Platja de Muro
Küstenort · Gemeinde Muro · 2 m
Der Abschnitt der Bucht von Alcúdia, an dem keine Hotelzeile steht, sondern Dünen und Kiefern. Sechs Kilometer Sand, dahinter das Naturschutzgebiet S'Albufera — und am östlichen Ende, kurz vor Can Picafort, eine Siedlung aus rund 140 Häuschen direkt im Sand.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Muro
- Höhe
- 2 m
- Flughafen
- 56 km , rund 50 Minuten
- Mietwagen
- verzichtbar
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Wer im Hochsommer noch Platz am Wasser will
- Wer Natur statt Promenade sucht — hinter dem Strand beginnt Schutzgebiet
- Familien; das Wasser ist flach und der Strand breit
- Surfer und Kiter, wenn nachmittags der Wind einsetzt
Passt nicht, wenn
- Wer abends etwas erleben will — hier ist nichts los, und das ist der Punkt
- Wer eine Promenade mit Läden erwartet
- Wer im Winter kommt und ein geöffnetes Lokal sucht
- Wer keine Lust hat, für den Weg zum Wasser durch Dünen zu laufen
Saisonkompass — wann Platja de Muro lohnt
Lohnt in März, April, Mai, Juni, Juli, September und Oktober. Weitgehend geschlossen in Januar, Februar, März, November und Dezember.
Der Abschnitt ohne Hotelzeile
Die Bucht von Alcúdia ist rund zehn Kilometer lang, und man kann sie in einem Stück ablaufen. Es ist derselbe Sand, dasselbe Wasser, dieselbe Bucht. Trotzdem ist die Platja de Muro ein anderer Ort als ihre Nachbarn, und der Grund steht nicht am Strand, sondern dahinter.
Hier durfte nicht gebaut werden. Der Abschnitt Es Comú de Muro gehört zum Naturpark S’Albufera, und damit fehlt an diesem Stück Küste genau das, was Can Picafort und Port d’Alcúdia prägt: die Bettenzahl, die direkt an den Sand grenzt. Statt einer Hotelzeile steht hier eine Düne, dahinter Kiefernwald, dahinter das Feuchtgebiet.
Die Folge ist eine der wenigen belastbaren Aussagen, die man über einen mallorquinischen Strand im Hochsommer machen kann: Hier findet man auch im Juli noch einen Platz.

Der Strand
Sechs Kilometer, feiner heller Sand, flach und breit. Die Zugänge führen über Holzstege durch die Dünen — nicht aus Bequemlichkeit, sondern damit das Gelände nicht zertreten wird. Am Dünenrand stehen Kiefern bis fast ans Wasser, und das ist der einzige natürliche Schatten der ganzen Bucht. Wer schon einmal um elf Uhr in Port d’Alcúdia nach einem Schattenplatz gesucht hat, weiß, was das wert ist.
Nachmittags kommt häufig auflandiger Wind auf, dann steht Brandung. Entlang des Abschnitts stehen Rettungstürme mit Beflaggung, und darauf sollte man achten — flaches Wasser und Wellen sind eine Kombination, die man leicht unterschätzt. Für Surfer und Kiter ist genau das der Reiz.

Es Comú de Muro
Zwischen Strand und Albufera liegt ein geschütztes Dünen- und Kiefernwaldgebiet, durch das ein Holzsteg führt, streckenweise erhöht über dem Buschwerk. Man geht zehn Minuten und ist in einer anderen Landschaft: kein Sonnenschirm, kein Ton außer Wind und Vögeln, und zwischen den Stämmen hindurch die Bucht.
Es ist eine der wenigen Stellen an der Nordküste, an denen man vom Liegestuhl in unberührtes Gelände kommt, ohne ins Auto zu steigen.

Die Casetes des Capellans
Am östlichen Ende des Abschnitts, am Rand des Kiefernwaldes und direkt im Sand, steht eine Siedlung aus rund 140 kleinen Häuschen mit Sandstraßen dazwischen. Sie liegt genau an der Gemeindegrenze zwischen Muro und Santa Margalida — von Can Picafort sind es wenige Minuten.
Sie heißt Ses Casetes des Capellans, die Häuschen der Pfarrer. Der Name kommt daher, dass hier zuerst nur eine einfache Hütte stand, in der die Geistlichen von Muro ihre Sommerfrische verbrachten. Später bauten die Bewohner von Muro sich eigene Unterstände dazu — anfangs aus Tuch, dann aus Schilfrohr, und erst ab den fünfziger Jahren feste Häuser aus Stein und Beton. Holz war nie im Spiel.
1929 übernahm die Gemeinde Muro rund 885 Hektar des Guts Son Sant Martí, zu denen auch dieser Küstenstreifen gehörte; darauf ist die Siedlung gewachsen.
Die Häuser werden bis heute innerhalb mallorquinischer Familien vererbt. Für Besucher gibt es dort nichts zu kaufen und nichts zu buchen; man geht hindurch, sieht ockergelbe Fassaden, Fensterläden, Trockenmauern und Töpfe mit Palmfarn, und versteht in fünf Minuten mehr über mallorquinischen Urlaub als in einer Woche an der Promenade.
Es ist auch eine Erinnerung daran, wie diese Küste aussah, bevor jemand auf die Idee kam, sie zu bebauen. Und dass sie nur deshalb so aussieht, weil hier ein Schutzgebiet im Weg war.

