Son Marroig
· Gemeinde Deià · 200 m
Das Landgut von Erzherzog Ludwig Salvator über der Westküste, mit einem weißen Marmorpavillon auf der Kante — der bekannteste Aussichtspunkt zwischen Valldemossa und Deià.
- Region
- Serra de Tramuntana
- Gemeinde
- Deià
- Höhe
- 200 m
- Flughafen
- 40 km , rund 45 Minuten
- Mietwagen
- nötig
- Lohnt für
- einen kurzen Halt
Passt zu dir, wenn
- Wer den Blick auf Na Foradada sehen will
- Wer sich für Ludwig Salvator und die Geschichte der Küste interessiert
- Wer zwischen Valldemossa und Deià unterwegs ist
- Fotografen; das Abendlicht steht günstig
Passt nicht, wenn
- Wer eine große Ausstellung erwartet
- Wer ohne Auto reist
- Wer viel Zeit braucht — eine Stunde reicht
- Wer baden will
Saisonkompass — wann Son Marroig lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, Mai, September, Oktober, November und Dezember.
Son Marroig gehörte Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich, der ab 1872 einen großen Teil dieser Küste aufkaufte, um sie vor Bebauung zu schützen. Das Landhaus steht auf einer Terrasse hoch über dem Wasser, und auf der Kante davor ließ er einen kleinen Rundtempel aus weißem Marmor aufstellen — ein Bauwerk, das an dieser Küste völlig fehl am Platz wirkt und trotzdem funktioniert, weil man von dort auf den Na Foradada hinaussieht, den durchbohrten Felsen. Wer wissen will, warum die Tramuntana heute Weltkulturerbe ist und nicht zugebaut, sollte den Namen Ludwig Salvator kennen. Dieser Ort ist die schönste Adresse dafür.
Was Son Marroig ist
Das Landgut von Erzherzog Ludwig Salvator über der Westküste, zwischen Valldemossa und Deià. Herrenhaus mit Loggia und Turm, Terrassen, Kapelle — und auf der Kante ein kleiner Rundtempel aus weißem Marmor.
Ludwig Salvator
Er wurde am 4. August 1847 in Florenz geboren, Sohn des Großherzogs der Toskana, und war damit ein Habsburger — ein Habsburger, den es nicht an einen Hof zog, sondern ans Mittelmeer.
Im Sommer 1867 kam er zum ersten Mal auf die Balearen. Was ihn dort festhielt, war nicht die Landschaft allein: Er fing an, alles aufzuschreiben. Pflanzen, Gesteine, Fischereigeräte, Hausformen, Bräuche, Sprichwörter, Preise, Erntemengen. Daraus wurde „Die Balearen in Wort und Bild geschildert“ — sieben Bände, bis heute die umfangreichste Beschreibung dieser Inseln, die es gibt.
1872 ließ er sich fest hier nieder und kaufte Land an dieser Küste: Miramar, Son Marroig, Son Moragues, S’Estaca. Son Marroig wurde sein Hauptsitz.
Entscheidend ist, was er mit dem Besitz nicht tat: bebauen. Er hielt die Küste frei, ließ die Wege offen und pflegte den Ruf, jeden Besucher zu bewirten. Er starb am 12. Oktober 1915 in Brandeis in Böhmen, fern von hier.
Wer wissen will, warum die Tramuntana heute Weltkulturerbe ist und nicht zugebaut, sollte diesen Namen kennen. Das Gut S’Estaca gehört übrigens seit Jahren dem Schauspieler Michael Douglas — auch das ist Teil der Geschichte dieser Küste.

Der Marmortempel
Auf der Kante über dem Meer steht ein kleiner Rundtempel im ionischen Stil, ganz aus weißem Carrara-Marmor. Der Erzherzog ließ ihn als Aussichtspavillon setzen, und er hat genau eine Aufgabe: den Blick auf Na Foradada zu rahmen.
Es ist eines der meistfotografierten Motive der Insel — und ausnahmsweise ist der Andrang berechtigt.

