Wasser, hellem Sandstrand und der Hotelzeile am Buchtrand.
Canyamel Capdepera

Eine breite Sandbucht mit Kiefernhang dahinter, ein paar Hotels, ein Golfplatz — und sonst wenig.

Flache, gelbliche Felsplatten am ruhigen, tiefblauen Wasser der Bucht, auf einem Felsen eine Möwe und ein alter Betonbunker; gegenüber der bewaldete Bergzug der Halbinsel Victòria mit einem weißen Leuchtturm am Ufer.
Colònia de Sant Pere Artà

1880 gegründet, seither kaum gewachsen:

Der Strand von Formentor mit türkisfarbenem Flachwasser und heller Sandsichel, rechts ein weißer Rettungsturm unter Kiefern, im Hintergrund der bewaldete Bergrücken der Halbinsel.
Platja de Formentor Pollença

Der bekannteste Strand des Nordens:

Weiter, fast menschenleerer Sandstrand unter Wolkenhimmel, links eine niedrige bewachsene Düne statt Bebauung, rechts die auflaufende Brandung; zwei Spaziergänger am Wasser, am fernen Horizont die Landzunge von Alcanada und die Berge.
Platja de Muro Muro

Der Abschnitt der Bucht von Alcúdia, an dem keine Hotelzeile steht, sondern Dünen und Kiefern.

Blauer ALCUDIA-Schriftzug als überlebensgroße Buchstabenskulptur auf der gepflasterten Hafenpromenade von Port d'Alcúdia, links Motorboote und Segelmasten im Jachthafen, rechts eine Reihe hoher Dattelpalmen.
Port d'Alcúdia Alcúdia

Fünf Kilometer heller Sandstrand, flach ins Wasser abfallend, dahinter eine durchgehende Reihe aus Hotels, Bars …

Blick von einer bewaldeten Anhöhe über die Bucht von Pollença: im Vordergrund Kiefernwald und einzelne Häuser, davor Dutzende ankernder Segelboote, dahinter der langgestreckte Ort und die blau gestaffelten Ketten der Serra de Tramuntana.
Port de Pollença Pollença

Der ruhigere, teurere Nachbar in der Bucht nebenan.

Der Sandstrand von Porto Cristo am Ende der geschützten Bucht mit türkisfarbenem Wasser, Badegästen und der Hotel- und Häuserzeile am Hang dahinter.
Porto Cristo Manacor

Der Ort mit den zwei Uhrzeiten:

Weiße Häuser mit grünen Bootshaustoren direkt am Wasser des Naturhafens von Porto Petro, davor liegen kleine Fischerboote im ruhigen, klaren Wasser.
Porto Petro Santanyí

Anderthalb Kilometer und eine Welt von Cala d'Or entfernt:

Reihe farbiger Bootsschuppen mit blauen, grünen und roten Toren am Ufer von Portocolom, davor liegende Fischerboote im ruhigen Wasser des Naturhafens.
Portocolom Felanitx

Einer der größten Naturhäfen der Insel — und der Ostküstenort, den der Massentourismus nie gefunden hat.

Weiter heller Sandstrand von Son Serra de Marina mit türkisfarbenem Flachwasser, fast menschenleer, im Hintergrund die Bergkette des Massís d'Artà unter blauem Himmel.
Son Serra de Marina Santa Margalida

Ein Ort wie auf dem Reißbrett:

Süden und Südwesten

Von Es Trenc bis zur Südspitze liegen die längsten hellen Sandstrände der Insel; die Seegraswiesen davor sind der Grund für das Türkis. Bei Nordwind ist das die ruhigste Küste Mallorcas. Im Südwesten um Calvià folgen dann die gut erschlossenen Badebuchten.

Westen und Tramuntana

An der Steilküste sind Badestellen selten und fast immer felsig oder kiesig. Dafür ist das Wasser tief und klar, und selbst im August ist hier weniger los als anderswo.

Palma und die Bucht

Stadtstrände mit kurzen Wegen, Bus vor der Tür und Versorgung im Rücken. Wer in Palma wohnt, muss für einen Nachmittag am Wasser nicht aus der Stadt hinaus.

Häufige Fragen

Welche ist die schönste Bucht Mallorcas?

Darauf gibt es zum Glück nicht nur eine Antwort — Mallorca hat sehr viele schöne Buchten, und welche davon Ihnen den besten Tag macht, hängt vom Tag selbst ab. Bei Nordwind ist es eine andere als bei Südwind, mit kleinen Kindern eine andere als zum Schnorcheln, und im August eine andere als im Mai. Vier Dinge entscheiden das: Windrichtung, Zugang, Tageszeit und Untergrund. Wer die durchgeht, findet zuverlässig die passende — und unten auf dieser Seite stehen alle Strände und Buchten des Mallorca-Atlas mit einer kurzen Beschreibung.

Wo ist es bei Nordwind ruhig?

An der Süd- und Südwestküste. Weht der Tramuntana aus Nordwest oder der Nordost, liegen die Buchten zwischen Palma und Colònia de Sant Jordi im Windschatten, während im Norden Wellen laufen. Bei Südwind gilt das Gegenteil: dann ist die Bucht von Alcúdia die ruhigere Wahl.

Ist Seegras am Strand ein schlechtes Zeichen?

Nein. Die Posidonia-Wiesen vor der Küste sind der Grund, warum das Wasser hier so klar ist, und das angespülte Material schützt den Strand im Winter vor Abtrag. An vielen Stränden wird es deshalb absichtlich nicht geräumt. Wer freien Sand erwartet, sollte das wissen; wer klares Wasser will, sollte sich freuen.

Wann sind die Buchten am leersten?

Vor zehn und nach fünf, und in den Monaten Mai, Juni, September und Oktober. Im Juli und August ist an den bekannten Calas des Südostens gegen elf Uhr kein Platz mehr — dort wird teilweise der Zufahrtsweg gesperrt, wenn die Parkplätze voll sind.

Kann man im Winter baden?

Möglich ja, angenehm eher nicht. Das Mittelmeer ist im September am wärmsten und kühlt bis März langsam aus; im Januar und Februar liegt es am tiefsten. Wer im Winter kommt, kommt zum Gehen, nicht zum Schwimmen — dafür sind die Buchten dann leer und das Licht klarer als im Sommer.