Capdepera
Landdorf · 70 m · 12.200 Einwohner
Ein Ort, den es nur gibt, weil ein König 1300 Bauern dafür bezahlt hat, hierherzuziehen. Über den Gassen steht eine der größten Festungsanlagen Mallorcas — begehbar, und im Mai Schauplatz des Mercat Medieval.
- Region
- Llevant
- Einwohner
- 12.200
- Höhe
- 70 m
- Flughafen
- 78 km , rund 75 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen Tagesausflug
Passt zu dir, wenn
- Wer in Cala Ratjada wohnt und einen Nachmittag ohne Trubel will
- Wer Burgen mag — die Anlage ist groß, begehbar und selten überlaufen
- Wer in der dritten Maiwoche da ist; dann ist Mercat Medieval
- Wer gern durch Gassen läuft, ohne dass jemand etwas verkaufen will
Passt nicht, wenn
- Wer baden will — bis ans Wasser sind es zwei bis vier Kilometer
- Wer schlecht zu Fuß ist; zur Festung geht es steil hinauf
- Wer abends etwas erleben will
- Wer im Juli mittags kommt und Schatten erwartet
Saisonkompass — wann Capdepera lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November und Dezember.
Capdepera ist der Ort, an dem Cala Ratjada zu Ende gedacht wird. Unten am Wasser liegt der Ferienbetrieb, zwei Kilometer landeinwärts liegt der Ort, aus dem er einmal hervorgegangen ist — mit Gassen aus Naturstein, Blumen an den Fassaden und einer Festung darüber, die man begehen kann. Ich fahre hierher, wenn es unten zu voll ist, und bin jedes Mal überrascht, wie schnell das kippt: fünf Fahrminuten, und niemand drängelt mehr. Wer im Mai auf der Insel ist, sollte den Mercat Medieval einplanen — der ganze Ort verwandelt sich, und das ist keine Marketingfloskel.
Ein Ort auf Anordnung
Capdepera wurde 1300 von König Jaume II. gegründet — und das ist wörtlich zu nehmen. Die Gegend war so dünn besiedelt, dass der König die ansässigen Bauern mit finanzieller Unterstützung dazu bewegen musste, ihre Höfe aufzugeben und in die neue Siedlung zu ziehen.
Ganz neu war der Platz allerdings nicht. Schon im 10. bis 12. Jahrhundert stand auf dem Hügel ein maurischer Wachturm, von dem aus man den Kanal zwischen Mallorca und Menorca und den Schiffsverkehr dort beobachtete.
1323 ließ Jaumes Nachfolger eine frühgotische Kapelle bauen. Die Befestigung der Siedlung war erst über sechzig Jahre später abgeschlossen, und die Mauern wurden über Jahrhunderte weiter verstärkt — der Grund waren immer wieder Piratenüberfälle.

Warum der Ort heute unterhalb liegt
Im 17. Jahrhundert ließen die Raubzüge nach, und man begann, auch außerhalb der Mauern zu bauen. So entstand nach und nach der heutige Ort am Hang, während die alte Siedlung oben zur reinen Festung ausgebaut wurde. Bis 1854 lag dort eine Garnison mit einer Dragonereinheit.
Was man heute besucht, sind also zwei Dinge: der Ort unten und die leergezogene Stadt oben. Die eigene Seite zur Anlage steht hier.

Der Ortskern
Nach dem Abstieg lohnt es sich zu bleiben. Die Gassen sind eng, gepflastert und von Natursteinhäusern gesäumt, an denen im Frühjahr und Sommer Bougainvillea blüht. Es gibt Lokale und Läden, aber keinen Souvenirbetrieb — dafür ist Cala Ratjada zuständig, zwei Kilometer weiter unten.

