Can Picafort
Küstenort · Gemeinde Santa Margalida · 4 m
Aus einem Fischerdorf von 1860 wurde eine reine Touristenhochburg — und der Ort macht kein Geheimnis daraus. Dafür beginnt hier der Strand, der sich über fünf Kilometer bis Port d'Alcúdia zieht, und wer Ruhe will, geht einfach hundert Meter weiter nach Norden.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Santa Margalida
- Höhe
- 4 m
- Flughafen
- 55 km , rund 50 Minuten
- Mietwagen
- verzichtbar
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Wer günstiger wohnen will als in Port d'Alcúdia oder Port de Pollença
- Familien, die alles zu Fuß erreichen wollen — der Ort ist kompakt
- Wer abends etwas los haben will: Bars, Restaurants, Diskotheken
- Wer Strandkilometer sucht und bereit ist, dafür zu laufen
Passt nicht, wenn
- Wer Ruhe sucht — dafür liegt die Platja de Muro direkt nebenan
- Wer einen gewachsenen Ortskern erwartet
- Wer im Winter kommt; hier ist zwischen November und März nichts offen
- Wer im Hochsommer Platz am Wasser braucht — der Strand ist hier schmal
Saisonkompass — wann Can Picafort lohnt
Lohnt in Mai, Juni und September. Eher meiden in Januar, Februar, März, Juli, August, November und Dezember. Weitgehend geschlossen in Januar, Februar, März, November und Dezember.
Ein Ort, der nicht so tut als ob
Can Picafort wurde 1860 erstmals urkundlich erwähnt, damals als kleine Fischersiedlung an der Bucht. Davon ist nichts übrig. Was heute steht, ist über wenige Jahrzehnte gewachsen und vollständig auf einen Zweck ausgelegt: Ferien am Strand, günstiger als nebenan, mit allem in Gehweite.
Das klingt abwertend, ist aber nicht so gemeint. Der Ort erfüllt seine Aufgabe, und er behauptet nichts anderes von sich. Wer hier eine Altstadt sucht, einen Wochenmarkt mit Bauern oder ein Fischerdorf, sucht am falschen Platz — und keine Zeile auf dieser Seite wird ihm etwas anderes erzählen.

Der Strand, und sein Problem
Er ist der Grund, warum alle herkommen, und er hat einen Nachteil, den man vorher wissen sollte: im Ortszentrum ist er schmal. Im Juli und August wird es dort eng, und zwar spürbar enger als in Port d’Alcúdia oder an der Platja de Muro.
Dafür gibt es eine einfache Lösung: nach Norden gehen. Ab dem Ortsende wird der Strand breiter, ab der Platja de Muro hört die Bebauung ganz auf, und ein Stück weiter kann man kilometerweit allein laufen. Es ist ein einziger Strand von rund zehn Kilometern, der ohne sichtbare Grenze bis Port d’Alcúdia durchgeht. Wer bereit ist, zwanzig Minuten zu laufen, hat auch im August Platz.
Am östlichen Ortsrand hört der Sand auf und geht in Felsplatten über. Dort ist niemand, und dort steht auch einer der alten Küstenbunker.

Die Promenade
Sie führt vom Strand bis zum Jachthafen am Ostende, breit gepflastert, mit einer Reihe alter Tamarisken und Bänken darunter. Das ist der einzige Schatten hier, der nichts kostet, und entsprechend beliebt sind die Plätze.
Im Hafen liegen zwischen den Motorbooten noch ein paar der hölzernen Llaüts, der alten mallorquinischen Fischerboote. An der Hafeneinfahrt steht ein weißer Obelisk, und von dort sieht man abends über die ganze Bucht bis zu den Bergen der Tramuntana — weshalb die Sonne hier hinter Bergen untergeht und nicht im Meer.

Was man leicht übersieht
Die Bunker. An mehreren Stellen stehen niedrige Betonbauten mit schmalen Scharten direkt auf den Felsen am Wasser, Reste der spanischen Küstenbefestigung. Sie sind frei zugänglich, unspektakulär und deshalb interessant: An einer Küste, die sonst nur aus Hotelfronten besteht, sind sie das Einzige, was älter ist als der Tourismus.
