Montuïri
Landdorf · 180 m · 2.900 Einwohner
Ein Dorf auf einem Hügel mitten im Pla, mit acht alten Mühlen an einer Straße und einer Kirche, zu der Treppen hinaufführen. Bekannt ist es für einen Tanz, den es seit Jahrhunderten ohne Unterbrechung gibt.
- Region
- Pla de Mallorca
- Einwohner
- 2.900
- Höhe
- 180 m
- Flughafen
- 30 km , rund 30 Minuten
- Mietwagen
- nötig
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Passt zu dir, wenn
- Wer am 23. oder 24. August in der Nähe ist — dann tanzen die Cossiers
- Wer alte Mühlen sehen will; acht stehen an einer Straße
- Wer sich für die Bronzezeit interessiert — Son Fornés liegt vor dem Ort
- Wer auf der Fahrt von Palma nach Manacor einen Halt sucht
Passt nicht, wenn
- Wer eine Sehenswürdigkeit mit Kasse erwartet
- Wer baden will
- Wer im Hochsommer mittags kommt
- Wer Auswahl an Lokalen braucht
Saisonkompass — wann Montuïri lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli.
Montuïri liegt auf einem Hügel mitten im Pla, und man sieht es schon von der Landstraße: erst die Häuserzeilen am Hang, darüber die Kirche, ganz oben die Reihe der alten Mühlen. Wer hinauffährt, findet ein Dorf zum Spazierengehen — Treppen, schmale Gassen, ein weiter Blick über die Ebene. Berühmt ist Montuïri aber für etwas anderes: für seinen Tanz. Am 23. und 24. August tanzen die Cossiers auf dem Hauptplatz, sechs Tänzer, eine Dame und der Teufel. Diese Gruppe hat es hier ohne Unterbrechung immer gegeben — in der Republik, in der Franco-Zeit und während des Tourismusbooms. Auf ganz Mallorca gibt es keine zweite, von der man das sagen kann. Wer an diesen beiden Tagen dabei ist, merkt schnell, dass das keine Vorführung für Gäste ist. Die Leute tanzen für sich, und man darf zuschauen. Genau das macht es sehenswert.
Was Montuïri ist
Ein Dorf von rund 2.900 Einwohnern auf einem Hügel im Pla, direkt an der Ma-15 zwischen Palma und Manacor. Der Ort steigt an: Geparkt wird unten, die Kirche steht oben, und dazwischen liegen Treppen.
Die Cossiers
Die Cossiers sind eine Tanzgruppe: sechs Tänzer, eine Frau in Weiß — genannt „die Dame“ — und eine Figur, die den Teufel darstellt. Sie treten am 24. August zum Patronatsfest Sant Bartomeu auf und schon am Abend davor, immer auf der Plaça Major im Ortskern.
Getanzt wird zu Flöte und Trommel, in bunten Bändern und Hüten, mehrere Tänze hintereinander. Der Teufel springt dazwischen, wird am Ende vertrieben — so geht die Geschichte, die der Tanz erzählt.
Das Besondere daran ist die Beständigkeit: Solche Gruppen gab es früher in vielen Dörfern, doch fast überall ist die Überlieferung irgendwann abgerissen und wurde später neu einstudiert. In Montuïri hat sie nie ausgesetzt — nicht während der Republik, nicht in der Franco-Zeit, nicht im Tourismusboom. Dafür bekam der Ort 2012 den Ramon-Llull-Preis, eine der wichtigsten Auszeichnungen der Balearen.
Man merkt es beim Zusehen: Hier tanzt ein Dorf für sich selbst, und Gäste sind willkommen — aber sie sind nicht der Anlass.

Die Mühlen
Ganz oben im Dorf, am Carrer des Molinar, stehen acht alte Windmühlen in einer Reihe. Sie mahlten das Getreide der Umgebung, denn Montuïri lebte jahrhundertelang vom Korn und von Hülsenfrüchten.
Der Weg hinauf ist der schönste Spaziergang im Ort. Er führt durch die ältesten Gassen, und oben steht man über allem: Der Blick geht über den ganzen Pla, bei klarer Luft bis zur Tramuntana im Norden.
Zehn Minuten bergauf, und man versteht, warum das Dorf hier gebaut wurde und nicht unten in der Ebene.