Na Foradada
Unterhalb liegt die Felshalbinsel Na Foradada, „die Durchbohrte“, benannt nach dem großen runden Loch im Fels, durch das man das Meer dahinter sieht. Sie ist der Grund, warum der Pavillon genau an dieser Stelle steht.
Ein Weg führt hinunter, über Privatgrund. Zugang und Bedingungen wechseln; vorher am Haus fragen. Hin und zurück sollte man gut zwei Stunden rechnen und Wasser mitnehmen — Schatten gibt es unterwegs kaum.

Was im Haus zu sehen ist
Das Herrenhaus mit Loggia, Turm und Kapelle ist als Museum zugänglich: Möbel, Bilder, Karten und die Ausgaben seiner Werke, dazu die Terrassen mit Blick auf die Küste.
Eintritt und feste Zeiten, außerhalb der Saison eingeschränkt. Der Parkplatz an der Ma-10 ist klein. Eine Stunde reicht für Haus und Tempel, für Na Foradada nicht.

Wann man kommt
März und Oktober. Im Januar ist die Luft am klarsten, im Oktober das Abendlicht am wärmsten.
Im Hochsommer ist die Ma-10 voll und der Parkplatz meist belegt.
Ansichten
Wie viel Zeit hast du?
Was man in Son Marroig tut
Drei Stunden
Haus und Kapelle ansehen, über die Terrasse zum Marmorpavillon und den Blick auf Na Foradada.
Ein halber Tag
Zusätzlich der Abstieg zur Halbinsel Na Foradada — Weg und Zutritt vorher am Haus klären.
Ein ganzer Tag
Zusammen mit Valldemossa, Miramar und Deià, alle an derselben Straße.
Bei Regen
Bedingt. Innen ist es trocken, aber man kommt wegen der Aussicht.
Praktisch
- Parken
- Parkplatz am Haus, in der Saison knapp
- Öffentlich
- Linie Valldemossa–Deià–Sóller hält in der Nähe
- Zeitbedarf
- Eine Stunde
- Hinweis
- Das Haus ist als Museum zugänglich, mit Eintritt und festen Zeiten. Der Weg auf die Halbinsel Na Foradada führt über Privatgrund — Zugang und Bedingungen wechseln, also vorher fragen.
- Bus
- Linie Valldemossa–Deià–Sóller hält in der Nähe
- Zugänglichkeit
- Gepflasterte Terrassen und Wege, einzelne Stufen · Kinderwagen: Auf den Terrassen machbar, zum Pavillon mühsam · Rollstuhl: Vorplatz und Terrasse eingeschränkt möglich · Hunde: Auf dem Gelände angeleint, im Haus nicht
- Gibt es nicht
- Strand · Große Ausstellung · Ganzjährig verlässliche Öffnungszeiten · Lokale in Reichweite
- Koordinaten
- 39.7513,2.6289 Google Maps Apple Karten
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Son Marroig
Wer war Ludwig Salvator?
Ein österreichischer Erzherzog, der ab 1872 große Teile der Tramuntana-Küste aufkaufte, sie vor Bebauung bewahrte und in umfangreichen Werken beschrieb. Son Marroig war eines seiner Güter; Miramar ein weiteres.
Was ist Na Foradada?
Die Felshalbinsel unterhalb von Son Marroig, durch die ein großes Loch führt — daher der Name. Sie ist der Grund, warum der Marmorpavillon genau an dieser Stelle steht.
Kann man zu Na Foradada hinunter?
Es gibt einen Weg, der über Privatgrund führt. Zugang und Bedingungen wechseln, deshalb vorher am Haus fragen. Der Abstieg dauert rund eine Stunde, der Rückweg länger.
Muss man Eintritt zahlen?
Ja, das Haus ist als Museum zugänglich, mit Eintritt und festen Öffnungszeiten. Außerhalb der Saison sind sie eingeschränkt — vorher prüfen.
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