Gorg Blau
· Gemeinde Escorca · 600 m
Der größte Stausee Mallorcas, mitten im Massiv der Tramuntana an der MA-10. Baden ist verboten, es gibt kein Lokal und keinen Parkplatz mit Namen — aber die Straße dorthin ist die schönste der Insel.
- Region
- Serra de Tramuntana
- Gemeinde
- Escorca
- Höhe
- 600 m
- Flughafen
- 62 km , rund 75 Minuten
- Mietwagen
- nötig
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Saisonkompass — wann Gorg Blau lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, September, Oktober, November und Dezember.
Der Gorg Blau ist kein Ausflugsziel, sondern ein Halt. Man kann hier nicht baden — es ist Trinkwasser —, es gibt kein Lokal, keinen Eintritt und nichts zu besichtigen. Was es gibt, ist ein türkisgrüner See zwischen senkrechten Kalkwänden, und eine Straße, die sich in Kurven daran vorbeizieht. Wer die MA-10 von Sóller Richtung Lluc fährt, kommt erst am Cúber vorbei, und dann öffnet sich das Panorama plötzlich. Ich halte dort jedes Mal an, auch wenn ich die Stelle kenne. Zehn Minuten, ein Blick, weiterfahren — dafür ist der Ort da.
Was Gorg Blau ist
Ein Stausee im zentralen Massiv der Serra de Tramuntana, mit rund 7,4 Millionen Kubikmetern der größte der Insel. Der benachbarte Cúber fasst rund 4,6 Millionen. Beide wurden in den 1970er-Jahren zur Trinkwasserversorgung Mallorcas angelegt.
Das Wasser leuchtet türkisgrün — eine Folge des Kalks im Untergrund. Ringsum stehen bewaldete Hänge und darüber die kahlen Gipfel des Massivs.

Was unter dem Wasser liegt
Der See ist jung: Er wurde 1971/72 aufgestaut, und dabei verschwand ein ganzes Tal — das von Almallutx.
Dort lag eine maurische Siedlung, und sie war größer, als lange angenommen wurde. Bei niedrigem Wasserstand konnten Archäologen sie vermessen: rund 60.000 Quadratmeter, mit Wohnhäusern, einer Moschee, einem Verwaltungssitz und einem Friedhof.
Noch älter ist, was daneben gefunden wurde: die Reste zweier Siedlungen und dreier Heiligtümer, deren Geschichte vom 7. Jahrhundert vor Christus bis in die römische Zeit reicht. Manche Forscher halten diesen Ort für ein religiöses Zentrum der ganzen Insel.
In trockenen Sommern, wenn der Pegel weit fällt, tauchen Mauerreste wieder auf. Das ist kein verlässliches Schauspiel — aber wer im Spätsommer eines Dürrejahres vorbeikommt, sieht mehr als sonst.

Was hier vorher war
Vor dem Aufstau war der Gorg Blau ein anderer Ort: eine tiefe Stelle im Torrent, überspannt von einer alten Brücke, eingefasst von Felswänden. Der Name meint eigentlich diesen Gumpen, nicht den See.
Die Stelle war auf der Insel für ihre Schönheit bekannt und hat Künstler angezogen — der Dichter Miquel Costa i Llobera schrieb ein Gedicht darüber, der Maler Joaquim Mir ein Triptychon, das heute in Barcelona hängt.
Als der See kam, wurde die Brücke abgetragen und die Straße durch einen Tunnel verlegt. Was man heute sieht, ist ein Stausee an der Stelle eines Ortes, den nur noch alte Bilder zeigen.

Was man hier nicht kann
Baden. Der See ist Trinkwasserspeicher, Schwimmen ist nicht erlaubt.
Und ansonsten: Es gibt kein Lokal, keine Toilette, keinen Schatten und keinen Parkplatz — nur Haltebuchten am Straßenrand, die an schönen Wochenenden belegt sind.
Die Straße
Der eigentliche Grund herzukommen. Der Gorg Blau liegt direkt an der MA-10, der Panoramastraße der Tramuntana. Von Sóller kommend fährt man zunächst am Cúber vorbei, dann öffnet sich das Panorama plötzlich auf den größeren See.
Für Rennradfahrer ist dieser Abschnitt einer der Klassiker der Insel — im Frühjahr entsprechend belebt.
Wenn man doch aussteigt
Entlang des Kanals, der die beiden Stauseen verbindet, führt ein Weg mit Blick auf Wasser und Felswände. Der See ist außerdem ein wichtiger Vogellebensraum, auch für seltene Arten — ein Fernglas lohnt sich mehr als eine Kamera.
Wann man kommt
März, wenn der See nach dem Winter gefüllt und alles grün ist, und Oktober wegen des Lichts. Nach trockenen Sommern steht der Wasserstand im August deutlich niedriger; das Bild ist dann ein anderes, und für manche das interessantere.
Im Winter liegt auf den Gipfeln ringsum oft Schnee. Bei Eisglätte kann die MA-10 gesperrt sein — vor der Fahrt prüfen.
Ansichten
Praktisch
- Parken
- Nur Haltebuchten am Straßenrand; an Wochenenden knapp
- Zeitbedarf
- Zehn Minuten für den Blick, mit dem Uferweg ein bis zwei Stunden
- Hinweis
- Baden ist verboten — der See ist Trinkwasserspeicher. Es gibt kein Lokal, keine Toilette und keinen Schatten.
- Bus
- Keine verlässliche Verbindung; die Linie 354 über die MA-10 fährt selten
- Zugänglichkeit
- Asphaltstraße, Uferwege unbefestigt · Kinderwagen: Nicht sinnvoll · Rollstuhl: Vom Straßenrand aus sichtbar, die Wege nicht befahrbar · Hunde: Angeleint
- Gibt es nicht
- Badeerlaubnis · Gastronomie · Toiletten · Parkplatz · Schatten
- Koordinaten
- 39.8025,2.8183 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Gorg Blau
Kann man im Gorg Blau baden?
Nein. Der Gorg Blau ist ein Trinkwasserspeicher; Baden ist nicht erlaubt. Wer im Wasser sein will, muss an die Küste — bis Sa Calobra sind es rund dreißig Fahrminuten über die Serpentinenstraße.
Wie groß ist der Gorg Blau?
Mit rund 7,4 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen ist er der größere der beiden Stauseen im Tramuntana-Massiv; der benachbarte Cúber fasst rund 4,6 Millionen. Beide wurden in den 1970er-Jahren zur Trinkwasserversorgung der Insel angelegt.
Wie kommt man zum Gorg Blau?
Über die MA-10 zwischen Sóller und Lluc — die Panoramastraße der Tramuntana. Von Sóller kommend fährt man zunächst am Cúber vorbei, dann öffnet sich das Panorama auf den Gorg Blau. Parken kann man nur in Haltebuchten am Straßenrand.
Gibt es am Gorg Blau Wanderwege?
Ja. Entlang des Kanals, der die beiden Stauseen verbindet, führt ein Weg mit Blick auf den See und die Felswände ringsum. Der See ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Vögel, darunter seltene Arten — ein Fernglas lohnt sich.
Wann ist der Gorg Blau am schönsten?
Im März, wenn der See nach dem Winter gefüllt und die Berge grün sind, und im Oktober wegen des Lichts. Nach trockenen Sommern steht der Wasserstand im August deutlich niedriger — das Bild ist dann ein anderes.
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