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Mallorca Atlas Ort für Ort

Torre de Son Jaumell

· Gemeinde Capdepera · 271 m

Ein Wachturm von 1566 auf dem Gipfel über Cala Agulla und Cala Mesquida, heute nur noch Ruine. Der Weg hinauf dauert eine knappe Stunde — und der Blick von oben reicht über die ganze Ostspitze der Insel.

Die runde Ruine des Wachturms Torre de Son Jaumell aus grobem Bruchstein auf einem kahlen Gipfel, dahinter die bewaldeten Hügel des Hinterlands und das Meer unter blauem Himmel.
Torre de Son JaumellWas übrig ist: ein Rundturm ohne Dach auf 271 Metern. Gebaut wurde er 1566, um vor Piraten zu warnen.
Lage von Torre de Son Jaumell auf Mallorca Palma Alcúdia Sóller Manacor
Lage von Torre de Son Jaumell
Region
Llevant
Gemeinde
Capdepera
Höhe
271 m
Flughafen
80 km , rund 80 Minuten
Mietwagen
verzichtbar
Lohnt für
einen kurzen Halt

Saisonkompass — wann Torre de Son Jaumell lohnt

lohnt bedingt eher nicht geschlossen Punkte = Andrang

Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli und August.

Warum ich den Umweg gehe

Es ist ein kaputter Turm auf einem kahlen Berg — und trotzdem der Ort, an dem man diese Küste zum ersten Mal versteht. Von oben sieht man beide Buchten gleichzeitig, den Ort, das Kap, die Kolonien auf den Klippen und bei klarer Luft Menorca. Vor allem aber sieht man, wofür der Turm gebaut wurde: Er steht in Sichtverbindung zu den nächsten Türmen der Küste, und wer hier oben steht, begreift dieses Warnsystem in fünf Sekunden. Der Aufstieg ab der Cala Agulla ist unspektakulär und leicht. Man sollte ihn trotzdem nicht mittags im August machen.

Friedhelm Fischer · vor Ort 2025

Wofür der Turm gebaut wurde

Die Torre de Son Jaumell entstand im 16. Jahrhundert, nach verbreiteter Angabe 1566, und war Teil eines Warnsystems entlang der mallorquinischen Küste. Die Türme standen in Sichtverbindung zueinander; drohte ein Piratenangriff, gab man Feuer- oder Rauchzeichen weiter, bis die Nachricht im Landesinneren ankam.

Der Turm war rund zehn Meter hoch. Erhalten ist heute nur noch die Ruine — ein Rundturm ohne Dach, dem eine Seite fehlt.

Er steht auf dem Gipfel des Es Telègraf, 271 Meter über der Küste. Der Name des Bergs erzählt die Fortsetzung derselben Geschichte: Auch im 19. Jahrhundert wurde von hier oben noch signalisiert.

Der Wachturm Torre de Son Jaumell von der Nordseite, mit sichtbaren Maueröffnungen und Bruchsteinmauerwerk, davor Geröll und niedrige Macchia.
Die Öffnungen in der Wand waren keine Fenster, sondern Beobachtungsposten.

Zwei Wege hinauf

Ab der Cala Agulla: rund drei Kilometer ab dem Parkplatz, etwa fünfzig Minuten, mäßig ansteigend und technisch leicht. Das ist der Weg für alle, die keine Bergerfahrung mitbringen.

Ab der Cala Mesquida: kürzer, aber deutlich steiler, rund eine Stunde.

Beide Wege führen über Naturboden, Fels und Geröll. Schatten gibt es auf keinem von beiden.

Abgebrochener Mauerrest des Turms als spitze Silhouette gegen einen blauen Himmel mit Federwolken, unten das Meer.
Die Hälfte des Turms fehlt — genau dort steht man am windigsten.

Was man mitbringt

Feste Schuhe, ausreichend Wasser, Sonnenschutz. Am Turm gibt es keine Absperrung — bei Wind sollte man Abstand zur Kante halten.

Im Juli und August ist der Aufstieg mittags keine gute Idee; in trockenen Sommern können die Wege wegen Waldbrandgefahr gesperrt sein.

Blick durch eine Maueröffnung des Wachturms hinaus auf den kahlen Bergrücken, die Küste und das offene Meer.
Durch die Öffnung sah der Wachposten genau das, worauf es ankam: die Küstenlinie und die Schiffe davor.