Die Necròpolis de Son Real. Wenige Kilometer Richtung Osten liegt direkt am Meer ein prähistorisches Gräberfeld — hunderte Bestattungen aus vorrömischer Zeit, auf einer Landzunge im Wasser. Die allermeisten Gäste fahren eine Woche daran vorbei.
Die Steinfiguren. An der Promenade und auf den Felsplatten stehen grob behauene Figuren mit runden Köpfen. Bei Sonne sind sie Kulisse, bei bedecktem Himmel etwas ganz anderes.

Abends
Bars, Restaurants und Diskotheken konzentrieren sich an der Hauptstraße und in der zweiten Reihe. Es ist laut, es ist voll, und es ist das, wofür viele Gäste herkommen. Wer damit nichts anfangen kann, wohnt an der Platja de Muro besser — dort ist abends nichts los, und genau das ist der Punkt.

Der Winter
Hier ist der Ort kompromissloser als seine Nachbarn. Zwischen November und März schließt Can Picafort so gründlich, dass selbst die Supermärkte teilweise zu sind, und im Frühjahr öffnet er später als Port d’Alcúdia. Wer an die Nordküste will, ohne vor verriegelten Rollläden zu stehen, fährt nach Port de Pollença.
Der Strand selbst bleibt natürlich zugänglich. Im Frühjahr, wenn das Seegras noch ungeräumt am Wasser liegt und die Liegen zusammengestellt sind, hat man ihn fast für sich. Schön ist das — nur ist es dann eben kein Urlaubsort mehr, sondern ein Strand vor geschlossenen Häusern.

Die weißen Obelisken
An der Küste zwischen Can Picafort und Son Serra de Marina stehen mehrere weiße Pfeiler, die aussehen wie Obelisken: rechteckiger Grundriss, oben pyramidal zulaufend. Fast jeder Besucher fragt sich, was sie bedeuten.
Es sind Peiltürme — torres d’enfilació. Sie wurden paarweise errichtet und dienten dem Militär zwischen 1941 und 1970 als Zielmarken bei Übungen mit Schiffen und U-Booten: Wer die beiden Türme eines Paares in einer Linie sah, wusste, dass er auf dem richtigen Kurs war. Die Paare stehen in gleichmäßigen Abständen entlang der Küste, die beiden Türme eines Paares jeweils rund zweihundert Meter voneinander entfernt.
Heute sind sie ohne Funktion und einfach Teil der Landschaft. Als Wegmarke beim Strandspaziergang taugen sie immer noch.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Can Picafort tut
Drei Stunden
Vormittags an den Strand, dann die Promenade nach Osten zum Jachthafen und zurück. Wer will, geht bis zum Bunker auf den Felsplatten am Ortsrand.
Ein halber Tag
Strand am Morgen, mittags mit dem Bus nach Alcúdia hinauf — Stadtmauer, Gassen und Pollentia. Nachmittags zurück ans Wasser.
Ein ganzer Tag
Früh nach Norden laufen, bis die Hotels aufhören und die Platja de Muro beginnt. Mittags in die Necròpolis de Son Real, das prähistorische Gräberfeld an der Küste Richtung Osten. Abends an der Hauptstraße.
Bei Regen
Alcúdia mit Museum und Ausgrabungen, oder Artà mit Sant Salvador. Beide sind mit dem Bus erreichbar.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Feiner heller Sand, an einigen Abschnitten Felsplatten am Ufer
- Einstieg
- Flach, aber weniger extrem flach als weiter nördlich
- Länge
- Der Ortsstrand ist rund einen Kilometer lang und schmal; nach Norden geht er ohne Unterbrechung in die Platja de Muro und weiter bis Port d'Alcúdia über
- Schatten
- Strohschirme zum Mieten, dazu eine Reihe Tamarisken an der Promenade
- Wind
- Meist ruhig, bei Nordwind Brandung und Seegrasanschwemmung
- Mit Kindern
- Gut, aber im Hochsommer eng
- Vor Ort
- Liegen und Schirme zum Mieten · Rettungsschwimmer mit Beflaggung in der Saison · Strandbars und Wassersport · Duschen entlang der Promenade
Praktisch
- Parken
- Kostenlose Stellplätze in den Wohnstraßen hinter der ersten Reihe, an der Promenade knapp und im Sommer ab dem Vormittag belegt.
