Portocolom
Küstenort · Gemeinde Felanitx · 5 m · 4.900 Einwohner
Einer der größten Naturhäfen der Insel — und der Ostküstenort, den der Massentourismus nie gefunden hat. Fischerboote wie an einer Perlenschnur vor bunten Bootsschuppen, dahinter eine Altstadt, in der gewohnt wird.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Felanitx
- Einwohner
- 4.900
- Höhe
- 5 m
- Flughafen
- 62 km , rund 60 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Wer einen arbeitenden Naturhafen sehen will statt einer Marina
- Wer einen ruhigen Standort für die Ostküste sucht
- Wer fotografiert — die bunten Bootsschuppen sind das Motiv des Orts
- Wer die Badebucht lieber ein Stück entfernt hat als vor dem Hotel
Passt nicht, wenn
- Wer den Strand vor der Tür braucht — der liegt auf der Rückseite des Orts
- Wer Nachtleben oder Auswahl an Läden sucht
- Wer viel Betrieb möchte
- Wer im Winter ein volles Angebot erwartet
Saisonkompass — wann Portocolom lohnt
Lohnt in März, April, Mai, Juni, September, Oktober und November.
Die Ostküste zwischen Cala Millor und Cala d'Or ist über die Jahrzehnte dicht bebaut worden — und mittendrin liegt Portocolom, wo das so nicht passiert ist. Der Hafen ist ein echter Naturhafen, die Boote liegen vor Bootsschuppen mit Türen in allen Farben, die großen Anlagen stehen außerhalb, und die Badebuchten liegen so verteilt, dass sich der Badebetrieb nie im Ortskern staut. Ich setze mich auf die Kaimauer in der Altstadt, und das ist ehrlich gesagt schon das ganze Programm. Wer es ruhiger mag als in Cala Millor oder Port d'Alcúdia, findet hier den Gegenpol — ohne dass dafür etwas fehlen würde.
Der Naturhafen
Portocolom liegt an der Südostküste und besitzt einen der größten Naturhäfen der Insel — eine weite, geschützte Bucht mit schmaler Einfahrt. Genutzt wurde sie lange, bevor es den Ort gab: Schon in der Antike löschten hier römische Schiffe Waren für das zwölf Kilometer entfernte Felanitx und luden Getreide, Obst und Wein. Auch die Mauren nutzten den Hafen als Umschlagplatz.
Heute liegen dort die alten Fischerboote wie an einer Perlenschnur vor den Bootsschuppen. Wer um die Bucht nach rechts geht, sieht, wie die Boote jünger werden: Erst Llaüts, dann Segelyachten, dazu einige gute Restaurants am Wasser.

Die Sache mit Kolumbus
Die Einheimischen erzählen, Cristóbal Colón — Christoph Kolumbus — sei hier geboren und aufgewachsen, und daher stamme auch der Name des Orts. Belegt ist das nicht; die Herkunft von Kolumbus ist bis heute umstritten und wird von mehreren Städten beansprucht.
Erzählt wird es trotzdem, und es gehört zu diesem Ort dazu.

Warum es hier anders ist
Portocolom ist vom Massentourismus nie erfasst worden, und das hat einen praktischen Grund: Die Hotels und Apartments liegen außerhalb, und die Badebuchten liegen nicht im Ortskern, sondern verteilt am Rand.
Das Ergebnis: ein Hafen, der ein Arbeitshafen blieb, und eine Altstadt, in der gewohnt wird.

Wo man hier badet
Es gibt nicht die eine Badebucht, sondern mehrere — und das ist der Grund, warum sich nirgends alles staut.
S’Arenal de Portocolom liegt im Süden, nahe dem Leuchtturm, und besteht aus zwei Buchten, die ein kleiner Felsrücken trennt. S’Arenal Gran ist die größere: rund 150 Meter lang und 40 Meter breit, feiner goldener Sand, flaches klares Wasser — und, an dieser Küste die Ausnahme, Bäume, die bis an den Sand Schatten werfen. Daneben liegt das kleinere S’Arenal Petit. Beide sind Familienbuchten.
Die Cala d’en Marçal liegt auf der anderen Seite, hinter dem Ort. Sie hat den größeren Sandbogen und die Versorgung — und im Hochsommer entsprechend auch den Andrang.
Dazu kommen zwei kleine Strände in der Hafenbucht selbst, die hauptsächlich von Einheimischen genutzt werden.

Der Leuchtturm
Am Punta de ses Crestes, an der Einfahrt des Naturhafens, steht der Leuchtturm von Portocolom: ein weißer zylindrischer Turm mit schwarzen Ringen. Er ist eines der meistfotografierten Motive der Insel — und der Weg dorthin führt an S’Arenal vorbei.

Wann man kommt
März bis Mai und Oktober. Der Ort funktioniert auch im Winter — anders als die reinen Badeorte der Ostküste macht er nicht komplett zu, auch wenn ein Teil der Gastronomie schließt. Im Juli und August wird es voll, aber nicht überfüllt; die Cala d’en Marçal ist dann die vollste der Buchten, S’Arenal die entspanntere Wahl.