Der Kanal
Aus der Albufera führt ein Kanal ins Meer, an seiner Mündung zwei lange Molen. Von der einen aus sieht man links das offene Wasser mit Wellen und Surfern, rechts den Kanal, der spiegelglatt daliegt. Ein paar Meter Unterschied, zwei Welten — und ein guter Ort, um zu verstehen, wie eng hier Feuchtgebiet und Küste zusammenliegen.

Was fehlt
Alles, was einen Ort ausmacht. Es gibt keine Promenade mit Läden, keinen Ortskern, abends ist nichts los. Wer essen gehen oder etwas erleben will, fährt nach Can Picafort oder Port d’Alcúdia — beide sind wenige Minuten entfernt.
Zwischen November und März gibt es hier gar nichts: keine Liegen, keine Bar, kein offenes Lokal. Der Strand selbst bleibt zugänglich, und im März, wenn in der Albufera der Vogelzug einsetzt, ist er sogar besonders lohnend. Nur muss man dann alles mitbringen, was man braucht.

Von hier aus
Der Ortskern von Muro liegt sechs Kilometer landeinwärts und hat mit dem Strand außer dem Namen nichts zu tun — Landstadt, Sonntagsmarkt, freistehender Glockenturm. Der Eingang zum Naturpark S’Albufera ist wenige Minuten entfernt und mit dem Rad besser zu erreichen als mit dem Auto. Und Alcúdia mit Stadtmauer und römischen Ausgrabungen ist eine Viertelstunde weit.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Platja de Muro tut
Drei Stunden
Über einen der Holzstege an den Strand, nach Norden laufen, bis die letzten Liegen aufhören. Zurück über den Dünenweg durch die Kiefern.
Ein halber Tag
Vormittags Strand, mittags mit dem Rad ins Naturschutzgebiet S'Albufera — der Eingang liegt wenige Minuten entfernt. Nachmittags zurück, wenn der Wind einsetzt und die Segel draußen sind.
Ein ganzer Tag
Früh an den Strand, dann der Steg durch Es Comú de Muro, das geschützte Kiefern- und Dünengebiet. Mittags an den Kanal mit den beiden Molen, abends nach Alcúdia oder Can Picafort, wenn man etwas erleben will.
Bei Regen
Nicht hier — hier gibt es nichts Überdachtes. Alcúdia oder Sa Pobla sind zwanzig Minuten entfernt.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Feiner, sehr heller Sand, steinfrei
- Einstieg
- Flach und breit, ohne Absätze
- Länge
- Rund sechs Kilometer, ohne Unterbrechung übergehend in Can Picafort und Port d'Alcúdia
- Schatten
- Die Kiefern am Dünenrand — der einzige natürliche Schatten der ganzen Bucht
- Wind
- Nachmittags häufig auflandig, dann Brandung und Wellen. Mehrere Rettungstürme mit Beflaggung entlang des Abschnitts
- Mit Kindern
- Sehr gut — flach, breit, und im Rücken Schatten
- Vor Ort
- Rettungstürme mit Beflaggung in der Saison · Einzelne Strandbars, deutlich weniger als bei den Nachbarn · Liegen und Schirme abschnittsweise · Holzstege über die Dünen an mehreren Zugängen
Praktisch
- Parken
- Entlang der Strandstraße und auf mehreren Sandplätzen hinter den Dünen. Deutlich entspannter als in den Nachbarorten, im Hochsommer aber ab dem späten Vormittag knapp.
- Öffentlich
- Haltestellen entlang der Strandstraße
- Zeitbedarf
- Als Standort eine Woche, als Strandtag ein ganzer Tag
- Hinweis
- Der Strand ist frei zugänglich, auch im Winter. Was fehlt, ist alles andere: zwischen November und März gibt es hier weder Liegen noch offene Lokale.
- Bus
- Linie 302 zwischen Can Picafort und Palma hält entlang der Strandstraße; im Sommer zusätzlich die 315 ab Sa Pobla, die 324 nach Alcúdia und die A32 zum Flughafen.
- Versorgung
- Supermarkt: Kleinere Läden entlang der Strandstraße, größere in Can Picafort und Port d'Alcúdia · Apotheke: In Can Picafort und Port d'Alcúdia · Arzt: Gesundheitszentrum in Muro oder Alcúdia · Geldautomat: Vereinzelt an der Strandstraße · Tankstelle: Richtung Can Picafort
- Zugänglichkeit
- Holzstege über die Dünen, danach Sand · Kinderwagen: Auf den Stegen ja, im Sand mühsam · Rollstuhl: Stege befahrbar, an einzelnen Zugängen Holzwege bis ans Wasser · Hunde: In der Saison am Hauptstrand nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Promenade mit Läden · Nachtleben · Ein Ortskern · Angebot zwischen November und März
- Koordinaten
- 39.8134,3.1149 Google Maps Apple Karten
Termine, die alles verändern
