Santanyí
Stadt · 63 m · 11.000 Einwohner
Die Stadt aus dem eigenen Stein: Der goldgelbe Marès, aus dem halb Mallorca gebaut ist, kommt aus den Steinbrüchen hier. Dazu ein Stadttor von 1300, eine Barockorgel aus Palma — und zweimal in der Woche der Markt der ganzen Gegend.
- Region
- Llevant
- Einwohner
- 11.000
- Höhe
- 63 m
- Flughafen
- 50 km , rund 45 Minuten
- Mietwagen
- empfohlen
- Lohnt für
- einen Tagesausflug
Passt zu dir, wenn
- Wer die Buchten der Gegend abfährt und einen Ort dazu will
- Wer mittwochs oder samstags da ist — der Markt gehört zu den größten der Insel
- Wer Galerien und Kunsthandwerk mag; davon gibt es hier ungewöhnlich viele
- Wer im Winter etwas sucht, das auch ohne Strandwetter funktioniert
Passt nicht, wenn
- Wer baden will — bis ans Wasser sind es sechs bis neun Kilometer
- Wer am Markttag mittags kommt und einen Parkplatz erwartet
- Wer Nachtleben sucht
- Wer günstig einkaufen will; Santanyí ist ein teures Pflaster geworden
Saisonkompass — wann Santanyí lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November und Dezember.
Wer die Buchten der Gegend abfährt, kommt zwangsläufig durch Santanyí und denkt sich nichts dabei. Das ist ein Fehler. Der ganze Ort ist aus demselben Stein gebaut, der in den Steinbrüchen ringsum gewonnen wird — ein warmes Goldgelb, das gegen fünf Uhr nachmittags anfängt zu leuchten. Es ist derselbe Stein, aus dem die Kathedrale in Palma steht. Zweimal in der Woche wird der Ort zum Markt der gesamten Südostküste, und dann ist er voll; an den anderen fünf Tagen gehört er sich selbst. Ich fahre am liebsten spät nachmittags hin, wenn die Marktstände weg sind und der Sandstein die Sonne zurückgibt.
Die Stadt aus dem eigenen Stein
Santanyí ist aus Marès gebaut — dem goldgelben Sandstein, der in den Steinbrüchen ringsum gewonnen wird und deshalb auch Santanyí-Stein heißt. Er ist der Baustein halb Mallorcas: Auch die Kathedrale von Palma, der Palau de l’Almudaina, das Castell de Bellver und die Handelsbörse Sa Llotja bestehen daraus.

Wie der Stein aus dem Boden kommt
Marès wird nicht gesprengt und nicht gebrochen im üblichen Sinn — er wird geschnitten.
Der Grund liegt im Material: Frisch aus der Grube ist der Stein feucht und so weich, dass man ihn mit der Handsäge bearbeiten kann. Erst an der Luft härtet er nach. Deshalb legt man in den Steinbrüchen ein Raster von Schnitten in die Wand und hebt dann Quader einzeln heraus, einen nach dem anderen. Zurück bleiben die geraden, terrassierten Wände, an denen man eine alte Marès-Grube sofort erkennt.
Der Beruf hat einen eigenen Namen: trencador de marès. Gearbeitet wurde jahrhundertelang von Hand, teils unter Tage; heute schneiden Maschinen. Auf Mallorca sind noch rund sechzehn Gruben in Betrieb, und Santanyí gehört dazu — die ältesten und ergiebigsten liegen vor dem Ort im Gebiet Es Deume.
Warum ausgerechnet dieser Stein an den großen Bauten sitzt, hat einen technischen Grund: Der Santanyí-Marès nimmt sehr wenig Wasser auf und hält hohen Druck aus. Deshalb griffen die alten Baumeister für Fassaden, Gewölbe, Säulen und Bildhauerarbeit zu ihm und nicht zum nächstbesten.
Das erklärt, warum der Ort so geschlossen wirkt. Es gibt kaum Putz, kaum Farbe außer an Türen und Fensterläden, und alles hat denselben Ton. Am späten Nachmittag nimmt der Stein die Sonne auf und leuchtet — das ist die Stunde, für die man herkommt.
Der Steinabbau ist bis heute ein Wirtschaftszweig der Gemeinde.

Was man sieht
Die Porta Murada, das erhaltene Stadttor: im Kern aus dem 14. Jahrhundert, im 16. erneuert. Reste der mittelalterlichen Stadtmauer stehen noch an einigen Stellen.
Die Pfarrkirche Sant Andreu aus dem 18. Jahrhundert an der Plaça. In ihr steht eine Barockorgel, die ursprünglich aus einem Dominikanerkloster in Palma stammt und als Werk von Jordi Bosch gilt, einem der bekanntesten spanischen Orgelbauer.
Dazu die Gassen mit ihren gedämpften Fensterläden — und auffällig viele Galerien und Kunsthandwerksläden. Santanyí hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Adresse dafür entwickelt, mit den entsprechenden Preisen.

Der Markt
Mittwochs und samstags, etwa 8 bis 13 Uhr, rund um die Plaça Major. Er zählt zu den größten der Insel und zieht Gäste aus der gesamten Südostküste an.
Das hat eine Kehrseite: An diesen beiden Tagen ist die Zufahrt zäh, der Parkplatz das eigentliche Problem und in den Gassen kaum ein Durchkommen. Vor neun Uhr da sein — oder an einem der anderen fünf Tage kommen, wenn der Ort sich selbst gehört.

