Palau de l'Almudaina
· Gemeinde Palma · 15 m
Der Königspalast gegenüber der Kathedrale: ein maurischer Alcázar, den Jakob II. zur Residenz der mallorquinischen Könige umbauen ließ. Seit dem 29. Juli 2026 wieder offen, mit neuem Rundgang und erstmals dem Palast der Königin.
- Region
- Palma
- Gemeinde
- Palma
- Höhe
- 15 m
- Flughafen
- 10 km , rund 20 Minuten
- Mietwagen
- eher hinderlich
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Passt zu dir, wenn
- Wer die Kathedrale besucht und noch eine Stunde hat
- Wer sehen will, wie aus einer Festung ein Palast wurde
- Wer eine deutschsprachige Führung mitnehmen will — dienstags bis freitags um 12.30 Uhr
- Wer an heißen Tagen Schatten und Wasser sucht
Passt nicht, wenn
- Wer Prunk im Maßstab von Versailles erwartet
- Wer montags in Palma ist — dann ist geschlossen
- Wer sich für Baugeschichte nicht erwärmt
- Wer wenig Zeit hat — dann geht die Kathedrale vor
Saisonkompass — wann Palau de l'Almudaina lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November und Dezember.
Zwanzig Meter neben der Kathedrale steht ein Bau, in dem sich vierzehn Jahrhunderte Inselgeschichte übereinanderschichten: römische Befestigung, maurischer Alcázar, Königsresidenz der Krone Mallorca, spanische Militärverwaltung, heute Sommersitz des Königshauses. Sieben Monate war er zu, seit dem 29. Juli 2026 ist er wieder offen — und zwar mit einem Rundgang, den es so vorher nicht gab: chronologisch von den Römern bis zu Alfons XIII., mit Räumen, die zuvor nie zugänglich waren. Wer die Almudaina bisher als Anhängsel der Seu abgehakt hat, sollte sie sich jetzt noch einmal ansehen. Und wer gar nicht hineingeht, sollte wenigstens einmal hinaufschauen: Auf dem höchsten Turm dreht sich seit 1310 ein Engel im Wind.
Was Palau de l’Almudaina ist
Der Königspalast von Palma, gegenüber der Kathedrale. Er gehört Patrimonio Nacional, der staatlichen Verwaltung der spanischen Krongüter, und ist bis heute eine der offiziellen Residenzen des Königshauses — die Sommerresidenz auf Mallorca ist allerdings Marivent, ein paar Kilometer westlich.
Der Name geht auf das arabische al-mudayna zurück, „die kleine Stadt“: So hieß der befestigte Bezirk, in dem die Machthaber saßen.

Der Engel auf dem Turm
Die Figur, die man von unten auf der höchsten Turmspitze sieht, ist kein Schmuck, sondern ein Gerät. Sie ist eine Wetterfahne, und ihr ausgestreckter rechter Arm mit dem Zeigefinger dreht sich in den Wind. Für die Schiffe im Hafen war das eine Information, auf die es ankam.
Jakob II. gab sie beim Bildhauer Antoni de Camprodon aus dem Roussillon in Auftrag; 1310 war sie fertig. In der linken Hand hält der Engel ein Kleeblattkreuz, auf der Brust trägt er einen Schild mit der Inschrift „Et Verbum caro factum est“ — „Und das Wort ist Fleisch geworden“.
Wen die Figur darstellt, ist bis heute nicht entschieden: Die einen halten sie für den Erzengel Gabriel, die anderen für den Schutzengel, der lange der Stadtpatron von Palma war. Der Turm heißt jedenfalls nach ihr: Torre de l’Àngel.
Der Kern war ursprünglich Holz mit Kupferblech darüber; heute ist die Figur ganz aus Metall. 1977 wurde sie restauriert und wieder aufgesetzt.

Vom Alcázar zur Königsresidenz
Unter dem Palast liegen Reste einer römischen Befestigung. Darauf bauten die Mauren ihren Alcázar, zur Zeit der Eroberung „Zuda“ genannt — den Sitz des Statthalters von Madina Mayurqa.
Jakob II. rief 1298 ein Bauprogramm für die ganze Stadt aus; der Umbau des Alcázar zur Königsresidenz war sein größter Posten. Der Hauptbauabschnitt fiel auf die Jahre 1309 bis 1314, weitergebaut wurde unter Sancho und Jakob III. bis 1343. Vorbild war der Palast der mallorquinischen Könige in Perpignan, der zweiten Hauptstadt dieses kurzlebigen Königreichs.
1349 fiel Mallorca an die Krone Aragón, und der Palast hörte auf, ein Königssitz zu sein. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ließ Karl V. das Obergeschoss aufsetzen. Philipp II. machte aus dem großen Saal, dem Tinell, den Sitz der Real Audiencia, des obersten Gerichts, und quartierte in den Rest die Generalkapitanie der Inseln ein — aus dem Palast wurde eine Behörde. Das blieb er über Jahrhunderte.
Man sieht dem Bau diese Schichten an: unten die massige, fensterarme Mauer, oben Loggien und Arkaden.

