Port de Pollença
Küstenort · Gemeinde Pollença · 3 m
Der ruhigere, teurere Nachbar in der Bucht nebenan. Eine Kiefernpromenade am Wasser, ein Königlicher Yachtclub und eines der besten Segelreviere Europas — entstanden aus Thermik zwischen zwei Gebirgszügen. Der einzige Ferienort der Region, der auch im Winter nicht ganz zumacht.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Pollença
- Höhe
- 3 m
- Flughafen
- 65 km , rund 60 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Segler, Surfer und Kiter — die Bucht gilt als eines der besten Reviere Europas
- Wer einen ruhigen Ferienort mit gepflegter Promenade sucht
- Radfahrer im Frühjahr; die Tramuntana beginnt direkt hinter dem Ort
- Wer auch im Winter etwas Leben am Ort haben will
Passt nicht, wenn
- Wer günstig essen und trinken will — es ist spürbar teurer als die Nachbarorte
- Wer Nachtleben sucht
- Wer im August Ruhe erwartet
- Wer den flachsten Kinderstrand der Bucht braucht — der liegt in Port d'Alcúdia
Saisonkompass — wann Port de Pollença lohnt
Lohnt in März, April, Mai, Juni, September und Oktober. Eher meiden in August.
Die Bucht nebenan
Von Port d’Alcúdia sind es zwanzig Autominuten, und man ist in einer anderen Welt. Wo dort fünf Kilometer Hotelzeile am Wasser stehen, liegt hier eine Kiefernpromenade; wo dort Familien mit Schwimmflügeln ins Flachwasser waten, liegen hier ankernde Segelyachten bis weit in die Bucht hinaus. Beide Orte teilen dieselbe Küste und haben fast nichts gemeinsam.
Port de Pollença war einmal der Hafen der Stadt Pollença, die sechs Kilometer landeinwärts liegt. Heute ist er ein Ferienort mit eigenem Charakter — ruhiger als seine Nachbarn, gepflegter, und spürbar teurer. Das Publikum ist traditionell britisch und spanisch, und das merkt man an den Preisen ebenso wie am Ton.

Warum hier die Segler sind
Der Grund liegt in der Landschaft. Die Bucht wird von zwei parallel verlaufenden Gebirgszügen eingefasst. Im Sommer heizt sich das Land auf, die Luft steigt, und über dem Wasser entsteht dazwischen ein Seewind, der fast jeden Nachmittag verlässlich einsetzt.
Verlässlich ist dabei das entscheidende Wort. Nicht besonders viel Wind macht ein gutes Revier, sondern berechenbarer — und deshalb gilt die Bucht von Pollença als eines der besten Segelreviere Europas. Surfer und Kiter sehen das genauso. Hier liegt außerdem der Reial Club Nàutic, neben Palma der einzige Königliche Yachtclub der Balearen.
Wer selbst nicht segelt, hat trotzdem etwas davon: Ab dem frühen Nachmittag kommt Bewegung in die Bucht, und man kann von der Promenade aus zusehen, wie ein Boot nach dem anderen ausläuft.

Die Kiefernpromenade
Sie ist das Bild, das von diesem Ort bleibt. Alte Aleppokiefern stehen dicht am Wasser, ihre Kronen legen sich über einen Natursteinweg, und darunter geht man kilometerweit mit Blick auf die Berge der Gegenseite. Kleine gemauerte Stege führen in Abständen ins Wasser.
Nehmen Sie sich die Zeit dafür, und gehen Sie sie nicht mittags. Am schönsten ist sie früh am Morgen, wenn das Wasser noch spiegelglatt ist und die Boote reglos stehen — oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne von hinten durch die Kiefern kommt.

Der Strand
Eine anderthalb Kilometer lange Sichel aus feinem Sand, flach abfallend, aber nicht so extrem flach wie in Port d’Alcúdia — wer mit Kleinkindern reist, ist eine Bucht weiter besser aufgehoben. Dafür schwimmt man hier mit Blick auf die Tramuntana, und das haben nicht viele Orte der Insel.
Ein praktischer Hinweis, der mit dem Segelrevier zusammenhängt: Wenn nachmittags die Thermik einsetzt, wird es am Strand windig. Sonnenschirme wollen dann fest im Sand stehen, und Handtücher haben die Angewohnheit, wegzufliegen. Wer Windstille sucht, ist vormittags am Strand.

Die Flugzeuge
Nördlich des Orts beginnt militärisches Sperrgebiet. Von dort operieren Löschflugzeuge, und sie üben regelmäßig über der Bucht: Sie kommen im Tiefflug herunter, nehmen im Vorbeifliegen Wasser auf und steigen wieder weg. Vom Ufer aus sieht man das aus nächster Nähe — hier ist es Alltag und nicht die Ausnahme.
Übrigens nicht nur hier: Wo es brennt, holen sich diese Maschinen ihr Wasser aus der nächstgelegenen Bucht. Über der Cala Mesquida im Nordosten kann man dasselbe erleben.
Der Strandabschnitt dort ist allerdings nicht zugänglich, und das ist kein Vorschlag, sondern eine Absperrung.