Der Ort, der auch im Winter funktioniert
Das ist die eigentliche Stärke. Während Cala Santanyí, Cala Llombards und die kleinen Buchten zwischen November und März geschlossen sind, laufen hier Läden, Lokale und Markt das ganze Jahr. Wer im Winter im Südosten ist, hat in Santanyí den Ort, der nicht zugesperrt ist.

Von hier aus
Alle Buchten der Gegend liegen in zehn bis fünfzehn Minuten: Cala Santanyí, Cala Llombards, Cala Figuera, Cala s’Almunia und der Caló des Moro. Landeinwärts führt eine Straße hinauf zum Santuari de la Consolació — nach Ostern das Ziel der Romería der Einwohner.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Santanyí tut
Drei Stunden
Am Ortsrand parken, durch die Porta Murada in die Altstadt, zur Plaça vor Sant Andreu, einmal durch die Gassen, Kaffee am Platz.
Ein halber Tag
Zusätzlich die Kirche von innen wegen der Barockorgel, dann die Galerien entlang der Hauptgassen.
Ein ganzer Tag
Vormittags der Ort, mittags hinauf zum Santuari de la Consolació, nachmittags an eine der Buchten — Cala Santanyí, Cala Llombards oder Cala Figuera.
Bei Regen
Einer der wenigen Orte der Gegend, die bei Regen funktionieren: Kirche, Galerien, überdachte Lokale an der Plaça.
Feste im Jahreslauf
- Mittwoch und Samstag — Wochenmarkt Rund um die Plaça Major, etwa 8 bis 13 Uhr — einer der größten Märkte der Insel.
- Nach Ostern — Romería zur Consolació Wallfahrt der Einwohner hinauf zum Santuari de la Consolació.
- 30. November — Sant Andreu Patronatsfest der Stadt.
Praktisch
- Parken
- An den Ausfallstraßen und am Ortsrand kostenfrei. Am Markttag ab dem Vormittag aussichtslos.
- Öffentlich
- Verbindungen ab Palma, Felanitx und den Küstenorten
- Zeitbedarf
- Zwei bis drei Stunden, mit Markt ein halber Tag
- Hinweis
- Der Marès aus den Steinbrüchen ringsum ist der Baustein halb Mallorcas — auch die Kathedrale in Palma besteht daraus. Am späten Nachmittag leuchtet er.
- Bus
- Verbindungen ab Palma, Felanitx und den Küstenorten der Umgebung; in der Saison zusätzliche Fahrten zu den Buchten.
- Versorgung
- Supermarkt: Mehrere im Ort, ganzjährig · Apotheke: Mehrere · Arzt: Gesundheitszentrum im Ort, Krankenhaus in Manacor · Geldautomat: Reichlich an der Plaça und der Hauptstraße · Tankstelle: An den Ausfallstraßen
- Zugänglichkeit
- Gepflasterte Gassen, teils leicht ansteigend · Kinderwagen: In der Altstadt weitgehend machbar · Rollstuhl: Hauptachsen befahrbar, Nebengassen eingeschränkt · Hunde: Unproblematisch
- Gibt es nicht
- Strand · Nachtleben · Günstige Preise · Parkplätze am Markttag
- Koordinaten
- 39.3550,3.1281 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Santanyí
Wann ist Markt in Santanyí?
Mittwochs und samstags, etwa von 8 bis 13 Uhr, rund um die Plaça Major. Der Markt gilt als einer der größten und lebendigsten der Insel und zieht Gäste aus der ganzen Südostküste an. Wer ihn sehen will, sollte vor neun Uhr da sein — später ist weder in den Gassen noch auf den Parkplätzen Platz.
Was ist der Marès-Stein?
Ein goldgelber Sandstein, der in den Steinbrüchen rund um Santanyí abgebaut wird und deshalb auch Santanyí-Stein heißt. Aus ihm ist der halbe Ort gebaut — und nicht nur er: Auch die Kathedrale von Palma besteht daraus. Am späten Nachmittag nimmt er die Sonne auf und leuchtet warm.
Was ist die Porta Murada?
Das erhaltene Stadttor von Santanyí. Es geht auf das 14. Jahrhundert zurück und wurde im 16. Jahrhundert erneuert; Reste der mittelalterlichen Stadtmauer sind in der Altstadt noch zu sehen.
Was ist an der Kirche Sant Andreu besonders?
Die Orgel. Das Barockinstrument stammt ursprünglich aus einem Dominikanerkloster in Palma und gilt als Werk von Jordi Bosch, einem der bekanntesten spanischen Orgelbauer. Die Kirche selbst stammt aus dem 18. Jahrhundert; ihre Sandsteinfassade ist das Wahrzeichen der Plaça.
Kann man von Santanyí aus baden?
Nicht im Ort — bis ans Wasser sind es sechs bis neun Kilometer. In Fahrweite liegen aber gleich mehrere der schönsten Buchten der Insel: Cala Santanyí, Cala Llombards, Cala Figuera, Cala s'Almunia und der Caló des Moro.
Lohnt sich Santanyí im Winter?
Ja — es ist einer der wenigen Orte der Gegend, die ganzjährig funktionieren. Während die Buchten und Küstenorte zwischen November und März weitgehend geschlossen sind, bleiben hier Läden, Lokale und der Markt in Betrieb.
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