Was drinnen zu sehen ist
Der Bau ist in zwei Wohnungen geteilt, den Palau del Rei und den Palau de la Reina — Palast des Königs und Palast der Königin.
Dazwischen liegt der Saló del Tinell, der große Festsaal, den man im 16. Jahrhundert waagerecht in zwei Geschosse geteilt hat.
Die Capella de Santa Anna ist der schönste Raum: frühes 14. Jahrhundert, klassische Gotik. Die Bildhauerarbeit an Tympanon, Konsolen und Gewölbeschlusssteinen stammt von Pierre de Guines und der Werkstatt Camprodon — also aus derselben Hand wie der Engel.
Und es gibt arabische Bäder im Haus: drei kleine Räume zwischen dem Torre del Bany und dem Torre de l’Homenatge, die sich die beiden Wohnungen teilten. Sie sind älter als der christliche Umbau und blieben einfach in Betrieb.

Seit Juli 2026: neuer Rundgang
Der Palast war vom 12. Januar bis Ende Juli 2026 geschlossen. Patrimonio Nacional hat für 2.573.000 Euro aus EU-Mitteln den Rundgang, die Museumsgestaltung und die Beleuchtung erneuert; am 29. Juli 2026 wurde wiedereröffnet.
Der Weg folgt jetzt der Zeitachse: römische Anlage, muslimisches Madina Mayurqa, Königreich Mallorca, Krone Aragón, Bourbonen. Am Ende steht der Thronsaal, eingerichtet in der Ausstattung der Zeit Alfons’ XIII.
Neu zugänglich ist der Palast der Königin, den die allgemeine Öffentlichkeit vorher nie zu sehen bekam. Er ist der Reise Isabellas II. auf die Balearen im Jahr 1860 gewidmet.
Drei Stücke lohnen den zweiten Blick:
- Ein Marmorlöwe aus dem 10. Jahrhundert, der als Wasserspeier an einem Becken im Königsgarten saß und jetzt drinnen im Raum zur islamischen Zeit steht.
- Ein Bronzehahn aus dem 12. Jahrhundert, dessen Auslauf als Löwenkopf gearbeitet ist.
- Das Tympanon der Marienkrönung vom Ende des 13. Jahrhunderts, das ursprünglich über dem Portal der Kapelle Santa Anna saß.
Dazu römische Münzen aus dem Bestand von Patrimonio Nacional sowie römische Keramik und Amphoren, die das Museu de Mallorca als Dauerleihgabe beigesteuert hat.

Der Königsgarten S’Hort del Rei
Unterhalb der Mauer liegt S’Hort del Rei, der Königsgarten, mit langen Wasserläufen und Springbrunnen zwischen hohen Hecken. Er ist frei zugänglich und der schattigste Platz im Zentrum von Palma.
Aus einem seiner Becken stammt der Marmorlöwe, der heute im Palast steht.

Praktisch
Geöffnet Dienstag bis Sonntag, April bis September 10 bis 19 Uhr, Oktober bis März 10 bis 18 Uhr. Die Kasse schließt eine Stunde früher, montags ist zu.
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro; die Führung kostet 8 Euro extra (Stand August 2026). Mittwoch und Sonntag ab 15 Uhr ist der Eintritt für EU-Bürger frei — nur an der Kasse und ohne Führung.
Die deutschsprachige Führung läuft dienstags bis freitags um 12.30 Uhr und dauert eine Stunde. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt, Stative und Selfiestangen nicht.
Der Bus der Linie 15 hält am Palau Reial. Bei Staatsakten kann kurzfristig geschlossen werden — vor der Anreise auf der Seite von Patrimonio Nacional nachsehen.

