Búger
Landdorf · 90 m · 1.050 Einwohner
Die kleinste Gemeinde Mallorcas: rund tausend Einwohner auf einem Hügel zwischen Mandel- und Johannisbrotbäumen. Kein Hotel, kein Souvenirladen, keine Sehenswürdigkeit im üblichen Sinn — und genau darum lohnt der Umweg.
- Region
- Raiguer
- Einwohner
- 1.050
- Höhe
- 90 m
- Flughafen
- 48 km , rund 45 Minuten
- Mietwagen
- nötig
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Passt zu dir, wenn
- Wer sehen will, wie mallorquinische Dörfer ohne Tourismus aussehen
- Wer im Februar zur Mandelblüte unterwegs ist
- Radfahrer; die Straßen ringsum sind schmal, flach und fast leer
- Wer einen Zwischenstopp zwischen Inca und der Nordküste sucht
Passt nicht, wenn
- Wer eine Sehenswürdigkeit erwartet
- Wer Auswahl an Lokalen und Läden braucht
- Wer im Hochsommer mittags kommt; dann liegt das Dorf im Schlaf
- Wer baden will — bis ans Meer sind es rund 20 Kilometer
Saisonkompass — wann Búger lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli und August.
Búger liegt an keiner Strecke, die man fahren muss. Man kommt nur her, wenn man will — und findet dann ein Dorf von tausend Einwohnern, in dem nichts für Besucher hergerichtet wurde. Keine Terrasse mit Blick, kein Museum, keine Karte auf Deutsch. Dafür Gassen aus Naturstein, in denen Katzen liegen, eine Kirche mit einer Orgel von 1763 und ringsum Mandel- und Johannisbrotbäume bis zum Horizont. Es dauert eine Stunde, und danach weiß man, wie die Insel ohne Tourismus aussehen würde. Eine Attraktion im üblichen Sinn gibt es nicht. Wer wissen will, warum ich auch solche Orte aufnehme, ist hier richtig.
Die kleinste Gemeinde der Insel
Búger hat rund tausend Einwohner und ist damit die kleinste eigenständige Gemeinde Mallorcas. Der Ort liegt auf einem Hügel im Raiguer, dem Streifen am Fuß der Tramuntana, zwischen Inca und Sa Pobla.
Ringsum stehen Mandel- und Johannisbrotbäume — die Landwirtschaft ist hier nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Im Februar blüht die Mandel, im Oktober wird der Johannisbrot geerntet.

Was man sieht
Die Pfarrkirche Sant Pere. Mitte des 16. Jahrhunderts erteilte der Bischof von Mallorca die Erlaubnis zum Bau, errichtet wurde sie im 17. Jahrhundert. Ihre Orgel stammt von 1763 und wurde von Pere Josep Bosch gebaut — aus derselben mallorquinischen Orgelbauerfamilie, deren Instrument auch in Santanyí steht.
Dazu fünf Steinkreuze aus dem 17. Jahrhundert, die einst die Ortsgrenzen markierten und bei der Prozession am Gründonnerstag geehrt werden.
Und ansonsten: Gassen, ein Brunnen, ein Rathaus, ein Laden.

Was es nicht gibt
Kein Hotel, kein Souvenirladen, kein Museum, keine Sehenswürdigkeit mit Öffnungszeiten und Eintritt. Auch keine verlässliche Busverbindung — es gibt vereinzelte Fahrten ab Inca und Sa Pobla, mehr nicht.
Wer essen will, fährt nach Sa Pobla, Campanet oder Inca.

Wie alt der Ort ist
Der Name stammt aus maurischer Zeit: Damals bestand Búger aus einem Gehöft namens Bujar de Rahal Algebel und gehörte zu Inca. Besiedelt war die Gegend allerdings weit früher — die Höhle Can Mossenya und Reste einer talayotischen Siedlung bei Rafal des Puig belegen das.
Unter islamischer Herrschaft entstanden hier wegen der günstigen Bewässerungslage mehrere Wassermühlen.

