Cala Figuera
Küstenort · Gemeinde Santanyí · 10 m · 620 Einwohner
Fischerort in einem schmalen, zweiarmigen Meereseinschnitt, an dessen Wänden Bootshäuser mit hölzernen Slipanlagen kleben. Der letzte Küstenort im Südosten, in dem der Hafen noch ein Hafen ist.
- Region
- Llevant
- Gemeinde
- Santanyí
- Einwohner
- 620
- Höhe
- 10 m
- Flughafen
- 58 km , rund 60 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Passt zu dir, wenn
- Wer einen arbeitenden Fischerhafen sehen will, keinen Yachthafen
- Wer fotografiert — der Einschnitt am Morgen und am Abend ist außergewöhnlich
- Wer einen ruhigen Standort für den Südosten sucht
- Wer Buchten fährt und abends etwas anderes will als eine Hotelbar
Passt nicht, wenn
- Wer einen Strand vor der Tür braucht — hier gibt es keinen
- Wer im August kommt; der Ort ist dafür zu klein
- Wer Nachtleben sucht
- Wer im Winter Betrieb erwartet
Saisonkompass — wann Cala Figuera lohnt
Lohnt in März, April, Mai, Juni, September und Oktober. Eher meiden in August und Dezember. Weitgehend geschlossen in Januar, Februar und Dezember.
Es gibt an dieser Küste dreißig Buchten, und in achtundzwanzig davon steht ein Hotelriegel. Cala Figuera hat keinen Strand — und genau das hat den Ort gerettet. Wer Sand will, fährt woanders hin, und deshalb ist hier geblieben, was den Ort ausmacht: die Escars, die hölzernen Bootsschuppen am Wasser, und ein paar Familien, die noch hinausfahren. Zum Baden geht man an die Cala Santanyí, zum Schauen bleibt man hier.
Der Einschnitt
Cala Figuera ist keine Bucht im üblichen Sinn, sondern ein ertrunkenes Flusstal: Ein schmaler, gewundener Meeresarm schiebt sich fast einen Kilometer ins Land und teilt sich in zwei Enden, Caló d’en Busques und Caló d’en Boira. Die Wände sind niedrig genug für Häuser und steil genug, dass diese über dem Wasser zu hängen scheinen.

Die Escars
Die weiß-blauen Holzbauten am Wasser sind Escars — Bootshäuser mit gepflasterter Rampe, auf der die Llaüts, die traditionellen Fischerboote, mit einer Winde aus dem Wasser gezogen werden. Sie sind der eigentliche Grund, hierherzukommen, und ihre Erhaltung ist ein laufender Konflikt zwischen Denkmalschutz, Erbrecht und Immobilienpreisen.

Vom Hafen aus
Der Rundweg entlang der Nordwand zur Mündung ist zwanzig Minuten lang und endet an einem Aussichtspunkt über der offenen See. Frühmorgens, wenn die Boote hereinkommen, ist das die beste halbe Stunde des Tages.
Ein früher Anfang
Cala Figuera gehört zu den Wiegen des deutschsprachigen Mallorca-Tourismus. Bereits 1955 kamen die ersten deutschen und österreichischen Urlauber in das damals noch weitgehend ursprüngliche Fischerdorf — Jahre vor dem großen Boom, der die Insel später erfasste.
Das erklärt, warum der Ort bis heute anders wirkt als die Retortenorte der Sechziger: Er war schon da, bevor gebaut wurde.

Der Maler am Hafen
Achtunddreißig Jahre lang hatte der deutsche Maler Hein Driessen (1932–2025) sein Atelier am Hafen von Cala Figuera. Seine Aquarelle und Ölbilder der Bucht wurden für viele Reisende zum Andenken an diesen Ort; ab 2013 arbeitete er überwiegend wieder in seiner Heimat am Niederrhein, die Galerie führte später der mallorquinische Maler Jesús Camargo weiter.
Wer die Escars und die Nordwand fotografiert, fotografiert dieselben Motive, die er ein halbes Leben lang gemalt hat.