Was man von oben sieht

Beide Buchten gleichzeitig — Cala Agulla und Cala Mesquida —, dazu Cala Ratjada, das Kap mit dem Far de Capdepera und die Berge des Hinterlands. Bei klarer Luft liegt Menorca am Horizont.

Und man sieht das Prinzip: Von hier aus überblickt man genau den Küstenabschnitt, den ein einzelner Wachposten überblicken musste.

Ansichten

Der Wachturm Torre de Son Jaumell von der Nordseite, mit sichtbaren Maueröffnungen und Bruchsteinmauerwerk, davor Geröll und niedrige Macchia.
Torre de Son JaumellDie Öffnungen in der Wand waren keine Fenster, sondern Beobachtungsposten.
Abgebrochener Mauerrest des Turms als spitze Silhouette gegen einen blauen Himmel mit Federwolken, unten das Meer.
Torre de Son JaumellDie Hälfte des Turms fehlt — genau dort steht man am windigsten.
Blick durch eine Maueröffnung des Wachturms hinaus auf den kahlen Bergrücken, die Küste und das offene Meer.
Torre de Son JaumellDurch die Öffnung sah der Wachposten genau das, worauf es ankam: die Küstenlinie und die Schiffe davor.
Weiter Blick vom Gipfel über die zerklüftete Nordostküste mit Buchten und dunkelblauem Meer, im Vordergrund Macchia und Zwergpalmen.
Torre de Son JaumellNach Norden reicht der Blick über die unbebaute Küste — dort liegen die Vogelkolonien.
Blick vom Aufstieg über die Küste auf eine türkisfarbene Badebucht und die Berge des Hinterlands, rechts der Fuß des Wachturms.
Torre de Son JaumellVon hier oben sieht man beide Buchten gleichzeitig — und versteht, warum der Turm genau hier steht.

Praktisch

Parken
Am Parkplatz der Cala Agulla (kostenpflichtig) oder am Rand von Cala Mesquida
Zeitbedarf
Zwei bis drei Stunden für Auf- und Abstieg mit Pause oben
Hinweis
Kein Schatten, kein Wasser, keine Absperrung am Turm. Ausreichend zu trinken mitnehmen, feste Schuhe anziehen und bei Wind Abstand zur Kante halten.
Bus
Bis Cala Agulla oder Cala Mesquida, von dort nur zu Fuß
Zugänglichkeit
Naturweg über Fels, Geröll und Macchia, durchgehend ansteigend · Kinderwagen: Nicht möglich · Rollstuhl: Nicht möglich · Hunde: Angeleint; auf Weidetiere achten
Gibt es nicht
Schatten · Trinkwasser · Befestigter Weg · Absperrung am Turm
Koordinaten
39.7331,3.4467 Google Maps Apple Karten

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Torre de Son Jaumell

Wie kommt man zur Torre de Son Jaumell?

Nur zu Fuß. Der einfachere Weg beginnt am Parkplatz der Cala Agulla: rund drei Kilometer, etwa fünfzig Minuten, mäßig ansteigend. Der zweite Weg führt von der Cala Mesquida steil hinauf und dauert rund eine Stunde.

Wie alt ist die Torre de Son Jaumell?

Der Turm wurde im 16. Jahrhundert errichtet, nach verbreiteter Angabe 1566. Er war Teil eines Warnsystems entlang der Küste, mit dem vor Piratenangriffen gewarnt wurde: Die Türme standen in Sichtverbindung zueinander und gaben Feuer- oder Rauchzeichen weiter.

Wie hoch liegt die Torre de Son Jaumell?

Auf 271 Metern, auf dem Gipfel des Bergs Es Telègraf unmittelbar über der Küste. Der Turm selbst war rund zehn Meter hoch; erhalten ist heute nur noch eine Ruine.

Was sieht man von der Torre de Son Jaumell?

Die Cala Agulla und die Cala Mesquida gleichzeitig, dazu Cala Ratjada, das Kap mit dem Leuchtturm Far de Capdepera und die Berge des Hinterlands. Bei klarer Luft sieht man Menorca.

Ist der Aufstieg zur Torre de Son Jaumell anstrengend?

Der Weg ab der Cala Agulla ist technisch leicht, aber durchgehend ansteigend und ohne jeden Schatten. Feste Schuhe und ausreichend Wasser sind Pflicht. Im Juli und August sollte man ihn nicht in der Mittagszeit gehen.

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