- Öffentlich
- Haltestellen entlang der Hauptstraße, dichter Takt in der Saison
- Zeitbedarf
- Als Standort eine Woche, als Ausflug zwei Stunden
- Hinweis
- Freitagvormittags ist Wochenmarkt. Der Ort ist vollständig auf die Saison ausgelegt — zwischen November und März sind selbst die Supermärkte teilweise zu.
- Bus
- Linie 302 nach Palma über Port d'Alcúdia, Alcúdia und Inca; 316 über Santa Margalida und Llubí nach Inca. Im Sommer die A32 direkt zum Flughafen, die 324 nach Alcúdia und die 325 bis Cala Rajada.
- Versorgung
- Supermarkt: Zwei große Märkte im Ort, in der Saison geöffnet · Apotheke: Mehrere an der Hauptstraße · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, größere Versorgung in Santa Margalida · Geldautomat: Reichlich an der Promenade und der Hauptstraße · Tankstelle: An der Ausfallstraße nach Santa Margalida
- Zugänglichkeit
- Promenade durchgehend gepflastert und eben · Kinderwagen: Auf der Promenade uneingeschränkt · Rollstuhl: Promenade gut befahrbar, Zugänge zum Sand an mehreren Stellen · Hunde: Am Ortsstrand in der Saison nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Ein historischer Ortskern · Ruhe in der Hauptsaison · Nennenswertes Angebot zwischen November und März · Breiter Strand im Ortszentrum
- Koordinaten
- 39.7647,3.1533 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Mallorca 312 Rennrad · Letzter Samstag im April
Das ist der Tag mit den größten Verkehrseinschränkungen des Jahres. Ab dem Nachmittag werden Abschnitte gesperrt — unter anderem zwischen Esporles und der Platja de Muro, später über Alaró, Campanet und Santa Margalida. Erst gegen Abend ist alles wieder frei. Wer an diesem Samstag mit dem Auto quer über die Insel oder auf die Ma-10 will, sollte den Termin kennen. Unterkünfte im Norden sind Monate vorher ausgebucht.
Ironman 70.3 Alcúdia-Mallorca Triathlon · Mitte Mai
Der ganze Norden ist an diesem Wochenende belegt, und zwar bis nach Pollença hinauf. Am Renntag sind Küstenstraßen und die Promenade zeitweise gesperrt. Wer Ruhe sucht, fährt in dieser Woche woanders hin — wer Stimmung mag, findet sie kaum irgendwo dichter.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
Die drei Orte an diesem Strand
| Ort | Strand | Charakter | Preisniveau |
|---|---|---|---|
| Can Picafort | schmal, im Sommer eng | kompakt, laut, ganz auf Saison gebaut | günstig bis mittel |
| Platja de Muro | breit, kaum bebaut | Kiefern und Dünen, Naturschutzgebiet dahinter | mittel |
| Port d'Alcúdia | sehr breit und flach | volle Infrastruktur, Familien | mittel |
Es ist ein einziger Strand von rund zehn Kilometern, und man kann ihn ablaufen. Der Unterschied liegt nicht im Sand, sondern in dem, was dahinter steht.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Can Picafort
Ist Can Picafort oder Port d'Alcúdia die bessere Wahl?
Beide liegen am selben Strand, nur an verschiedenen Enden. Port d'Alcúdia hat den breiteren, flacheren Strand und die bessere Anbindung — der Flughafenbus fährt ganzjährig durch. Can Picafort ist kompakter, günstiger und abends lauter. Wer mit kleinen Kindern reist, ist in Port d'Alcúdia besser aufgehoben; wer aufs Geld sieht und kurze Wege will, hier.
Wie breit ist der Strand von Can Picafort?