Wann man abbiegt
Februar zur Mandelblüte, April und Oktober für die Felder und die Straßen ringsum, die bei Radfahrern zu Recht beliebt sind. Im Juli und August staut sich im Landesinneren die Hitze; mittags ist das Dorf wie ausgestorben.
Búger ist kein Tagesziel. Es ist der Zwischenstopp zwischen Inca oder Alcúdia und den Bergen — und dafür einer der besseren.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Búger tut
Drei Stunden
Einmal durch den Ort: zur Kirche Sant Pere hinauf, durch die Gassen, zum Brunnen an der Hauptstraße. Dann durch die Felder Richtung Campanet oder Sa Pobla — dort sind die Mandel- und Johannisbrotbäume.
Ein halber Tag
Zusätzlich nach Campanet zu den Höhlen oder nach Sa Pobla, wo am Sonntag Markt ist.
Ein ganzer Tag
Búger ist kein Tagesziel. Es ist der Zwischenstopp auf dem Weg von Inca oder Alcúdia in die Berge — und dafür ein sehr guter.
Bei Regen
Nichts. Dann Inca oder die Höhlen von Campanet.
Feste im Jahreslauf
- Gründonnerstag — Prozession zu den Steinkreuzen Die fünf Steinkreuze aus dem 17. Jahrhundert, die einst das Dorf markierten, werden dabei geehrt.
- 29. Juni — Sant Pere Patronatsfest des Orts.
Praktisch
- Parken
- Im ganzen Ort unproblematisch und kostenfrei
- Öffentlich
- Vereinzelte Verbindungen ab Inca und Sa Pobla
- Zeitbedarf
- Eine Stunde für den Ort, mit den Feldern ringsum ein halber Tag
- Hinweis
- Búger ist ein Wohndorf. Es gibt kaum Gastronomie und nichts zu besichtigen, was Öffnungszeiten hätte — man geht hindurch und sieht sich um.
- Bus
- Vereinzelte Verbindungen ab Inca und Sa Pobla; keine verlässliche Taktung
- Versorgung
- Supermarkt: Ein kleiner Laden im Ort · Apotheke: Im Ort · Arzt: Sprechstunde im Ort, Gesundheitszentrum in Sa Pobla · Geldautomat: Vereinzelt · Tankstelle: In Sa Pobla oder Inca
- Zugänglichkeit
- Gepflasterte und asphaltierte Gassen, zur Kirche ansteigend · Kinderwagen: Weitgehend machbar · Rollstuhl: Hauptstraßen befahrbar, die Gassen zur Kirche steigen an · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Hotels · Souvenirläden · Sehenswürdigkeit mit Eintritt · Verlässliche Busanbindung · Strand
- Koordinaten
- 39.7591,2.9856 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Búger
Ist Búger wirklich die kleinste Gemeinde Mallorcas?
Ja. Mit rund tausend Einwohnern ist Búger die kleinste eigenständige Gemeinde der Insel. Sie liegt im Raiguer, dem Streifen am Fuß der Tramuntana, zwischen Inca und Sa Pobla.
Was kann man in Búger sehen?
Die Pfarrkirche Sant Pere, die im 17. Jahrhundert errichtet wurde, nachdem der Bischof von Mallorca Mitte des 16. Jahrhunderts die Erlaubnis dazu erteilt hatte. In ihr steht eine Orgel von 1763 aus der Werkstatt von Pere Josep Bosch. Dazu die Gassen des Orts, den Brunnen an der Hauptstraße und fünf Steinkreuze aus dem 17. Jahrhundert, die einst die Ortsgrenzen markierten.
Woher kommt der Name Búger?
Aus der maurischen Zeit. Damals bestand der Ort aus einem Gehöft mit dem Namen „Bujar de Rahal Algebel" und gehörte zu Inca. Besiedelt war die Gegend allerdings viel früher — davon zeugen die Höhle Can Mossenya und Reste einer talayotischen Siedlung bei Rafal des Puig.
Wann lohnt sich Búger am meisten?
Im Februar zur Mandelblüte und im Oktober zur Johannisbroternte. Der Ort selbst verändert sich kaum über das Jahr; was sich verändert, sind die Felder ringsum. Im Juli und August staut sich im Landesinneren die Hitze, und mittags ist das Dorf wie ausgestorben.
Gibt es in Búger Restaurants?
Kaum. Búger ist ein Wohndorf ohne Tourismusinfrastruktur — ein kleiner Laden, vereinzelt eine Bar, das war es. Wer essen will, fährt nach Sa Pobla, Campanet oder Inca.
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