Wenn hier ein Rennen ist
Mallorca 312 Rennrad · Letzter Samstag im April
Das ist der Tag mit den größten Verkehrseinschränkungen des Jahres. Ab dem Nachmittag werden Abschnitte gesperrt — unter anderem zwischen Esporles und der Platja de Muro, später über Alaró, Campanet und Santa Margalida. Erst gegen Abend ist alles wieder frei. Wer an diesem Samstag mit dem Auto quer über die Insel oder auf die Ma-10 will, sollte den Termin kennen. Unterkünfte im Norden sind Monate vorher ausgebucht.
Ironman 70.3 Alcúdia-Mallorca Triathlon · Mitte Mai
Der ganze Norden ist an diesem Wochenende belegt, und zwar bis nach Pollença hinauf. Am Renntag sind Küstenstraßen und die Promenade zeitweise gesperrt. Wer Ruhe sucht, fährt in dieser Woche woanders hin — wer Stimmung mag, findet sie kaum irgendwo dichter.
Der Saisonkompass oben bewertet Monate, keine einzelnen Tage — ein Rennwochenende kann einen ruhigen Ort für zwei Tage in sein Gegenteil verkehren. Alle Termine im Kapitel Sportereignisse.
Wo an diesem Strand man liegt
| Abschnitt | Dahinter | Platz im Hochsommer |
|---|---|---|
| Can Picafort | Hotelzeile bis an den Sand | eng |
| Platja de Muro | Dünen, Kiefern, Naturschutzgebiet | vorhanden |
| Port d'Alcúdia | Hotelzeile, volle Infrastruktur | mittig eng, nach Norden besser |
Es ist derselbe Sand, dieselbe Bucht und dasselbe Wasser. Der Unterschied liegt ausschließlich darin, was hinter dem Strand gebaut werden durfte.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Platja de Muro
Warum ist an der Platja de Muro mehr Platz als an den Nachbarstränden?
Weil hinter dem Strand kein Hotel steht, sondern Schutzgebiet. Der Abschnitt Es Comú de Muro gehört zum Naturpark S'Albufera und darf nicht bebaut werden. Damit fehlt hier die Bettenzahl, die in Can Picafort und Port d'Alcúdia direkt an den Sand grenzt — und deshalb findet man hier selbst im Juli noch einen Platz. Das ist der eine Satz, der diesen Abschnitt von der übrigen Bucht unterscheidet.
Was sind die Casetes des Capellans?
Eine Siedlung aus rund 140 kleinen Häuschen, die direkt im Sand am Rand des Kiefernwaldes stehen, mit Sandstraßen dazwischen. Sie liegt am östlichen Ende des Abschnitts, unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Santa Margalida und damit kurz vor Can Picafort. Der Name bedeutet „Häuschen der Pfarrer" — hier verbrachten ursprünglich die Geistlichen von Muro ihre Sommerfrische. Die Häuser werden bis heute innerhalb mallorquinischer Familien vererbt. Für Besucher gibt es dort nichts zu kaufen; man geht hindurch und sieht, wie Mallorquiner Urlaub machen.
Ist die Platja de Muro für Kinder geeignet?
Ja. Der Sand ist fein und steinfrei, das Wasser fällt flach ab, und der Strand ist breit genug, dass man nicht Handtuch an Handtuch liegt. Der Vorteil gegenüber Port d'Alcúdia ist der Schatten: Am Dünenrand stehen Kiefern, und das ist der einzige natürliche Schatten der ganzen Bucht. Nachmittags kann Brandung aufkommen — auf die Beflaggung der Rettungstürme achten.
Lohnt sich die Platja de Muro im Winter?
Als Strandspaziergang ja, als Urlaubsort nicht. Der Strand ist frei zugänglich und im Winter menschenleer, und die Dünen und Kiefern sind ohne Sonnenschirme sogar schöner. Nur gibt es zwischen November und März hier weder Liegen noch ein offenes Lokal. Wer im März kommt, hat dafür den Vogelzug in der Albufera.
Was ist Es Comú de Muro?
Ein geschütztes Dünen- und Kiefernwaldgebiet zwischen Strand und Albufera, das Teil des Naturparks ist. Ein Holzsteg führt hindurch, teilweise erhöht über dem Buschwerk, mit Blick auf die Bucht. Es ist eine der wenigen Stellen an der Nordküste, an denen man in zehn Minuten von Liegestühlen in unberührtes Gelände kommt.
Wie kommt man ohne Auto zur Platja de Muro?
Die Buslinie 302 zwischen Can Picafort und Palma hält entlang der Strandstraße, im Sommer kommen die 315 ab Sa Pobla und die 324 nach Alcúdia dazu. Für einen Strandurlaub reicht das. Wer die Albufera oder Alcúdia erkunden will, ist mit dem Rad ohnehin schneller als mit dem Auto — der Radweg führt direkt hin.
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