Mercat Medieval
In der dritten Maiwoche wird der ganze Ort zum Mittelaltermarkt: Handwerker, Musik, Straßenumzüge, Stände in den Gassen und in der Festung. Das ist eines der größten Feste dieser Art auf der Insel und die eine Gelegenheit im Jahr, bei der man Capdepera nicht ruhig erlebt — wer hin will, sollte früh anreisen.
Von hier aus
Cala Ratjada liegt acht Minuten entfernt, die Badebuchten Cala Agulla und Cala Mesquida je rund zehn. Auf dem Hügel nordöstlich steht der Torre de Son Jaumell, ein alter Wachturm mit dem weitesten Blick über die Ostspitze. Artà und die Coves d’Artà sind zwanzig Minuten westlich.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Capdepera tut
Drei Stunden
Unten parken, durch die Gassen hinauf zur Festung, dort auf die Mauer und einmal herum, zurück auf einen Kaffee an den Platz.
Ein halber Tag
Zusätzlich der Torre de Son Jaumell auf dem Hügel nordöstlich — von dort sieht man die ganze Ostspitze der Insel.
Ein ganzer Tag
Vormittags Ort und Festung, nachmittags hinunter an die Cala Agulla oder die Cala Mesquida, beide keine zehn Minuten mit dem Auto.
Bei Regen
Die Festung ist bei Regen kein Vergnügen. Dann besser die Coves d'Artà, eine Viertelstunde westlich.
Feste im Jahreslauf
- Dritte Maiwoche — Mercat Medieval Mittelaltermarkt mit Handwerk, Musik und Umzügen im ganzen Ort und in der Festung.
- Mitte August — Sant Roc Patronatsfest mit Konzerten und Feuerwerk.
Praktisch
- Parken
- Am Ortsrand und an den Zufahrtsstraßen kostenlos. Ein kleiner Parkplatz liegt direkt unterhalb der Festung, ist aber schnell voll.
- Öffentlich
- Linien 411 und 412, dazu Ortsbusse nach Cala Ratjada
- Zeitbedarf
- Zwei bis drei Stunden für Ort und Festung
- Hinweis
- Für die Festung wird Eintritt erhoben. Die Mauern sind begehbar — festes Schuhwerk ist sinnvoller als Sandalen.
- Bus
- Linie 411 von Manacor und Artà, Linie 412 Richtung Alcúdia, dazu Ortsverbindungen nach Cala Ratjada und Cala Agulla.
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, ganzjährig · Apotheke: Mehrere · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, Krankenhaus in Manacor · Geldautomat: Mehrere am Hauptplatz · Tankstelle: An der Ausfallstraße Richtung Artà
- Zugänglichkeit
- Kopfsteinpflaster, steil ansteigend; in der Festung Stufen und unebener Fels · Kinderwagen: In den unteren Gassen machbar, in der Festung nicht · Rollstuhl: Ort eingeschränkt, Festung nicht · Hunde: In den Gassen kein Problem, in der Anlage angeleint
- Gibt es nicht
- Strand · Nachtleben · Ebene Wege · Schatten auf dem Weg zur Festung
- Koordinaten
- 39.7028,3.4353 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Capdepera
Was kann man in Capdepera sehen?
Vor allem das Castell de Capdepera, eine der größten Festungsanlagen Mallorcas, mit begehbaren Mauern, dem Aussichtsturm Miquel Nunis und der Kapelle Nostra Senyora de l'Esperança. Dazu den Ortskern mit engen Pflastergassen und blumengeschmückten Natursteinhäusern. Auf dem Hügel nordöstlich steht der alte Wachturm Torre de Son Jaumell.
Wann ist der Mercat Medieval in Capdepera?
In der dritten Maiwoche. Der Mittelaltermarkt bespielt den Ortskern und die Festung mit Handwerkern, Musik und Straßenumzügen und gilt als einer der größten seiner Art auf der Insel. Wer ihn sehen will, sollte früh anreisen — Parkplätze sind an diesen Tagen knapp.
Wie alt ist Capdepera?
Der Ort wurde 1300 von König Jaume II. gegründet. Auf dem Hügel stand allerdings schon im 10. bis 12. Jahrhundert ein maurischer Wachturm, von dem aus der Kanal zwischen Mallorca und Menorca beobachtet wurde. Die Kapelle innerhalb der Anlage entstand 1323.
Ist Capdepera dasselbe wie Cala Ratjada?
Nein. Capdepera ist der historische Ort im Landesinneren, Cala Ratjada der Ferien- und Hafenort zwei Kilometer weiter an der Küste. Beide gehören zur selben Gemeinde. Wer Trubel sucht, fährt hinunter; wer ihn meiden will, hinauf.
Lohnt sich Capdepera mit Kindern?
Die Festung ja — Mauern, Türme, Zinnen und viel Platz zum Herumlaufen. Der Aufstieg durch die Gassen ist steil, Kinderwagen sind in der Anlage nicht zu gebrauchen. Im Hochsommer sollte man den Weg nicht mittags gehen.
Was in Reichweite liegt
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Von hier aus
Lage auf der Insel
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