Cala Ratjada
Küstenort · Gemeinde Capdepera · 10 m · 6.000 Einwohner
Nach Palma der zweitwichtigste Fischereihafen der Insel — und zugleich der deutscheste Ferienort Mallorcas. Drei Badebuchten in Gehweite, ein Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert und ein Skulpturenpark auf dem Hügel darüber.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Capdepera
- Einwohner
- 6.000
- Höhe
- 10 m
- Flughafen
- 80 km , rund 80 Minuten
- Mietwagen
- verzichtbar
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Wer drei verschiedene Badebuchten in Gehweite haben will
- Wer einen echten Fischereihafen sehen will, keinen Yachthafen
- Wer ohne Auto auskommen möchte — vieles liegt zu Fuß beieinander
- Wer Küstenwege mag; nach Cala Gat und zum Leuchtturm geht man am Wasser entlang
Passt nicht, wenn
- Wer im Juli und August Ruhe sucht
- Wer einen unverbauten Ort erwartet
- Wer im Winter kommt und Betrieb braucht — dann ist vieles geschlossen
- Wer einen langen, durchgehenden Sandstrand will
Saisonkompass — wann Cala Ratjada lohnt
Lohnt in März, April, Mai, Juni, September und Oktober. Eher meiden in Juli und August. Weitgehend geschlossen in Januar, Februar und Dezember.
Cala Ratjada ist zwei Orte in einem, und beide sind echt. Der eine ist ein arbeitender Fischereihafen mit alten Holzbooten und den denkmalgeschützten weißen Langustenhäusern am Ostrand. Der andere ist der Ferienort, den halb Deutschland kennt, mit allem, was dazugehört. Wer nur den zweiten sieht, wundert sich über den Ruf; wer um acht Uhr am Hafen steht, während die Boote einlaufen, versteht ihn. Im Juli und August würde ich hier nicht wohnen wollen. Im Mai und im Oktober schon.
Zwei Orte in einem
Cala Ratjada wurde im 17. Jahrhundert von den Einwohnern Capdeperas gegründet — als die Piratenüberfälle nachließen und man es wagen konnte, unten am Wasser zu leben. Daraus wurde ein Fischerort, und der ist er bis heute: nach Palma der zweitwichtigste Fischereihafen Mallorcas.
Bekannt war der Ort früher für seine Langusten. Davon zeugen die quaderförmigen weißen Gebäude am Ostrand des Hafens, die unter Denkmalschutz stehen.
Darüber hat sich der Ferienort gelegt. Schon Anfang der 1930er Jahre ließen sich hier deutschsprachige Exilanten nieder — eine der Wurzeln dafür, dass Cala Ratjada bis heute als der deutscheste Ort der Insel gilt. In der Pfarrkirche findet sonntags um 11 Uhr ein deutschsprachiger Gottesdienst der evangelischen Gemeinde statt.

Die Buchten
Drei liegen in unmittelbarer Nähe, und sie sind verschieden genug, dass die Wahl den Tag bestimmt:
Son Moll ist der Ortsstrand — kurzer Weg, volle Infrastruktur, wenig Schatten, im Sommer entsprechend voll.
Cala Gat im Südosten ist klein, von Kiefern gesäumt und über den Küstenweg zu Fuß erreichbar. Wer nicht früh da ist, findet keinen Platz.
Cala Agulla im Nordwesten ist die größte: langer Sandstrand mit Dünen dahinter, mit dem Ortsbus oder in gut einer halben Stunde zu Fuß erreichbar.
Etwas weiter nördlich folgt die Cala Mesquida. Und dazwischen liegen unzählige kleine Felsbuchten, in denen kaum jemand ist und das Wasser am klarsten — die eigentliche Adresse für Schnorchler.

Der Küstenweg
Wer den Ort verstehen will, geht ihn: vom Hafen an den weißen Langustenhäusern vorbei nach Osten, über den Fels bis zur Cala Gat und weiter hinauf zum Far de Capdepera, dem Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert auf der Punta de Capdepera, 55 Meter über dem Wasser. Es ist der östlichste Punkt Mallorcas; bei klarer Luft sieht man Menorca.