Die alte Kirche
Das Gebäude mit dem großen Rundbogentor am Weg zum Hafen war die Kirche von Cala Figuera, erbaut 1938. Heute ist darin das Restaurant „La Petite Iglesia“ untergebracht — der Bau ist erhalten, die Nutzung eine andere.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Cala Figuera tut
Drei Stunden
Am Ortseingang parken, den Hafenarm entlang bis zum Ende, zurück über die Nordwand zum Aussichtspunkt an der Mündung, Kaffee am Wasser.
Ein halber Tag
Zusätzlich zum Baden an die Cala Santanyí, drei Kilometer, oder in den Naturpark Mondragó.
Ein ganzer Tag
Vormittags Buchten — Cala Llombards, Cala s'Almunia, Caló des Moro —, abends zurück nach Cala Figuera, wenn die Lichter im Einschnitt angehen.
Bei Regen
Santanyí mit seinem Sandsteinkern, zehn Minuten landeinwärts.
Praktisch
- Parken
- Kleine Plätze am Ortseingang. In der Saison eng, sonst kein Problem.
- Öffentlich
- Linie ab Santanyí, im Sommer mehrmals täglich, im Winter kaum.
- Zeitbedarf
- Zwei Stunden. Als ruhiger Standort für den Südosten eine Woche.
- Hinweis
- Zum Baden: Cala Santanyí (3 km) oder Caló des Moro (5 km, sehr klein, sehr voll). In Cala Figuera selbst geht man von den Felsen ins Wasser.
- Bus
- Linie ab Santanyí, im Sommer mehrmals täglich, im Winter kaum
- Versorgung
- Supermarkt: Kleine Läden im Ort, saisonal · Apotheke: Im Ort, saisonal eingeschränkt · Arzt: In Santanyí · Geldautomat: Vereinzelt im Ort · Tankstelle: In Santanyí
- Zugänglichkeit
- Ortsstraße und Uferwege, teils Kopfstein und Stufen · Kinderwagen: Auf der Hauptstraße machbar, an den Escars nicht · Rollstuhl: Eingeschränkt · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Strand · Nachtleben · Große Supermärkte · Parkplätze in der Saison
- Koordinaten
- 39.3289,3.1711 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Cala Figuera
Gibt es in Cala Figuera einen Strand?
Nein, und das ist der Grund, warum der Ort erhalten geblieben ist. Cala Figuera liegt in einem schmalen Meeresarm mit Felswänden; man geht höchstens von den Felsen ins Wasser. Zum Baden fährt man an die Cala Santanyí, drei Kilometer entfernt, oder zum Caló des Moro, rund fünf.
Was sind die Escars in Cala Figuera?
Bootshäuser mit gepflasterter Rampe, auf der die traditionellen Llaüts mit einer Winde aus dem Wasser gezogen werden. Sie prägen das Bild des Orts und sind der eigentliche Grund herzukommen. Ihre Erhaltung ist ein laufender Konflikt zwischen Denkmalschutz, Erbrecht und Immobilienpreisen.
Lohnt sich Cala Figuera als Standort?
Für Ruhesuchende ja. Es gibt Unterkünfte, einige Lokale am Wasser und genug Buchten in Fahrweite. Wer Betrieb, Auswahl oder einen Strand vor der Tür braucht, wohnt besser anderswo. Ein Auto ist praktisch nötig.
Wann ist Cala Figuera am schönsten?
Im Mai und Oktober. Und innerhalb des Tages: früh am Morgen, wenn die Boote hereinkommen, und in der Dämmerung, wenn sich die Lichter im Wasser des Einschnitts spiegeln. Im August ist der Ort schlicht zu klein für die Zahl der Besucher.
Wie kommt man nach Cala Figuera?
Von Santanyí rund sechs Kilometer mit dem Auto. Es gibt eine Buslinie ab Santanyí, die im Sommer mehrmals täglich fährt und im Winter kaum. Im Ort selbst führt nur eine durchgehende Straße — in der Saison ist sie zugeparkt.
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