Son Fornés
Zweieinhalb Kilometer außerhalb liegt Son Fornés, eine Siedlung aus der Bronzezeit. Menschen haben hier über tausend Jahre gelebt, von etwa 900 vor Christus bis in die römische Zeit.
Zu sehen sind die Grundmauern der Häuser und drei Talaiots — massive Rundtürme aus Stein, wie sie nur auf Mallorca und Menorca vorkommen. Der größte von ihnen gehört zu den mächtigsten der Insel.
Was bei den Grabungen gefunden wurde, steht im Ort selbst: Das Museum ist in einer Mühle aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet. Wer beides ansieht, Fundplatz und Museum, braucht gut zwei Stunden.

Wann man kommt
März und Oktober für den Ort, den 23. und 24. August für die Cossiers. Im Juli ist der Aufstieg zum Molinar mittags kein Vergnügen, und im Ort ist dann niemand unterwegs.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Montuïri tut
Drei Stunden
Vom Platz hinauf zur Kirche, dann über den Carrer des Molinar an den Mühlen entlang — von dort geht der Blick über den ganzen Pla.
Ein halber Tag
Zusätzlich zum Fundplatz Son Fornés, zweieinhalb Kilometer außerhalb, mit dem zugehörigen Museum im Ort.
Ein ganzer Tag
Zusammen mit Randa und dem Puig de Randa oder mit Sineu, jeweils eine Viertelstunde entfernt.
Bei Regen
Wenig. Das Museum zu Son Fornés ist unter Dach, sonst führt der Weg nach Inca oder Palma.
Praktisch
- Parken
- Unterhalb des Ortskerns unproblematisch und kostenfrei
- Öffentlich
- Verbindungen an der Linie Palma–Manacor
- Zeitbedarf
- Eine bis zwei Stunden
- Hinweis
- Der Ortskern liegt oben. Wer die Mühlen sehen will, geht den Carrer des Molinar entlang — das ist der älteste und höchste Teil des Dorfes, und von dort sieht man weit über die Ebene.
- Bus
- Verbindungen an der Linie Palma–Manacor
- Versorgung
- Supermarkt: Kleine Läden im Ort · Apotheke: Im Ort · Arzt: Sprechstunde im Ort, Gesundheitszentrum in Vilafranca · Geldautomat: Am Hauptplatz · Tankstelle: An der Ma-15
- Zugänglichkeit
- Gepflasterte Gassen, zur Kirche und zum Molinar ansteigend · Kinderwagen: In den Hauptgassen machbar, hinauf mühsam · Rollstuhl: Der untere Teil geht, der Kern steigt deutlich an · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Strand · Hotels · Nennenswerte Gastronomie · Ebener Ortskern
- Koordinaten
- 39.5700,2.9841 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Montuïri
Wer sind die Cossiers von Montuïri?
Eine Tanzgruppe aus sechs Tänzern und einer Dame, begleitet von der Figur des Teufels. Sie treten zum Patronatsfest Sant Bartomeu am 24. August und am Abend zuvor auf. Montuïris Cossiers gelten als die einzige Gruppe der Insel, deren Überlieferung nie unterbrochen wurde; 2012 erhielten sie dafür den Ramon-Llull-Preis.
Was ist Son Fornés?
Ein bronzezeitlicher Siedlungsplatz zweieinhalb Kilometer außerhalb von Montuïri. Der größte der dortigen Talaiots zählt zu den mächtigsten der Insel. Die Funde sind in einem Museum im Ort untergebracht, das in einer alten Mühle aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet wurde.
Wo stehen die Mühlen von Montuïri?
Am Carrer des Molinar, dem ältesten und höchsten Teil des Dorfes. Acht Mühlen sind erhalten; hier wurde früher mit Getreide und Hülsenfrüchten gehandelt. Von dort geht der Blick über den ganzen Pla.
Lohnt sich Montuïri außerhalb des Festes?
Als Halt auf der Strecke Palma–Manacor: ja, ein bis zwei Stunden. Kirche, Mühlenstraße, Aussicht, Fundplatz. Als eigenes Tagesziel eher nicht — dann besser mit Randa oder Sineu verbinden.
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