In der Nähe
Cala d’en Marçal liegt fünf Minuten entfernt, die unerschlossene Cala Brafi zwanzig Minuten zu Fuß. Felanitx mit dem Castell de Santueri ist zwölf Kilometer landeinwärts, Porto Cristo mit den Höhlen eine gute halbe Stunde nördlich.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Portocolom tut
Drei Stunden
Auf der Kaimauer in der Altstadt anfangen, an den Bootsschuppen entlang um die Bucht nach rechts gehen — dabei werden die Boote größer und die Lokale besser —, zurück durch die Gassen.
Ein halber Tag
Zusätzlich hinaus zum Leuchtturm an der Hafeneinfahrt und danach an die Cala d'en Marçal zum Baden.
Ein ganzer Tag
Vormittags Ort und Hafen, nachmittags die Cala Brafi zu Fuß — oder mit dem Auto nach Felanitx und hinauf zum Castell de Santueri.
Bei Regen
Felanitx, zwölf Kilometer landeinwärts, oder die Höhlen bei Porto Cristo.
Der Strand im Steckbrief
- Untergrund
- Sand an den kleinen Stränden in der Hafenbucht
- Einstieg
- Flach, aber die Strände sind klein
- Länge
- Zwei kleine Strände in der Bucht, dazu die Cala d'en Marçal außerhalb
- Schatten
- Wenig
- Wind
- Im Naturhafen geschützt
- Mit Kindern
- Gut, aber der Hauptstrand ist die Cala d'en Marçal
- Vor Ort
- Lokale und Bars am Hafen · Liegen und Schirme an der Cala d'en Marçal · Kein Liegenverleih an den kleinen Stränden in der Bucht
Praktisch
- Parken
- An der Uferstraße und in den Nebenstraßen; in der Hochsaison eng
- Öffentlich
- Verbindungen ab Felanitx und Manacor
- Zeitbedarf
- Zwei bis drei Stunden für Hafen und Altstadt, als Standort eine Woche
- Hinweis
- Die Badebucht Cala d'en Marçal liegt auf der Rückseite des Orts, nicht in der Hafenbucht. In der Bucht selbst gibt es zwei kleine Strände, die hauptsächlich von Einheimischen genutzt werden.
- Bus
- Verbindungen ab Felanitx und Manacor, dazu die Ortslinie zur Cala d'en Marçal. Ab Palma mit Umstieg.
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, ganzjährig · Apotheke: Im Ort · Arzt: Im Ort, Krankenhaus in Manacor · Geldautomat: Mehrere am Hafen · Tankstelle: An der Ausfallstraße nach Felanitx
- Zugänglichkeit
- Uferstraße eben, Altstadtgassen teils Kopfstein · Kinderwagen: An der Uferstraße uneingeschränkt · Rollstuhl: Uferstraße befahrbar, Altstadt teilweise · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Großer Badestrand im Hafenbereich · Nachtleben · Hotelzeile am Wasser · Souvenirmeile
- Koordinaten
- 39.4172,3.2578 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Portocolom
Hat Portocolom einen Strand?
In der Hafenbucht gibt es zwei kleine Strände, die vor allem von Einheimischen genutzt werden. Der eigentliche Badestrand ist die Cala d'en Marçal auf der Rückseite des Orts, wenige hundert Meter entfernt und mit eigener Bushaltestelle. Wer viel Sand will, fährt dorthin.
Warum ist Portocolom so wenig touristisch?
Weil der Massentourismus hier nie angekommen ist. Die Hotels und Apartments liegen außerhalb, der Badebetrieb spielt sich an der Cala d'en Marçal ab, und der Hafen blieb ein Arbeitshafen. Wer den Trubel von Cala Millor oder Port d'Alcúdia nicht mag, findet hier den Gegenpol.
Was hat Portocolom mit Christoph Kolumbus zu tun?
Nach einer örtlichen Überlieferung soll Cristóbal Colón — Christoph Kolumbus — hier geboren und aufgewachsen sein; daher stamme auch der Name des Orts. Belegt ist das nicht, und die Herkunft von Kolumbus ist bis heute umstritten. Erzählt wird es hier trotzdem gern.
Wie alt ist der Hafen von Portocolom?
Der Naturhafen wurde schon im Altertum genutzt: Römische Schiffe löschten hier Waren für das zwölf Kilometer entfernte Felanitx und luden Getreide, Obst und Wein aus der Region. Auch in maurischer Zeit diente der Hafen als Umschlagplatz.
Lohnt sich Portocolom als Standort?
Ja, wenn man Ruhe sucht. Es gibt ganzjährig Supermärkte, Apotheke und Arzt, Lokale am Hafen und mit der Cala d'en Marçal einen Badestrand in Gehweite. Für Ausflüge nach Felanitx, zu den Höhlen bei Porto Cristo oder in den Südosten liegt der Ort günstig. Wer Betrieb und Auswahl will, ist hier falsch.
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Wenn es hier nicht passt
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