Im Winter
Hier liegt sein eigentlicher Sonderfall. In Can Picafort und Port d’Alcúdia sind zwischen Dezember und Februar die Rollläden unten — man geht durch eine verriegelte Kulisse. Port de Pollença macht nicht ganz zu. Ein Teil der Lokale bleibt offen, die Promenade wird auch im Januar gegangen, und es gibt Menschen, die hier wohnen und nicht nur arbeiten.
Ein Urlaubsort im üblichen Sinn ist er dann nicht mehr. Aber wer im Februar an die Nordküste will, ohne vor geschlossenen Türen zu stehen, kommt hierher.

Von hier aus
Pollença liegt sechs Kilometer landeinwärts: Plaça Major, Sonntagsmarkt, und der Kalvarienberg mit den 365 Stufen. Die Halbinsel Formentor beginnt direkt hinter dem Ort — Mirador es Colomer und der Leuchtturm sind eine halbe Stunde entfernt, im Hochsommer allerdings nur mit dem Shuttle erreichbar. Und wer Richtung Westen fährt, ist in zwanzig Minuten in den Bergen.
Im Sommer fährt außerdem die Buslinie 231 von hier quer über den Kamm nach Lluc und weiter bis Sóller. Es ist die einzige direkte Verbindung zwischen dem Norden und der Westküste — und eine der schönsten Busfahrten, die man auf dieser Insel machen kann.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Port de Pollença tut
Drei Stunden
Die Kiefernpromenade nach Norden bis zum Ende gehen, zurück an der Wasserlinie, dann ein Kaffee am Hafen. Wer Zeit hat, geht bis zum Steinsteg hinaus.
Ein halber Tag
Vormittags Strand und Promenade, mittags mit dem Bus hinauf nach Pollença: der Kalvarienberg mit den 365 Stufen, die Plaça Major, sonntags der Markt.
Ein ganzer Tag
Morgens auf die Halbinsel Formentor — Mirador es Colomer und Leuchtturm, im Hochsommer nur mit dem Shuttle. Nachmittags zurück an den Strand, wenn die Thermik einsetzt und die Segel in der Bucht auslaufen.
Bei Regen
Pollença mit Museu und Kirchen, danach Alcúdia mit den Ausgrabungen von Pollentia. Beide sind mit dem Bus erreichbar.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Feiner Sand, zum Wasser hin flach und fest
- Einstieg
- Flach, aber nicht so extrem flach wie in Port d'Alcúdia
- Länge
- Rund anderthalb Kilometer, in einer Sichel um die Bucht
- Schatten
- Die Kiefernreihe der Promenade, sonst nur unter gemieteten Schirmen
- Wind
- Nachmittags fast verlässlich auflandiger Thermikwind — der Grund für das Segelrevier und der Grund, warum Sonnenschirme hier gut verankert sein wollen
- Mit Kindern
- Gut, aber tiefer als in den Nachbarorten
- Vor Ort
- Liegen und Schirme zum Mieten · Wassersport- und Segelschulen · Strandbars an der Promenade
Praktisch
- Parken
- Kostenpflichtig entlang der Promenade und in Seitenstraßen, im Sommer ab dem Vormittag knapp. Weiter außen im Ort steht man frei und läuft zehn Minuten.
- Öffentlich
- Zentrale Haltestelle an der Hauptstraße, Verbindungen in alle Richtungen
- Zeitbedarf
- Als Standort eine Woche, als Ausflug einen halben Tag
- Hinweis
- Mittwochvormittags ist Wochenmarkt an der Hafenpromenade. Nördlich des Orts beginnt militärisches Sperrgebiet — der Strandabschnitt dort ist nicht zugänglich, und die Löschflugzeuge über der Bucht gehören zum Bild.
- Bus
- Linie 301 nach Palma über Pollença, Sa Pobla und Inca; 322 nach Alcúdia und Port d'Alcúdia; 321 zur Cala de Sant Vicenç. Im Sommer der Formentor-Shuttle 334 zum Leuchtturm und die 231 quer über den Kamm nach Lluc und Sóller.
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, ganzjährig geöffnet · Apotheke: Mehrere an der Hauptstraße · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, größere Versorgung in Pollença · Geldautomat: Reichlich an der Promenade · Tankstelle: An der Ausfallstraße nach Pollença
- Zugänglichkeit
- Promenade eben, teils gepflastert, teils Natursteinplatten · Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt · Rollstuhl: Promenade durchgehend befahrbar · Hunde: Am Hauptstrand in der Saison nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Nachtleben · Günstige Preise · Ein historischer Ortskern — der liegt in Pollença, sechs Kilometer landeinwärts · Zugang zum Strandabschnitt im Norden (Sperrgebiet)