Was fast niemand sieht
Östlich des Orts, auf dem Hügel, liegen die Jardines March — rund 60.000 Quadratmeter Park zum Anwesen des Bankiers Juan March, mit zahlreichen modernen Skulpturen zwischen den Pflanzungen. Es ist die einzige kulturelle Adresse dieser Größe im Nordosten und wird von den meisten Gästen übersehen.

Wann man kommt
Mai und Oktober sind die richtigen Monate. Im Juli und August ist der Ort an seiner Belastungsgrenze: Parkplätze aussichtslos, die Buchten ab dem Vormittag belegt. Im Winter macht ein großer Teil der Gastronomie zu — die Küstenwege und der Leuchtturm bleiben aber, und dann hat man sie für sich.

Der Markt
Samstags auf der Plaça dels Pins, vormittags. Es ist kein reiner Bauernmarkt, sondern ein gemischter Wochenmarkt: Oliven, Wurst und Schinken neben Keramik, Textilien und Accessoires. Handeln ist üblich.
Wer die Lebensmittel im Blick hat, kommt früh und geht zu den Ständen, an denen probieren lassen wird. Wer Keramik kaufen will, sollte wissen, dass man hier Ferienortpreise zahlt — auf den Märkten im Landesinneren, etwa in Artà am Dienstag, ist dasselbe günstiger.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Cala Ratjada tut
Drei Stunden
Am Hafen anfangen, an den weißen Langustenhäusern vorbei den Küstenweg nach Osten bis zur Cala Gat, zurück über die Promenade und einen Kaffee am Wasser.
Ein halber Tag
Zusätzlich hinauf zum Far de Capdepera auf der Punta de Capdepera — 55 Meter über dem Wasser, mit Blick bis Menorca, wenn die Luft klar ist.
Ein ganzer Tag
Vormittags die Cala Agulla oder die Cala Mesquida, mittags in den Ort, nachmittags hinauf nach Capdepera zur Festung. Samstags stattdessen der Markt auf der Plaça dels Pins.
Bei Regen
Die Coves d'Artà, eine gute Viertelstunde westlich, oder der Ortskern von Capdepera mit Lokalen unter Arkaden.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Feiner Sand an Son Moll und Cala Agulla, Fels an den kleinen Buchten
- Einstieg
- An Son Moll flach, an Cala Gat über Felsstufen
- Länge
- Son Moll rund 200 Meter; die Cala Agulla deutlich länger
- Schatten
- An Son Moll kaum, an der Cala Gat einzelne Kiefern
- Wind
- Bei Nordwind läuft an der Nordküste Brandung auf — dann ist Son Moll geschützter
- Mit Kindern
- Son Moll gut, Cala Gat nur mit Aufsicht
- Vor Ort
- Liegen und Schirme an Son Moll und Cala Agulla · Strandbars und Lokale · Rettungsschwimmer in der Saison
Feste im Jahreslauf
- Samstag — Wochenmarkt Auf der Plaça dels Pins, einheimische Produkte und Textilien.
- 16. Juli — Verge del Carme Fest der Seeleute mit Bootsprozession im Hafen.
- Dritte Maiwoche — Mercat Medieval Capdepera Im Nachbarort, acht Minuten entfernt — der größte Termin der Gemeinde.
Praktisch
- Parken
- Kostenpflichtig im Zentrum und am Hafen, im Sommer ab dem Vormittag knapp. An der Cala Agulla gibt es einen großen, kostenpflichtigen Parkplatz.
- Öffentlich
- Linie 411 Richtung Artà und Manacor, dazu Ortslinien zu den Buchten
- Zeitbedarf
- Als Standort eine Woche, als Ausflug ein halber Tag
- Hinweis
- Samstags ist Markt auf der Plaça dels Pins. Der Küstenweg vom Hafen zur Cala Gat und weiter zum Leuchtturm ist der beste Weg, den Ort kennenzulernen.
- Bus
- Linie 411 über Capdepera, Artà und Manacor nach Palma; Ortsverbindungen zur Cala Agulla und nach Cala Mesquida. In der Saison zusätzliche Fahrten.
- Taxi
- ab Flughafen Palma rund 110 bis 140 Euro