Im Ortszentrum schmal, und im Hochsommer entsprechend eng. Das ist die wichtigste Einschränkung dieses Orts. Es hilft nur eines: nach Norden laufen. Ab dem Ortsende wird der Strand breiter, und ab der Platja de Muro hört die Bebauung ganz auf.
Lohnt sich Can Picafort im Winter?
Nein. Der Ort lebt vollständig von der Saison und schließt zwischen November und März so gründlich, dass selbst Supermärkte teilweise zu sind. Er öffnet auch später im Frühjahr als Port d'Alcúdia. Wer im Winter an die Nordküste will, fährt nach Port de Pollença.
Wann ist Markt in Can Picafort?
Freitagvormittags. Es ist ein Ferienortmarkt mit viel Textil und Souvenirs. Wer einen echten mallorquinischen Markt sehen will, fährt samstags nach Santa Margalida hinauf oder sonntags nach Sa Pobla.
Was hat es mit dem Bunker an der Küste auf sich?
An mehreren Stellen der Bucht stehen niedrige Betonbunker auf den Felsplatten direkt am Wasser. Sie stammen aus der Zeit der spanischen Küstenbefestigung und sind heute frei zugänglich. Ein unspektakuläres, aber ehrliches Stück Geschichte an einer Küste, die sonst vor allem aus Hotelfronten besteht.
Was kann man von Can Picafort aus unternehmen?
Alcúdia mit Stadtmauer und römischen Ausgrabungen liegt zwanzig Minuten entfernt, das Naturschutzgebiet S'Albufera etwas näher. Nach Osten führt die Küstenstraße Richtung Son Serra de Marina und weiter nach Artà. Und die Necròpolis de Son Real, ein prähistorisches Gräberfeld direkt am Meer, liegt wenige Kilometer außerhalb.
Was in Reichweite liegt
Sehenswürdigkeiten
In der Umgebung
Ein Gräberfeld aus der Talayotzeit, unmittelbar am Wasser zwischen Can Picafort und Son Serra de Marina: rund 110 …
Eine kleine neugotische Kirche auf einem bewaldeten Hügel im Hinterland von Son Serra de Marina — ein spitzer Turm …
Die Ruinen der römischen Stadt, aus der Alcúdia hervorging. Im Jahre 123 vor Christus gegründet, für Jahrhunderte …
in Alcúdia
Wallfahrtskirche auf der Halbinsel Victòria, sieben Kilometer nordöstlich von Alcúdia. Die Straße endet hier oben …
über Alcúdia, dann schmale Bergstraße
Eine kleine Wallfahrtskapelle unter Kiefern bei Sa Pobla, an der Stelle einer Siedlung, die es vor dem Ort gab …
Ein Einsiedlerkloster von 1805 im Massís d'Artà, neun Kilometer über einer schmalen Bergstraße. Bis 2010 lebten …
Die kleinste und stillste der großen Tropfsteinhöhlen Mallorcas — ohne Bootsfahrt, ohne Lichtshow, mit einer …
Eine der ältesten Kirchen der Insel, allein zwischen Feldern vor Campanet. Nach der Eroberung von 1229 auf einer …
Entfernungen ohne Zeitangabe sind Luftlinie. Auf Mallorca kann die Fahrzeit deutlich darüber liegen — wo mir das bekannt ist, steht sie dabei.
Wenn es hier nicht passt
Strände und Bademöglichkeiten im Umfeld
Der Abschnitt der Bucht von Alcúdia, an dem keine Hotelzeile steht, sondern Dünen und Kiefern. Sechs Kilometer …
Ein Ort wie auf dem Reißbrett: Schachbrettstraßen, keine Hotels, höchstens zwei Stockwerke. Davor ein …
Der stille Gegenpol zu Port d'Alcúdia, drei Kilometer östlich: niedrige Villen unter Kiefern, ein Kiesel- und …
Fünf Kilometer heller Sandstrand, flach ins Wasser abfallend, dahinter eine durchgehende Reihe aus Hotels, Bars …
Von hier aus
Lage auf der Insel
2 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
3 Orte an dieser Stelle
4 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle
2 Orte an dieser Stelle