- Koordinaten
- 39.9075,3.0813 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Mallorca 312 Rennrad · Letzter Samstag im April
Das ist der Tag mit den größten Verkehrseinschränkungen des Jahres. Ab dem Nachmittag werden Abschnitte gesperrt — unter anderem zwischen Esporles und der Platja de Muro, später über Alaró, Campanet und Santa Margalida. Erst gegen Abend ist alles wieder frei. Wer an diesem Samstag mit dem Auto quer über die Insel oder auf die Ma-10 will, sollte den Termin kennen. Unterkünfte im Norden sind Monate vorher ausgebucht.
Ironman 70.3 Alcúdia-Mallorca Triathlon · Mitte Mai
Der ganze Norden ist an diesem Wochenende belegt, und zwar bis nach Pollença hinauf. Am Renntag sind Küstenstraßen und die Promenade zeitweise gesperrt. Wer Ruhe sucht, fährt in dieser Woche woanders hin — wer Stimmung mag, findet sie kaum irgendwo dichter.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
Die drei Orte der Bucht im Vergleich
| Ort | Charakter | Preisniveau |
|---|---|---|
| Port de Pollença | Ruhig, gepflegt, Segelrevier, im Winter halb offen | gehoben |
| Port d'Alcúdia | Fünf Kilometer Strand, Familien, volle Infrastruktur | mittel |
| Cala de Sant Vicenç | Vier kleine Buchten, sehr ruhig, kaum Infrastruktur | mittel bis gehoben |
Alle drei liegen keine zwanzig Minuten auseinander. Wer schwankt, entscheidet nicht nach dem Strand, sondern danach, wie viel Betrieb er abends will.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Port de Pollença
Was ist der Unterschied zwischen Pollença und Port de Pollença?
Zwei Orte, sechs Kilometer auseinander. Pollença ist die alte Stadt im Landesinneren mit der Plaça Major und dem Kalvarienberg mit seinen 365 Stufen. Port de Pollença ist der Ferienort am Wasser, entstanden im 20. Jahrhundert. Der Bus fährt in einer Viertelstunde hinauf.
Warum ist Port de Pollença ein so gutes Segelrevier?
Wegen der Form der Bucht. Zwei parallele Gebirgszüge fassen sie ein, und im Sommer entsteht dazwischen durch Thermik ein verlässlicher Seewind, der fast jeden Nachmittag einsetzt. Diese Berechenbarkeit macht das Revier aus — nicht besonders viel Wind, sondern besonders zuverlässiger. Auch Surfer und Kiter schätzen die Bucht deshalb.
Ist Port de Pollença teurer als die Nachbarorte?
Ja, spürbar. Der Ort hat traditionell ein britisches und spanisches Publikum und ein entsprechend gehobenes Preisniveau — Kaffee, Essen und Unterkunft liegen über dem, was man in Port d'Alcúdia oder Can Picafort zahlt. Wer darauf achtet, wohnt besser eine Bucht weiter.
Lohnt sich Port de Pollença im Winter?
Als einziger Ferienort der Region: bedingt ja. Während Can Picafort und Port d'Alcúdia zwischen Dezember und Februar praktisch verriegelt sind, bleibt hier ein Teil der Lokale offen, und die Promenade wird auch im Januar gegangen. Ein Urlaubsort ist es dann nicht mehr, aber ein Ort.
Was hat es mit den Wasserflugzeugen über der Bucht auf sich?
Nördlich des Orts liegt ein militärischer Stützpunkt, von dem aus Löschflugzeuge operieren. Sie üben regelmäßig über der Bucht, nehmen im Tiefflug Wasser auf und steigen wieder weg. Für Zuschauer ist das ein Schauspiel — der Strandabschnitt dort ist allerdings Sperrgebiet und nicht zugänglich.
Wann ist Markt in Port de Pollença?
Mittwochvormittags an der Hafenpromenade. Es ist ein überschaubarer Ferienortmarkt. Der große Markt der Gemeinde ist der Sonntagsmarkt oben in Pollença auf der Plaça Major — einer der bekanntesten der Insel und entsprechend voll.
Kommt man von Port de Pollença zum Cap de Formentor?
Ja, es sind rund zwanzig Kilometer über die Halbinsel, gut eine halbe Stunde. In den Hochsommermonaten ist die Straße für Privatfahrzeuge gesperrt; dann fährt der Shuttlebus der Linie 334 ab Port de Pollença. Wer außerhalb dieser Zeit fährt, sollte früh los — Parkplätze am Leuchtturm gibt es kaum.
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