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, in der Saison lange geöffnet · Apotheke: Mehrere · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, Krankenhaus in Manacor · Geldautomat: Reichlich · Tankstelle: An der Ausfallstraße nach Capdepera
- Zugänglichkeit
- Promenade eben und gepflastert; die Küstenwege teils Fels und Stufen · Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt, auf den Küstenwegen nicht · Rollstuhl: Promenade und Hafen befahrbar, Buchten eingeschränkt · Hunde: An den Badebuchten in der Saison nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Ein unverbauter Ortskern · Ruhe im Hochsommer · Langer durchgehender Sandstrand
- Koordinaten
- 39.7117,3.4597 Google Maps Apple Karten
Die drei Buchten in Gehweite
| Bucht | Lage | Passt für | Haken |
|---|---|---|---|
| Son Moll | im Ort | kurzer Weg, Familien, Infrastruktur | wenig Schatten, im Sommer voll |
| Cala Gat | südöstlich, am Küstenweg | kleine Bucht, Schnorcheln, Kiefernschatten | sehr klein, schnell belegt |
| Cala Agulla | nordwestlich, Bus oder 30 Min. zu Fuß | langer Sandstrand, Dünen | Parkplatz kostenpflichtig, im Sommer voll |
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Cala Ratjada
Heißt es Cala Ratjada oder Cala Rajada?
Beides ist gebräuchlich. Cala Ratjada ist die ältere, im Deutschen weit verbreitete Schreibweise, Cala Rajada die heute amtlich verwendete katalanische Form. Gemeint ist derselbe Ort.
Welche Strände gibt es in Cala Ratjada?
Der Ortsstrand Son Moll liegt mitten im Ort. Südöstlich, am Küstenweg, liegt die kleine Cala Gat, nordwestlich die deutlich größere Cala Agulla mit Dünen. Etwas weiter nördlich folgt die Cala Mesquida. Dazu kommen zahlreiche kleine Felsbuchten, die vor allem zum Schnorcheln taugen.
Was ist der Far de Capdepera?
Der Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert auf der Punta de Capdepera, 55 Meter über dem Wasser, östlich von Cala Ratjada. Er ist der östlichste Punkt Mallorcas; bei klarer Luft sieht man von dort Menorca. Der Weg dorthin führt über den Küstenweg oder eine kurze Straße.
Was sind die Jardines March?
Ein rund 60.000 Quadratmeter großer Park auf dem Hügel östlich des Orts, angelegt zum Anwesen des Bankiers Juan March. Zwischen den Pflanzungen stehen zahlreiche moderne Skulpturen. Der Park ist eine der wenigen kulturellen Adressen der Gegend und wird von den meisten Badegästen übersehen.
Wann ist Markt in Cala Ratjada?
Samstags auf der Plaça dels Pins. Verkauft werden einheimische Produkte, Textilien und Accessoires. Es ist kein reiner Bauernmarkt, sondern ein gemischter Wochenmarkt — Handeln ist üblich.
Warum ist Cala Ratjada bei Deutschen so beliebt?
Das hat eine lange Vorgeschichte: Bereits Anfang der 1930er Jahre ließen sich hier deutschsprachige Exilanten nieder. Daraus entstand über Jahrzehnte eine Infrastruktur, die deutschsprachige Gäste anzieht — bis hin zu einem deutschsprachigen Gottesdienst der evangelischen Gemeinde, der sonntags um 11 Uhr in der Pfarrkirche stattfindet.
Braucht man in Cala Ratjada ein Auto?
Nein. Hafen, Ortsstrand Son Moll, Cala Gat und der Leuchtturm sind zu Fuß erreichbar, die Cala Agulla und Cala Mesquida mit dem Ortsbus. Für Ausflüge nach Artà, zu den Coves d'Artà oder in die Berge ist ein Auto praktisch, für den Alltag im Ort nicht nötig.
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