Casc Antic
Stadtteil von Palma · Gemeinde Palma · 13 m · 8.200 Einwohner
Die Altstadt von Palma zwischen Kathedrale, Plaça Major und der alten Stadtmauer: arabischer Gassengrundriss, gotische Großbauten, Renaissance-Innenhöfe und ein Jugendstil-Rand — sechs Bauepochen auf einem Quadratkilometer. Das Palma der Postkarten, und trotzdem nur ein Bruchteil der Stadt.
- Region
- Palma
- Gemeinde
- Palma
- Einwohner
- 8.200
- Höhe
- 13 m
- Flughafen
- 10 km , rund 20 Minuten
- Mietwagen
- eher hinderlich
- Lohnt für
- einen ganzen Aufenthalt
Saisonkompass — wann Casc Antic lohnt
Lohnt in Januar, Februar, März, April, September, Oktober, November und Dezember. Eher meiden in Juli und August.
Der Casc Antic ist der einzige Teil Palmas, den man nicht verstehen kann, ohne sich zu verlaufen. Die Gassen sind arabisch angelegt, nicht rechtwinklig, und jede Karte lügt ein wenig. Ich plane hier nie eine Route, sondern nur einen Ausgangspunkt — die Kathedrale — und eine ungefähre Richtung. Was man dabei findet, ist besser als das, was man gesucht hat: ein offenes Hoftor mit einer Renaissance-Treppe dahinter, eine Kirche in einer Sackgasse, ein Innenhof mit Bananenstaude. Zwei Stunden ziellos sind hier mehr wert als eine gebuchte Führung.
La Seu
Das Wahrzeichen des Casc Antic ist die Kathedrale. Sie wurde 1229 nach der katalanischen Eroberung begonnen und erst 1601 im Wesentlichen fertiggestellt. Ihr Mittelschiff gehört zu den höchsten der europäischen Gotik, ihre Westrosette mit annähernd 14 Metern Durchmesser zu den größten überhaupt. Sie steht auf dem Platz der arabischen Hauptmoschee, diese wiederum auf römischem Fundament — die Kurzfassung der Stadtgeschichte in einem Bauwerk.
Zwei spätere Eingriffe prägen den Innenraum. Antoni Gaudí versetzte zwischen 1901 und 1914 den Chor, öffnete den Blick auf den Altar und hängte den bis heute unfertig wirkenden Baldachin auf; er verließ die Baustelle im Streit. Miquel Barceló überzog von 2001 bis 2007 die Kapelle Sant Pere mit einer Keramikwand aus Fischen, Broten und aufbrechendem Erdreich — umstritten und viel besucht zugleich.
Zweimal im Jahr, um den 2. Februar und den 11. November, wirft die Sonne das Abbild der einen Rosette direkt unter die andere. Das dauert wenige Minuten, und die Karten dafür sind Wochen vorher weg.

Der arabische Grundriss
Palma war von 903 bis 1229 Madina Mayurqa. Der Grundriss der Altstadt ist bis heute arabisch: enge, gewundene Gassen, Sackgassen, Innenhöfe statt Vorgärten. Die Banys Àrabs in der Carrer Can Serra sind der einzige nennenswerte bauliche Rest — ein kleines Kuppelbad aus dem 10. Jahrhundert mit wiederverwendeten römischen Säulen, mitten in einem Garten und erstaunlich selten voll.

Die Patios
Die eigentliche Besonderheit des Viertels sind die Patis: Innenhöfe der Stadtpaläste vom 15. bis 18. Jahrhundert, meist mit Arkadengang, steinerner Freitreppe und Zisterne. Rund 150 sind erhalten, und viele Hoftore stehen tagsüber offen. Man kann sie an einem Nachmittag ablaufen, ohne einen einzigen Eintritt zu zahlen.
Die dichteste Konzentration liegt in der Carrer de Morey, der Carrer de Can Savellà und der Carrer de Sa Portella — also im Dreieck zwischen Kathedrale, Museu de Mallorca und Plaça de Cort.

Kirchen jenseits der Kathedrale
Die Basílica de Sant Francesc aus dem 13. Jahrhundert hat einen der schönsten gotischen Kreuzgänge der Insel; hier liegt Ramon Llull begraben, der bedeutendste mallorquinische Denker des Mittelalters. Santa Eulàlia und Sant Miquel stehen beide auf früheren Moscheen. Alle drei sind selten überlaufen.

Die Plätze
Die Plaça de Cort mit dem Rathaus und einem uralten Olivenbaum ist der symbolische Mittelpunkt der Stadt. Die Plaça Major wurde auf dem Gelände des früheren Inquisitionsgebäudes angelegt und ist heute Café-Platz mit Straßenkünstlern. Der Passeig del Born, die Prachtachse zwischen Altstadt und Neustadt, verläuft im Bett eines zugeschütteten Sturzbachs.