Wann man kommt
März und Oktober, im Winter hat man den Palast fast für sich. Im Hochsommer sind die frühen Stunden nach der Öffnung die ruhigsten; wer erst nachmittags kommt, hat den Königsgarten unten als Ausgleich.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Palau de l'Almudaina tut
Drei Stunden
Kathedrale, Almudaina, danach hinunter in den Königsgarten.
Ein halber Tag
Zusätzlich die Banys Àrabs und ein Gang durch die Altstadt.
Ein ganzer Tag
Ganz Palma: Altstadt, Kathedrale, Almudaina, Santa Catalina, Hafen.
Bei Regen
Gut. Der Rundgang führt weitgehend durch Innenräume.
Praktisch
- Parken
- Parkhäuser am Parc de la Mar, kostenpflichtig
- Öffentlich
- EMT-Linie 15 hält am Palau Reial
- Zeitbedarf
- Eine Stunde
- Hinweis
- Geöffnet Dienstag bis Sonntag, April bis September 10 bis 19 Uhr, Oktober bis März 10 bis 18 Uhr; die Kasse schließt eine Stunde früher, montags ist zu. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro (Stand August 2026). Mittwoch und Sonntag ab 15 Uhr freier Eintritt für EU-Bürger, nur an der Kasse und ohne Führung. Bei Staatsakten kann kurzfristig geschlossen werden. Der Königsgarten S'Hort del Rei unterhalb der Mauer ist immer frei zugänglich.
- Bus
- EMT-Linien, Haltestellen am Parc de la Mar
- Zugänglichkeit
- Steinböden, Treppen zwischen den Ebenen · Kinderwagen: Eingeschränkt · Rollstuhl: Teilweise zugänglich · Hunde: Nicht erlaubt
- Gibt es nicht
- Öffnung an Montagen · Möblierte Prunksäle in großer Zahl · Garantierte Öffnung bei Staatsbesuchen · Schatten auf dem Vorplatz
- Koordinaten
- 39.5675,2.6472 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Palau de l'Almudaina
Was ist das für eine Figur oben auf dem Turm?
Eine Wetterfahne in Gestalt eines Engels, gefertigt 1310 von Antoni de Camprodon im Auftrag von Jakob II. Der ausgestreckte rechte Arm mit dem Zeigefinger dreht sich in den Wind und zeigte den Seeleuten im Hafen an, woher er kam; in der linken Hand hält die Figur ein Kleeblattkreuz, auf der Brust einen Schild mit der Inschrift „Et Verbum caro factum est" — „Und das Wort ist Fleisch geworden". Ob der Engel den Erzengel Gabriel darstellt oder den Schutzengel, den früheren Stadtpatron von Palma, ist bis heute strittig. Nach dem Turm heißt der ganze Bauteil Torre de l'Àngel.
Stimmt es, dass der Palast geschlossen war?
Ja, vom 12. Januar bis Ende Juli 2026. Patrimonio Nacional hat für 2.573.000 Euro aus EU-Mitteln den gesamten Rundgang, die Museumsgestaltung und die Beleuchtung erneuert. Seit dem 29. Juli 2026 ist der Palast wieder offen.
Was ist neu am Rundgang?
Er folgt jetzt der Zeitachse — von der römischen Anlage über das muslimische Madina Mayurqa und das Königreich Mallorca bis in die Bourbonenzeit, mit dem Thronsaal in der Ausstattung Alfons' XIII. als Abschluss. Neu zugänglich ist der Palast der Königin, der der Reise Isabellas II. auf die Balearen im Jahr 1860 gewidmet ist. Dazu kamen ein eigenes Besucherzentrum und Stücke, die vorher nicht zu sehen waren.
Was kostet der Eintritt, und wann ist er frei?
8 Euro, ermäßigt 5 Euro, eine Führung kostet 8 Euro extra (Stand August 2026). Mittwoch und Sonntag ab 15 Uhr ist der Eintritt für EU-Bürger frei — allerdings nur an der Kasse und ohne Führung. Die deutschsprachige Führung läuft dienstags bis freitags um 12.30 Uhr und dauert eine Stunde.
Was ist S'Hort del Rei?
Der Königsgarten unterhalb der Palastmauer, mit Wasserläufen und Springbrunnen. Er ist frei zugänglich und der schattigste Platz im Zentrum von Palma. Aus einem seiner Becken stammt der Marmorlöwe aus dem 10. Jahrhundert, der jetzt im Palast steht.
Lohnt sich der Besuch neben der Kathedrale?
Wenn Sie eine Stunde übrig haben: ja. Der Palast ist deutlich ruhiger, und man sieht an einem einzigen Bau, wie aus einer maurischen Festung eine christliche Residenz wurde.
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