Wann man kommt
Vormittags vor zehn und abends nach sechs. Dazwischen, besonders bei mehreren Kreuzfahrtschiffen im Hafen, ist die Achse Kathedrale–Born–Plaça Major der vollste Ort der Insel. Im Winter ist das kein Thema — dann gehört die Altstadt wieder den Palmesanern.
Ansichten
Praktisch
- Parken
- Nicht versuchen. Parkhaus Parc de la Mar am Südrand, dann zu Fuß hinauf zur Kathedrale.
- Öffentlich
- Jede EMT-Linie hält am Rand der Altstadt, zentral an der Plaça d'Espanya und an der Avinguda d'Antoni Maura. Innerhalb geht man ausschließlich zu Fuß.
- Zeitbedarf
- Ein ganzer Tag für Kathedrale, Almudaina und die Gassen. Mit Museen zwei Tage.
- Hinweis
- Die Banys Àrabs in der Carrer Can Serra sind der einzige nennenswerte bauliche Rest der arabischen Stadt — ein kleines Kuppelbad in einem Garten, leicht zu übersehen und selten voll.
- Bus
- EMT-Linien und Flughafenbus A1
- Koordinaten
- 39.5679,2.6497 Google Maps Apple Karten
Die wichtigsten Bauwerke auf einen Blick
| Bauwerk | Was es ist | Zeitbedarf | Eintritt |
|---|---|---|---|
| La Seu | Gotische Kathedrale, Umbauten von Gaudí und Barceló | 60–90 Min. | ja |
| Palau de l'Almudaina | Arabische Festung, später Königspalast | 45–60 Min. | ja |
| Banys Àrabs | Kuppelbad des 10. Jahrhunderts mit Garten | 15–20 Min. | ja |
| Basílica de Sant Francesc | Gotische Klosterkirche mit Kreuzgang | 30 Min. | ja |
| Museu de Mallorca | Inselgeschichte im Stadtpalast Can Aiamans | 60–90 Min. | ja |
| Die Patios | Rund 150 Innenhöfe, von der Gasse einsehbar | 1–2 Std. | frei |
| Plaça Major / Plaça de Cort | Die zentralen Plätze der Altstadt | beiläufig | frei |
Eintrittspreise und Öffnungszeiten ändern sich regelmäßig und sind vor dem Besuch zu prüfen. Mehrere Häuser haben feste Gratistage.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen zu Casc Antic
Wie lange braucht man für Palmas Altstadt?
Für Kathedrale, Almudaina und einen Rundgang durch die Gassen sollte man einen ganzen Tag einplanen. Wer zusätzlich Museen wie das Museu de Mallorca oder Es Baluard sehen will, braucht zwei Tage. Ein reiner Gassenrundgang mit Patios ist in zwei bis drei Stunden machbar.
Was sind die Patios von Palma?
Innenhöfe der Stadtpaläste vom 15. bis 18. Jahrhundert, meist mit Arkadengang, Freitreppe und Zisterne. Rund 150 sind erhalten. Viele Hoftore stehen tagsüber offen, sodass man von der Gasse aus hineinsehen kann — kostenlos, ohne Führung und ohne Anmeldung. Die dichteste Konzentration liegt um die Carrer de Morey, Carrer de Can Savellà und Carrer de Sa Portella.
Was hat Gaudí in der Kathedrale von Palma gemacht?
Zwischen 1901 und 1914 baute Antoni Gaudí den Innenraum um: Er versetzte den Chor aus dem Mittelschiff, gab damit den Blick auf den Altar frei, öffnete Fenster wieder und hängte über dem Altar einen Baldachin auf, der bis heute provisorisch wirkt — Gaudí verließ die Baustelle nach einem Streit, bevor die Arbeiten abgeschlossen waren.
Was ist die Kapelle von Miquel Barceló?
Eine Umgestaltung der Kapelle Sant Pere in der Kathedrale, ausgeführt zwischen 2001 und 2007 vom mallorquinischen Künstler Miquel Barceló. Er überzog die Wände mit einer Keramikarbeit, die Fische, Brote und aufbrechende Erde zeigt. Die Arbeit ist bis heute umstritten und gleichzeitig einer der meistbesuchten Teile der Kirche.
Wann ist das Lichtschauspiel in der Kathedrale von Palma?
Zweimal im Jahr, um den 2. Februar und um den 11. November, fällt das Sonnenlicht durch die große Rosette so, dass ihr Abbild direkt unter der gegenüberliegenden Rosette auf der Wand erscheint. Das Ereignis dauert wenige Minuten am frühen Morgen; Karten dafür sind Wochen im Voraus vergeben.
Ist die Altstadt von Palma barrierefrei?
Nur eingeschränkt. Der Untergrund ist überwiegend Kopfsteinpflaster, viele Gassen steigen an, und die Altstadt liegt insgesamt auf einem Hang von der Kathedrale zur Plaça Major. Die Hauptachsen wie Passeig del Born und die Plätze sind gut befahrbar, die Nebengassen deutlich schlechter.
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